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Luftdichtigkeit und Lüftungsanlagen nach DIN 1946/6

Gut fürs Haus und den Geldbeutel: eine kontrollierte Wohnungslüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, da so der Luftaustausch in jedem Raum viel besser gewährleistet werden kann. © ronstik / Fotolia.com Gut fürs Haus und den Geldbeutel: eine kontrollierte Wohnungslüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, da so der Luftaustausch in jedem Raum viel besser gewährleistet werden kann. © ronstik / Fotolia.com

In der baubegleitenden Immobilienprüfung findet meistens in der Bauphase der Luftdichtigkeitstest im Verfahren B statt. Überwiegend, also bis zu 95%, liegt die Luftdichtigkeit im Normbereich. Grenzüberschreitung der Vorgabewerte in der Energieeinsparverordnung ENEV sind selten und bei der manuellen Leckortung an Bauteilen wie Fenster werden auch schonmal Undichtigkeiten festgestellt, die sich z.B. durch Nachjustierungen in der Einstellung beheben lassen.

Lüftungskonzept gegen Schimmelbildung

Das Ziel der luftdichten Gebäudehülle wird anschließend dann wieder zerstört durch notwendige hygienische Lüftungsmaßnahmen, die in der DIN 1946/6 geregelt sind. Für die Gebäude ist ein Lüftungskonzept zu erstellen, woraus sich natürliche oder mechanische Lüftungsmaßnahmen ableiten lassen.

Das Ziel der DIN 1946/6 ist es, dass zumindest eine Luftwechsel erreicht wird, der eine Schimmelbildung verhindert, sofern der Nutzer des Hauses bzw. der Wohnung nicht in der Lage ist, ca. 2-3 mal eine Stoßlüftung von 15 min pro Tag durchzuführen. Die verbleibenden, zulässigen Undichtigkeiten des Gebäudes reichen nicht aus, um z.B. einen Normluftwechsel des 0,5-fachen des Raumvolumens zu erreichen.

Der Badlüfter – gebräuchlichste Lüftungsanlage

Bei einem Zimmer von 20 m² bei 2,6 m Höhe wären dass ca. 26 m³ in der Stunde Luftbewegung. Auf natürlichem Wege liegt das eher bei 5 – 10 m³/h. Daher müssen dann mechanische Lüftungsanlagen eingesetzt werden. Die häufigste Installationsart ist der mechanische Badlüfter, der in 2 Stufen läuft als Grund- und Bedarfslüftung. Die Grundlüftung läuft 24 h am Tag, die Bedarfslüftung meist bei Nutzung des Bades durch Lichteinschalten.

Um einen Luftausgleich zu schaffen, muss Luft über die Fassade bzw. Fenster nachströmen, d.h. es müssen Öffnungen in die an sich luftdichte Gebäudehülle hergestellt werden. Das kann über sogenannte Fensterfalzlüfter oder über Kernbohrung in der Außenwand mit Lüftungseinsatz einschl. Schallschutzelement erfolgen.

Fensterlaibungslüfter – Vor- und Nachteile moderner Luftelemente

Es gibt auch moderne Bauelemente, die das vereinen als Fensterlaibungslüfter, die kaum mehr zu erkennen sind zur Freude der Architekten.

Aus sachverständiger Sicht gibt es jetzt das Problem, dass man für diese vorgenannten Luftelemente den Luftmengendurchsatz mit einem EDV-Programm, z.B. dem sehr guten Lüftungstool des Bundesverbandes für Wohnungslüftung, errechnen muss. Das eigentlich sehr simpel zu bedienende Programm benötigt aber Fachkenntnisse der Planer oder sonstigen Bauelementefirmen wie dem Fensterbauer, der das oft auch macht. Es gibt Eingabewerte, wie den angenommenen Druckunterschied von außen ins Gebäudeinnere.

Wer hier trickst und zu hohe Werte eingibt, schafft es die Nachströmelemente so klein wie möglich auszulegen. Das nutzt aber Niemanden, da später nach Fertigstellung des Gebäudes ggfs. der Mindestluftaustausch zur Erfüllung des Feuchteschutzes (zur Verhinderung der Schimmelbildung) nicht mehr erreicht wird.

Im Programm des Bausachverständigen ist diese Betrachtung bei der Luftdichtigkeitsmessung nicht vorgesehen. Messbar durch spezielle Messgeräte ist der Luftdurchsatz auch kaum. Nur die Luftmenge am Badlüfter kann ermittelt werden und wenn das stimmt, denkt der Bauunternehmer, dass schon die richtige Luftmenge in jedem Wohnraum nachströmt, seinen Weg sucht über die Innentüren des Flures zum Bad.

Bausachverständiger Andreas Lindner beim Luftdichtigkeitstest. © DEKRA

Bausachverständiger Andreas Lindner beim Luftdichtigkeitstest. © DEKRA

DEKRA kann hier unterstützen und schon im Vorfeld das Lüftungskonzept auf Richtigkeit überprüfen. Dazu muss es aber auch erstellt sein. Bauherrn sollten darauf achten, dass Ihnen das Lüftungskonzept ausgehändigt wird. Besser fährt man mit der kontrollierten Wohnungslüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, da hier der Luftaustausch in jedem Raum viel besser gewährleistet werden kann.

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Herr Stephan Heinrich
Vertriebsleiter Berlin + Mitteldeutschland
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Mobil 0170 7876 181
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und Haustechnik-Sachverständiger
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