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Trockenbausysteme etabliert beim Innenausbau

Etabliertes Trockenbausystem © archideaphoto / Fotolia.com Etabliertes Trockenbausystem © archideaphoto / Fotolia.com

Wer heute baut, saniert oder umbaut, kommt am Thema Trockenbau nicht vorbei. Eine große Rolle spielen in diesem Bereich vorgefertigte Systembauteile, wie beispielsweise Gipskartonbau- oder Gipskartonfaserplatten. Mit diesen Platten können einfach, schnell und günstig Innenräume flexibel verändert werden. Und das ist nicht erst seit heute so: Trockenausbau hat sich bereits seit den 1950er Jahren als festes Gewerk etabliert.

Trockenbausysteme für ambitionierte Heimwerker

Auch die Industrie hat diesen Trend erkannt und bietet für alle Innenbereiche individuelle und komplette Trockenbausysteme an, die auch von ambitionierten Heimwerkern in Eigenleistung ausgeführt werden können. Trotzdem sind bauphysikalische Anforderungen, wie zum Beispiel der geforderte Wärmeschutz oder Anforderungen an den Schall- und Brandschutz,  nicht zu vernachlässigen. Gleichzeitig sind die technischen Vorgaben der Hersteller zu beachten, vor allem für eine richtige Montage. Trotz der vermeintlich leichten Ausführung von Trockenbaukonstruktionen können Planungsfehler und auch Fehler bei der Ausführung zu Schäden und damit zu erheblichen Folgekosten führen. Grundsätzlich gilt: Vor dem Beginn der Baumaßnahme ist eine genaue Planung zu erstellen. Hier beraten auch die Experten des Bauherren-Schutzbundes.

Gipskarton ist nicht gleich Gipskarton!

Gipskartonbauplatten unterscheiden sich in ihren Maßen, Baustoffdicken und Materialeigenschaften. Für jeden Bereich gibt es solche Bauplatten, die die bauspezifischen Anforderungen genau erfüllen.

So gibt es auf der einen Seite die „normalen“ Gipskartonstandartplatten. Diese kommen zum Beispiel für nichttragende Innenwände und nichttragende Deckenbekleidungen ohne bauphysikalische Anforderungen wie Feuchtebelastungen zum Einsatz. Diese Platten sind für die „normale“ Renovierung geeignet und werden dafür explizit empfohlen. Auf der anderen Seite gibt es die „Spezialgipskartonbauplatten“, die so genannten imprägnierten Gipskartonbauplatten mit Zusatzstoffen. Diese Platten zeichnen sich durch eine erhöhte Beständigkeit gegen Feuchte und Wasser aus und sind für Badezimmer geeignet.

Spezialthema Brandschutz

Ganz speziell wird es beim Thema Brandschutz. Hierfür gibt es feuerbeständige Gipskartonbauplatten. Diese feuerhemmenden, beziehungsweise feuerbeständigen Spezialgipskartonbauplatten werden in der Regel nur von Spezialtrockenbaufirmen für Sonderkonstruktionen verarbeitet. Solche Sonderkonstruktionen sollten unter keinen Umständen vom Heimwerker angegangen werden. Geld sparen durch Eigenleistungen ist hier fehl am Platz und bedeutet, am falschen Ende zu sparen.

Tragfähigkeit der Trennwände sichern

Als Faustregel gilt: Eine solide Trennwand zwischen zwei Wohnräumen sollte aus Gipskartonbauplatten mit einer Mindestdicke von 12,5 mm auf einer ausreichend tragfähigen Unterkonstruktion gebaut werden. So wird in der Regel eine Belastbarkeit von 40 Kilogramm pro Meter Wandfläche sichergestellt. Bei höheren Anforderungen an die Tragfähigkeit, zum Beispiel wenn Küchenoberschränken aufgehängt werden sollen, wird eine zweilagige Ausführung der Gipskartonbauplatten empfohlen. Damit erhöht sich die Tragfähigkeit der Trockenbauwandkonstruktion von 40 Kilogramm auf circa 70 Kilogramm.

Die richtige Unterkonstruktion wählen

Die Wahl der Unterkonstruktion ist von enormer Wichtigkeit. Sie ist wie das Fundament eines Hauses. Nur wenn der Unterbau passt, wird auch die Ausführung der gesamten Trockenbaukonstruktion ein Erfolg. Es wird zwischen zwei möglichen Ausführungsarten der Unterkonstruktion unterschieden.

Holz oder vorgefertigte Metallprofile

Unterkonstruktionen aus Holz haben eine lange Geschichte und werden seit jeher bei Trockenbausystemkonstruktionen eingesetzt. Mittlerweile werden sie häufig durch industriell vorgefertigte Metallprofile ergänzt und für freistehende Wand- und Deckenkonstruktionen oder selbsttragende Vorwandinstallationen genutzt. Ob die Bearbeitung von Holz leichter fällt als die von Metall, muss von jedem selbst eingeschätzt werden. Unabhängig von der gewählten Variante sind Konstruktionsregeln, wie Verformungen der angrenzenden Bauteile immer zu berücksichtigen. Sonst kann es schnell zu ungewollten Spannungen und damit verbunden zu Rissbildungen in der Konstruktion kommen.

Dipl.-Ing. Alexander Haller, Bauherrenberater des Bauherren-Schutzbund e.V.

Dipl.-Ing. Alexander Haller, Bauherrenberater des Bauherren-Schutzbund e.V.

Wandverkleidung mit aufgeklebten Platten

Die Alternative zu einer Holz- oder Metall-Unterkonstruktion ist eine Wandverkleidung mit aufgeklebten Gipskartonbauplatten oder Gipskartonfaserplatten. Voraussetzung hierfür ist eine ebene Wandfläche. Der Untergrund muss auf seine Tragfähigkeit geprüft und eventuell ausgebessert werden. Nur ein tragfähiger und fester Untergrund eignet sich für eine solche Verlegung. Die Gipskartonbauplatten oder Gipskartonfaserplatten werden für die Verklebung zunächst zurechtgeschnitten, die Klebemasse auf die Rückseite im Abstand von 30 bis 40 cm aufgebracht, auf die Wandfläche aufgeklebt und anschließend ausgerichtet. Auch hierbei sind Konstruktionsregeln, wie Verformungen der angrenzenden Bauteile zu berücksichtigen. Diese Alternative funktioniert sowohl im Neu- als auch im Altbau.

Ratgeber im Internet verfügbar

Weitere Informationen finden Interessenten in einem Ratgeber „Trockenbau ABC“, den der Bauherren-Schutzbund e.V. gemeinsam mit Fraunhofer IRB herausgegeben hat. Auf der Internetseite des Vereins www.bsb-ev.de steht der Ratgeber im Bereich Verbraucherservice unter Ratgeber aktuell zum Herunterladen bereit.

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