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Haustypen – die Wahl des richtigen Baustils

Die Wahl des richtigen Haustyps Foto: VRD - Fotolia

Die Wahl des richtigen Haustyps Foto: VRD – Fotolia

Bei der Masse der vielen Hausanbieter ist es nicht leicht, den für Sie besten Haushersteller herauszusuchen. Nicht nur die Frage, ob Fertig- oder Massivhaus, sondern auch die äußere Gestaltung und natürlich nicht zuletzt der Preis, sind maßgeblich für eine Kaufentscheidung von Bedeutung. Auf welche Dinge Sie bei der Hausauswahl achten sollten und welche Vor- und Nachteile die verschiedenen Bauweise bieten, wollen wir in diesem Artikel näher beleuchten und Ihnen entsprechende Hilfestellungen dazu geben.

Was die Entscheidung am meisten beeinflusst ist neben dem finanziellen Spielraum und der Grundstücksfrage, natürlich die Hausgröße und der Zweck, den das Haus erfüllen muss. Wie viele Personen ziehen ein, soll es sich um ein Mehrgenerationenhaus handeln, ist geplant ein Büro mit im Haus zu integrieren. Daneben muss das Haus natürlich auch äußerlich den persönlichen Vorstellungen entsprechen. Es bieten sich verschiedenste Baustile an, wie skandinavische Haustypen, Landhäuser, moderne Architektenhäuser, verklinkerte Häuser, Holzblockhäuser, amerikanische Haustypen oder Bungalows um nur einige zu nennen. Aus der Entscheidung für einen bestimmten Baustil resultiert oftmals auch die Bauweise – ob Massiv, in Holzständerbauweise oder Holzhaus.

Hat man diese grundlegenden Entscheidungen getroffen, gilt es das richtige Angebot und den richtigen Baupartner zu finden. Wichtig ist es, die Angebote untereinander zu vergleichen, anhand von dem im Preis mit angebotenen Leistungen. Hier liegt die Schwierigkeit im Detail. Um Preise unterschiedlicher Anbieter genau vergleichen zu können ist es unerlässlich die angebotenen Preise für den gleichen Leistungsumfang zu erhalten. Um nur einige Beispiele zu nennen sollten Sie auf folgende Leistungen achten. Sind im Preis die Planung, die Statik, das Erstellen der Bauantragsunterlagen, die Baubetreuung, die Bodenplatte, die Maler- und Teppicharbeiten mit enthalten. Auch die Auswahl der zugesicherten Baustoffe und Hersteller sollte verglichen werden. Handelt es sich um Zink- oder Kupferrinnen, um Beton- oder Tondachziegel oder sind die Rollläden im Erdgeschoss Standard und im Obergeschoss Sonderwunsch. All diese Fragen müssen genauestens geklärt werden und erst dann entscheidet es sich, ob der angebotene Preis der vielleicht ein anfängliches Lockangebot war auch in Wirklichkeit ein echtes Schnäppchen bleibt. Von Bedeutung wird dabei immer mehr die Ökologie, die von vielen Herstellern bereits als Standard in vielen Haustypen in Form von Solaranlagen, Wärmerückgewinnungssystemen und vieles mehr angeboten werden.

Wer sich zum ersten Mal mit der Materie des Immobilienerwerbs auseinandersetzt, staunt wie viele Entscheidungen auf dem Weg in die eigenen vier Wände getroffen werden müssen. Eine der grundlegendsten Entscheidungen ist die Wahl der Bauweise. Welche Vor- und Nachteile die verschiedenen Bauweisen bieten, haben wir im Folgenden kurz zusammengefasst.

Das Massivhaus

Immer noch verwirklichen die meisten Bauherren in Deutschland ihren Traum vom eigenen Heim in massiver Bauweise. Zur Definition „Massiv“ bezeichnet man das Bauen mit nicht gewachsenen Baustoffen. Dazu gehören das Stein-auf-Stein-Bauen mit Hochlochziegeln, Kalksandstein, Porenbeton- oder Leichtbetonblöcken (letztere aus Bims oder Blähton) sowie das Bauen mit Beton. Zum Betonbau zählt der Einsatz vorgefertigter oder auf der Baustelle gegossener Wand-, Decken- oder Dachelemente. Außerdem gehört hierzu auch die Verwendung wärmedämmender Schalungssteine aus Polystyrol, Holzspänen oder Leichtbeton, die wie Legosteine lose mit Nut- und Federanschlüssen aufeinander gesetzt und anschließend abschnittsweise mit Beton verfüllt werden. Inzwischen produzieren fast alle Massivbaustoff-Hersteller Häuser auch in massiver Fertigbauweise. Der Trend der Modul-Hauselementebauweise aus Amerika konnte sich jedoch in Deutschland nicht durchsetzen. Dabei werden die Räume komplett vorgefertigt und auf der Baustelle zusammengefügt.

