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Energie-Zeugnis für alte Heizkessel: Neues Effizienzlabel ab dem 1. Januar 2016

Europäische Kommission
Europäische Kommission

In puncto Energieeffizienz gibt es bei vielen Heizgeräten deutlichen Nachholbedarf. Nur ein Viertel der insgesamt 20,5 Millionen in Deutschland installierten Anlagen entspricht dem Stand der aktuellen Technik. Das geht aus einer aktuellen Studie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie hervor. Dabei würden im Gebäudebereich knapp 40 Prozent der gesamten Energie in Deutschland verbraucht – der höchste Einzelbeitrag entfällt hier auf die Beheizung. Doch den hohen technischen Anforderungen für einen energieeffizienten Verbrauch genügen die wenigsten Geräte. Das Durchschnittsalter aller Anlagen in Deutschland liege bei 17,6 Jahren, so das Ministerium. Mehr als ein Drittel aller Heizgeräte sei sogar älter als 20 Jahre. Zweifelsohne: Hier besteht noch viel Potenzial zur Energieeffizienz und -einsparung.

Effizienzlabel für Betreiber kostenfrei

Die Bundesregierung will nun Besitzer alter Heizkessel verstärkt zur Erneuerung bzw. zum Austausch motivieren. Das Bundeskabinett hat im August die gesetzlichen Grundlagen zur Einführung eines „nationalen Effizienzlabels für Heizungsaltanlagen“ beschlossen. Dieses soll ab dem 1. Januar 2016 für Heizkessel, die älter als 15 Jahre sind, verwendet werden. Das neue Effizienzlabel ist für Betreiber einer Altanlage kostenfrei. Auch auf Zwangsmaßnahmen zur Heizungsmodernisierung soll verzichtet werden.

Vielen Verbrauchern ist dieses farbige Label bereits aus dem Haushaltsbereich bekannt: Alphabetisch informiert es von den Buchstaben A bis G über die energetische Effizienz des jeweiligen Gerätes. Während das grüne A auf eine sehr effiziente Strom- bzw. Energienutzung hinweist, bezeichnet das rot markierte G ein „wenig effizientes“ Gerät. Viele installierte Heizgeräte schneiden hier aktuell schlecht ab – 70 Prozent der Anlagen, so das Ministerium, würden lediglich die Klassen C, D und E erreichen.

Ab 26. September 2015: Etikett-Pflicht für neue Geräte

Die führenden beiden Branchenverbände, nämlich der „Zentralverband Sanitär Heizung Klima“ sowie der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie“, begrüßen die Einführung des neuen Effizienzlabels. Sie erhoffen sich einen deutlichen Ausbau der Modernisierungsmaßnahmen für Heizkessel. Zudem sei unter anderem eine verbraucherfreundliche und neutrale Beratung über technische Möglichkeiten neuer Heizsysteme sowie die Einkopplung erneuerbarer Energien notwendig. Die Einführung des neuen Labels beginnt am 1. Januar 2016: Ab dann sind Schornsteinfeger, Heizungsinstallateure sowie bestimmte Energieberater dazu berechtigt, das Etikett auf den alten Heizanlagen anzubringen. Ab 2017 sind die Bezirksschornsteinfeger sogar verpflichtet, noch nicht etikettierte Altgeräte mit dem Effizienzlabel zu versehen.

Beim Anbringen eines neuen Heizgerätes sollte jedoch bereits dieses Jahr auf die Etikettierung geachtet werden. Fachhandwerker müssen ab dem 26. September bei Wärmeerzeugern, Warmwasserbereitern, Speichern sowie entsprechenden Komplettanlagen die Effizienzeinstufung nach der EU-Richtlinie angeben. Auf entsprechenden Labeln wird die Energieeffizienz des neuen Geräts ebenfalls auf einer Skala von A bis G eingeordnet. Zusätzlich befinden sich dort Angaben zur Leistung und Schallemission. Bei Geräten mit Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) werden diese durch ein Symbol für die Stromerzeugung ergänzt. Umfassende Informationen zur Energieeffizienz einer kompletten Heizungsanlage soll zukünftig ein sogenanntes Verbundlabel liefern.

Grundsätzlich gilt: Der Fachhandwerker muss ab dem 26. September seinen Kunden über die jeweilige Effizienzeinstufung in Kenntnis setzen. Bei der Installation hat er außerdem das entsprechende Etikett zur Verfügung zu stellen. Auch Verbraucher profitieren davon: Denn die neuen Effizienzlabel bieten wichtige Informationen zum Energiesparen!

Johannes Schüller

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