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Infrarotheizung im Einfamilienhaus

Wenn es im Winter draußen kalt ist, sorgt eine Infrarotheizung im Haus für wollige Wärme Foto: (c) NinaMalyna - Fotolia.com Wenn es im Winter draußen kalt ist, sorgt eine Infrarotheizung im Haus für wollige Wärme Foto: (c) NinaMalyna - Fotolia.com

Draußen ist es grau und nass, Regen fällt, vermischt mit Schnee. Es wird tagelang nicht richtig hell, graues Dämmerlicht fällt spärlich durch die eigentlich recht großen Fenster in die Wohnung. Das ist trist, und das macht nicht unbedingt gute Laune. Wer dann noch nach draußen muss, beispielsweise beruflich viel im Freien unterwegs ist, einen Hund versorgt oder Kinder in Schule, Kindergarten und Freizeit begleitet, freut sich auf die gemütliche Wärme der eigenen vier Wände. Ein angenehm beheizter Raum, der auch ohne wärmende Decke über den Beinen oder dicken Pullover zum Verweilen einlädt, ist eine Wohltat. Die Infrarotheizung macht es möglich.

Was ist Strahlungswärme und was ist der Unterschied zur Konvektionswärme?

Strahlungswärme erwärmt nicht die Raumluft, sondern die Körper, auf die die Strahlung trifft. Das ist in etwa vergleichbar mit der Wärme, die die Sonne ausstrahlt: Die Luft selbst wird nicht so stark aufgeheizt (weshalb es im Schatten im Sommer recht kühl sein kann), aber der Körper fühlt in der direkten Sonneneinstrahlung die Hitze. Für den Innenbereich bedeutet das: Strahlungswärme sorgt für warme Möbel, Wände und Körper, ohne die Raumluft aufzuheizen.

Herkömmliche Heizkörper erzeugen dagegen Konvektionswärme. Diese Wärme strahlt von dem Heizkörper oder vom Fußboden ab und erwärmt die Luft im unmittelbaren Umfeld. Da warme Luft nach oben steigt und die kältere Raumluft nach unten sinkt, kommt es zu Verwirbelungen. Es entsteht ein Gefühl von leichter Zugluft, das wiederum bei moderaten Temperaturen als eher kühl empfunden wird. Dazu kommt, dass die ständig in Bewegung befindliche Luft natürlich auch Staub aufwirbelt, Tierhaare, Pollen und Milben transportiert, Pilzsporen verteilt und Allergikern und Allergikerinnen dementsprechend zu schaffen macht.

Wie funktioniert eine Infrarotheizung?

Die Infrarotheizung erwärmt nicht die Luft unmittelbar um das Heizelement herum, sondern sendet Strahlung im infraroten Bereich aus. Diese Strahlung trifft auf die Gegenstände des Raumes, Mobiliar, Wände und Wohnaccessoires – und auf die Menschen, die sich in dem Raum aufhalten. Dadurch entsteht bei eher niedriger Raumtemperatur doch ein Gefühl von angenehmer Wärme. Denn der Körper ist warm. Die Stühle, Sofas und Sessel, auf denen man sich im Raum aufhält, sind ebenfalls warm. Und Tische, Bücher, Fernbedienung, Kissen und andere Gegenstände sind wärmer als die umgebende Raumluft. Bei der Infrarotheizung kann die Raumtemperatur um bis zu 3° C niedriger sein als bei herkömmlichen Heizkörpern, ohne dass man den Unterschied wirklich bemerken würde.

Das funktioniert im Prinzip so, wie wenn ein Gartenschlauch in der Sonne liegt. Die Luft unmittelbar um den Gartenschlauch herum ist nicht wärmer als anderen Stellen des Gartens. Trotzdem ist das Wasser, wenn es aus dem Schlauch gelassen wird, sehr viel wärmer. Denn die Sonnenstrahlung besteht zu einem guten Teil aus Strahlung im infraroten Bereich: Schlauch und Wasser werden aufgeheizt, die umgebende Luft nicht.

Was sind die Vorteile dieser Heizung?

Infrarotheizungen sind gegenüber herkömmlichen Heizungen energiesparend. Denn sie sind nicht nur effizienter im Verbrauch, sondern erfordern auch keine so hohen Raumtemperaturen. Da die Infrarotheizung strombetrieben ist, kommen keine fossilen Brennstoffe zum Einsatz. Auch das ist im Rahmen der Effizienz zu erwähnen, denn ein rapider Anstieg der Preise für fossile Brennstoffe ist absehbar. Da die Infrarotheizung mit einer Solaranlage auf dem Dach betrieben werden kann (oder zumindest davon unterstützt werden kann), steigen die Stromkosten nicht zwangsläufig bei Nutzung dieser Heizform.

Ein weiterer Vorteil liegt in der Funktionsweise begründet: Die Infrarotheizung erwärmt nicht die Raumluft, sondern tatsächlich nur Gegenstände und Körper. Dadurch bleibt die Raumluft verhältnismäßig ruhig und verwirbelt nicht. Staub, Pollen, Tierhaare und andere Allergene bleiben auf dem Boden oder den Gegenständen liegen. Allergiker/-innen können in einem infrarotgeheizten Raum freier atmen und sich ohne Beschwerden bewegen.