Vorteile der Massivbauweise sind seine lange Lebensdauer, die natürlich auch von der Standsicherheit und der Qualität der Bauausführung abhängt, die hohe Wertbeständigkeit und der hohe Wiederverkaufswert, sofern die Lage stimmt. Bautechnisch sprechen auch der gute Schallschutz sowie das gute Raumklima für das Massivhaus. Ein ausreichender Schallschutz ist bei Massivhäusern gut zu erreichen, denn hier gilt: je schwerer die Wand, desto besser der (Luft-)Schallschutz. Das Wärmespeichervermögen massiver Decken und Wände ist besser als bei leichten Wänden. Massive Wände speichern die Wärme und geben sie zeitverzögert wieder an die Raumluft ab. Dies bewirkt ein langsames Abkühlen der Raumlufttemperatur im Winter und natürlich ein verzögertes Aufheizen im Sommer. Massivhäuser sind nicht brennbar und haben keine Rauchentwicklung. Auch die Baumaterialien sind meist ökologisch und sehr verträglich.

Massivhausbaufirmen bieten dem Bauherrn verschiedene Grundtypen von Häusern in unterschiedlichen Größen und Preisen an. Der Bauherr entscheidet sich danach für einen Grundriss seiner Wahl, den Baustoffen und der Ausstattung. Das Massivhaus ist in dieser Beziehung am flexibelsten. Das macht allerdings eine auch sehr genaue Bauüberwachung erforderlich, da die Bauausführung nicht standardisiert und bei jedem Haus anders ist. Für die Planung und Überwachung steht dazu ein Architekt zur Verfügung. Bei dem meisten Hausanbieter sind die Kosten dafür bereits im Kaufpreis enthalten. Hauptproblem bei Entscheidungsfindung ist die unüberschaubare Vielfalt. Als wichtigstes Entscheidungskriterium gilt die Wahl des Mauersteins. Dabei gibt es keinen absoluten Spitzreiter. Jeder Baustoff hat seine eigenen positiven und negativen Eigenschaften. Die Vielfalt ermöglicht eine Auswahl für jeden Anwendungsbereich. Lesen Sie dazu mehr in unserem Artikel über Wandbaustoffe.

Da der Markt der Massivhausfirmen überwiegend von kleineren und mittleren Unternehmen beherrscht wird, gilt auch der Auswahl des Baupartners ein besonderes Augenmerk. Das Konkursrisiko ist in wirtschaftlich schwierigen Zeiten nicht zu unterschätzen und läst einen auf den ersten Blick günstigen Kaufpreis zu einem teuren Unterfangen werden. Sicherheit bietet hier die Vereinbarung einer Fertigstellungs- u. Gewährleistungsbürgschaft. Bei dem Bau eines Massivhauses wird in der Regel eine Zahlung nach Baufortschritt vereinbart, welches Kosten einer Zwischenfinanzierung mit sich bringt und zu einer Doppelbelastung während der Bauphase führt. Bei dem Zahlungsplan ist auch auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Baufortschrift und Zahlung zu achten. Zu oft wird eine Überzahlung vereinbart, was bei Mängeln oder Konkurs zu einer zusätzlichen Belastung wird. Um diesen Problemen aus dem Weg zu gehen, sollten Sie sich in jedem Fall an Vertrauensperson oder einer Institution wenden.  

Das Fertighaus

Der wichtigste Baustoff beim Fertighaus ist Holz. Somit steht der Fertigbau in der Tradition des Fachwerkhauses. Der natürliche Baustoff Holz, dauerhaft und unerreicht in seiner ökologischen Qualität, ist die beste Voraussetzung für gesundes Wohnen. Unterschieden wird zwischen Holztafelbauweise, Holzrahmenbauweise und der Raumzellen- oder Modulbauweise. Dabei stellt die Holztafelbauweise die traditionelle Holzfertigbauweise mit hoher industrieller Vorfertigung dar.

Fertighäuser galten lange Zeit als Häuser von der Stange, die nur aus dem Katalog der Hersteller ausgesucht werden konnten, ohne der Möglichkeit in größerem Maße eigene Wünsche anzumelden. Aber bei Fertighäusern gibt es fast unendlich viele Varianten. Dem Bauherren stehen heute alle Möglichkeiten offen, Einfluss auf die Gestaltung seines „Traumhauses“ zu nehmen. Der hohe Grad der Vorfertigung erklärt den technischen Vorsprung, den die Fertighausbranche in den letzten Jahren erreicht hat. In Werkhallen werden die einzelnen Bauteile vorgefertigt, damit der Aufbau auf der Baustelle rasch und reibungslos erfolgen kann. Durch die Vorfertigung ist dauerhaft höchste Präzision und Qualität gesichert. Die Fertigbauweise gilt auch als die „trockene“ Bauweise. Feuchtigkeit, die aus der Bautechnologie resultiert und monatelang austrocknen muss, entsteht beim Fertigbau erst gar nicht. Dadurch kann schlechte Witterung während der Bauphase die Bausubstanz nicht schädigen und spätere Schimmelschäden werden verhindert.

