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Keine Angst vor steigenden Hypothekenzinsen

Einfamilienhaus in Bau Der Hausbau wird durch steigende Bauzinsen zusätzlich verteuert. Bildquelle: Bildagentur Zoonar GmbH - 375245392 / Shutterstock.com

Langsam aber sicher zeichnet sich das Ende der Niedrigzinsen ab. Die Federal Reserve hat den Leitzinsen im letzten Jahr leicht angehoben und auch der Chef der Europäischen Zentralbank deutete einen Kurswechsel an. Bis die Zinsen in Europa aber spürbar steigen, brauchen Sparer sicher noch ein paar Jahre Geduld. Die Bauzinsen hingegen haben das Zinstief längst verlassen und werden bereits teurer. Doch das ist kein Grund zur Panik!

Wenn es fürs Sparen de facto keine Zinsen mehr gibt, dann müssen sie sich andere Betätigungsfelder suchen. Weil niedrige Sparzinsen auch niedrige Kreditzinsen bedeuten, haben in den letzten Jahren viele Deutsche die Chance der Stunde genutzt und sich die niedrigen Bauzinsen, die zwischenzeitlich sogar bei nur einem Prozent lagen, gesichert.

Zinstief ist überwunden

Anders als die Sparer bekommen Kreditkunden die Zinswende aber meist unmittelbar zu spüren. Und so haben im Herbst des vergangenen Jahres die ersten deutschen Banken damit begonnen, den Zinssatz anzuheben. Allerdings handelt es sich bisher nur um moderate Zinserhöhungen, die sich noch im Nachkommabereich bewegen. „Im Moment werden für bei zehn Jahren Laufzeit durchschnittlich 1,4 Prozent fällig“, sagt der Finanzexperte von www.hypothekenzinsen.net.

Effektivzins für Hypothekendarlehen in Deutschland

in den Jahren von 1994 bis 2017

Jahr

Hypothekenzinsen

1994

8,8 Prozent

1995

7,5 Prozent

1996

7,1 Prozent

1997

6,7 Prozent

1998

5,3 Prozent

1999

6,4 Prozent

2000

6,4 Prozent

2001

5,9 Prozent

2002

5,4 Prozent

2003

5,2 Prozent

2004

4,4 Prozent

2005

4,1 Prozent

2006

4,6 Prozent

2007

5,2 Prozent

2008

4,6 Prozent

2009

4,4 Prozent

2010

4,0 Prozent

2011

3,3 Prozent

2012

2,7 Prozent

2013

2,8 Prozent

2014

2,2 Prozent

2015

1,7 Prozent

2016

1,4 Prozent

2017

1,4 Prozent

Quelle: Statista/Verband deutscher Pfandbriefbanken

Angesichts der Zinswende kommt bei ersten potentiellen Immobilieninteressenten Panik auf. Zwar ist der Zinssatz schon eine ganze Weile sehr niedrig, aber ein Hausbau oder der Kauf einer Immobilie ist natürlich trotz allem noch immer ein finanzieller Kraftakt, den vor allem Privatperson nicht mal eben so übers Knie brechen.

Zinsen steigen nur gedämpft, Niveau weiter niedrig

Wer derzeit über die Anschaffung einer Immobilie mittels Kredit nachdenkt, sollte Ruhe bewahren. Zwar steigen die Zinsen minimal und werden dies auch in Zukunft tun, allerdings sind wir noch weit von vergangenen Zinssätzen entfernt. Auch in den nächsten Jahren bleiben Bauzinsen hierzulande günstig. Denn Experten rechnen erst ab 2019 damit, dass die EZB langsam den Leitzins anhebt.

Wer aber bereits konkrete Bau- oder Kaufabsichten hat, spart natürlich mit jedem Tag bares Geld. Denn bereits ein halber Prozentpunkt mehr macht über die Jahre mehrere tausend Euro Mehrbelastung aus. Fakt ist: Sinken wird der Zinssatz vorerst nicht mehr. Die Tendenz zeigt ganz klar nach oben. Wer kann, sollte jetzt zuschlagen.

Gute Konjunkturaussichten international

Grund für den Anstieg des Zinsniveaus ist unter anderem die gute Konjunktur. Nicht nur in Deutschland, sondern vor allem auch in Frankreich und den Vereinigten Staaten von Amerika. Außerdem steigt die Inflationsrate.

Die weiterhin günstigen Bauzinsen haben nur einen Wermutstropfen: Die Preise für Grundstücke, Immobilien und Handwerker explodieren derzeit gleichermaßen. Das ist die Schattenseite der guten Wirtschaftsaussichten. Häuser und Eigentumswohnungen wurden in den letzten Jahren insbesondere in den Großstädten und Ballungsräumen so teuer, dass viele Normalverdiener sich gar kein Eigentum mehr leisten können. Da nützen auch die niedrigen Zinsen nichts mehr. Trotzdem sind Immobilien gerade in Zeiten, in denen immer mehr von Altersarmut und unsicheren Rentensystemen gesprochen wird, eine der besten Vorsorgen fürs Alter.

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