Da die Raumluft nicht so stark erhitzt wird wie bei der Nutzung von Konvektionswärme, ergeben sich Probleme wie Pilzbefall in den Wänden und Möbeln auch nicht so einfach. Die Raumluft ist niedriger, die darin enthaltene Luftfeuchtigkeit setzt sich auch bei weniger gut isolierten Häusern und Wohnungen nicht sofort rund um die Fenster und an den Außenwänden ab.

Ein weiterer Vorteil der Infrarotheizung liegt in den gesetzlichen Bestimmungen: Neubauten dürfen seit einiger Zeit nicht mehr mit Heizsystemen ausgestattet werden, die fossile Brennstoffe nutzen. Es ist absehbar, dass eine Einschränkung der Nutzung älterer Heizsysteme in bestehenden Bauten in naher Zukunft gesetzlich verankert wird, bis hin zum vollständigen Verbot solcher Heizsysteme.

Ebenfalls vorteilhaft: Die Heizung braucht keine lange Vorlaufzeit und erbringt ihre volle Heizleistung bereits nach 4 bis 7 Minuten. Während ein herkömmlicher Heizkörper meist viel länger braucht, um die Raumtemperatur spürbar zu erhöhen, sendet die Infrarotheizung sofort wärmende Strahlung aus, die auch spürbar ist.

Wo kann eine Infrarotheizung im Einfamilienhaus eingesetzt werden?

Generell kann die Infrarotheizung im Einfamilienhaus in allen Räumen eingesetzt werden, die häufig genutzt werden. Wohnzimmer, Schlafräume und Kinderzimmer, besonders gerne wird die Infrarotheizung in Form einer Spiegelheizung oder eines Handtuchtrockners im Badezimmer eingesetzt. Arbeitszimmer können ebenfalls sinnvoll mit einer Infrarotheizung ausgestattet werden.

Gestaltungsmöglichkeiten 

Wer bei dem Begriff Heizung an die herkömmlichen weißen sperrigen Metallkörper in Fensternähe denkt, wird die Infrarotheizung vergeblich suchen. Denn hier sind diese modernen Heizungen so vielfältig wie kein anderes Heizsystem. Es gibt sie in verschiedenen Varianten von der flachen unauffälligen weißen Heizplatte bis zu wahren Designelementen, wie die Spiegelheizung, Bildheizung (sogar mit eigenem Wunschmotiv), Glasheizungen und vieles mehr. Die Montage der Heizgeräte ist sehr einfach und meist wahlweise an Wand und Decke möglich. n anbringen.

Und das hat im Innendesign Vorteile: Wenn das üblicherweise über dem Sofa hängende große Bild eine versteckte Infrarotheizung ist, wird es im Winter in der Sitzgruppe im Wohnzimmer nie kalt. Denn die Infrarotheizung ist genau dort, wo sich auch die Menschen aufhalten und Wärme benötigen. Das gilt für den Spiegel über dem Waschbecken im Badezimmer genauso wie für die Wandgestaltung in Flur, Schlaf- und Kinderzimmer.

Was muss beim Kauf beachtet werden und welche Kosten entstehen?

Wer sich eine Infrarotheizung zulegt, muss insbesondere auf eine kompetente Beratung durch Experten achten. Die Berechnung des Wärmebedarfs (Wattleistung) sollte immer gezielt für Ihre Räume vorgenommen werden. Die Anschaffungskosten für die Infrarotheizung als alleiniges Heizsystem ist im Vergleich zu anderen Systemen sehr günstig.  Auch der Aufwand der Inbetriebnahme und die Integration in die Räume ist in den meisten Fällen ein Kinderspiel. Die Infrarotheizung ist zudem Wartungsfrei und verursacht somit keine Folgekosten wie Schornsteinfeger oder Ersatzteile. 

Laufende Kosten werden durch den Stromverbrauch der Infrarotheizung verursacht. Ist die Heizanlage sinnvoll in das System der eigenen Stromversorgung (bspw. Photovoltaik) des Hauses integriert, sind diese Kosten in der Regel recht niedrig. Allerdings ist die Anschaffung eines solchen Systems auch wieder etwas kostenintensiver als der Kauf eines einzelnen Heizkörpers. 

Bei Neubauten und Komplettsanierungen lohnt es sich auch finanziell durchaus, über so ein komplettes System nachzudenken. Denn auf lange Sicht wird sich das auszahlen – für die Umwelt, das Klima und die eigene finanzielle Situation. Zumal auch die gesundheitlichen Implikationen bedacht werden müssen: Niemand weiß, welche Allergien und Unverträglichkeiten man selbst oder die Kinder entwickeln. Eine auf Strahlungswärme basierende Heizung ist einfach eine hygienische und angenehme Angelegenheit.

 

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