Durch den mehrschaligen Aufbau der Hauswände ist die benötigte Grundfläche dafür geringer als gegenüber der konventionellen Bauweise. So hat man bei einer Grundfläche von 100 m² bis zu 10 m² Wohnfläche mehr zur Verfügung. Bedingt durch den innovativen Einsatz neuster Baustoffe und Heizungs- und Lüftungstechnik sind Energiebedarfswerte im Holzfertigbau immer weiter gesunken. Das hält die Betriebskosten niedrig und erspart der Umwelt jede Menge CO2. Mittlerweile werden nich selten auch Passivhäuser und Nullenergiehäuser angeboten. Im Einsatz modernster Technologien sind Fertighäuser schon immer Vorreiter gewesen. Von der thermischen Solaranlage, Wärmepumpen, Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung bis zum „intelligenten“ Haus findet man hier eine große Auswahl an innovativen Zukunftsprodukten. Frühere Schachstellen wie ungenügender Schall- und Brandschutz wurden durch modernste Fertigungstechnik und Materialien gelöst worden. Allerdings wird empfohlen, Häuser direkt an der Straße zu verklinkern. Denn nach wie vor gilt: Masse nimmt den Schall. So werden auch beim Trittschall spezielle Materialien wie Quarzsandsäcke eingesetzt.

Die Bauzeiten sind extrem kurz. Das Haus steht wind- und wetterdicht meist in weniger als 48 Stunden. Das sichert eine zuverlässige Kalkulation. Die Bauzeiten sollten genau im Fertighaus-Vertrag verzeichnet sein. Beim Fertighaus-Vertrag sollten Sie zudem besonders auf die Bau- und Leistungsbeschreibung achten. Hier müssen eindeutig die Ausstattung und die verwendeten Materialien aufgeführt werden. Sofern Sie Sonderausstattungen wünschen, wägen Sie bereits im Vorfeld sehr genau ab. Nachträgliche Umbauten sind sehr kostenintensiv. Wer sich für eine bestimmte Version endgültig entschieden hat, sollte noch einmal ein Angebot der Konkurrenz überprüfen. Als weiteres Qualitätsmerkmal gilt die Mitgliedschaft des Anbieters in einem der beiden Verbände (BDF und VDF). Gute Anbieter zeichnen sich durch einen großen Stamm zufriedener Kunden aus und gewähren eine Garantie bis zu 30 Jahre auf die Konstruktion.

Das Massivholzhaus

Neben dem „klassischen“ Holzfertigbau konnte sich gerade in den letzten Jahren wieder die „Urform“ des Bauens in den Vordergrund stellen. Dank der technologischen Entwicklung sind energiesparendes und Winddichtigkeit im Zusammenhang mit dem Holzmassivbau kein Widerspruch mehr. Die Vorteile liegen in dem gesunden Wohnklima mit gleichbleibender Luftfeuchtigkeit, dem Absorbieren toxischer Stoffe aus der Luft und dem Nachwachsen des Baustoffes, was eine bessere Ökobilanz zur Folge hat.

Als Baustoff besitz Holz ein geringes Gewicht bei der gleichen Druckfestigkeit wie Stahlbeton und ist zudem wärmedämmend. Bei den Bauweisen gibt es eine enorme Vielfalt. Die Entscheidung bleibt dem persönlichen Geschmack überlassen. Es gibt folgende Obergruppen: Blockhaus mit Blockbohlen, Blockhaus mit verleimten Blockbalken, Blockhaus aus Naturstämmen, Skelettbau ähnlich dem Fachwerkbau und diverse Mischformen. Um eine Langlebigkeit des Hauses zu erreichen, ist der Holzschutz das wichtigste. Zum Glück stellen heute beim Holzschutz giftige und gesundheitsschädliche keine Gefahr mehr dar. Ziel ist Wasser und holzzerstörende Insekten von dem Haus fernzuhalten. Das wird z.B. mit einem weiten Dachüberstand und einer sehr geschlossenen Bauweise erreicht. Auch im Bereich des Brandschutzes fällt das Holzhaus wider Erwarten positiv auf. Durch die geringe Wärmeleitfähigkeit wird der Verbrennungsprozess verlangsamt. Zwar gibt es nicht so viele Anbieter wie bei den anderen Bauweisen, doch gelten auch hier die gleichen Entscheidungs- Kriterien.

Das Ausbauhaus

Ausbauhäuser bieten eine gute Möglichkeit die Kosten für den Hausbau zu senken. Man unterscheidet zwischen zwei Varianten. 1. Ausbauhäuser, die im Erdgeschoss fertig gestellt sind und das Dachgeschoss zum Ausbau vorbereitet ist. 2. Ausbauhäuser, bei denen die Gebäudehülle fertig gestellt ist und im Innern in unterschiedlichem Maße zum Ausbau vorbereitet sind. Die 1. Variante ermöglicht einen sofortigen Einzug und verringert so die finanzielle Belastung durch den Wegfall der Miete. Der Ausbau des Dachgeschosses kann Stück für Stück voran schreiten. Mit der Hausbaufirma gilt vorab genau abzustimmen, welche Leistungen und Materialien sie liefert. Oftmals bieten diese hierzu Ausbaupakete an. Der Preisunterschied der Materialien gegenüber dem Einzelhandel ist erheblich. Neben der Materiallieferung gehört unbedingt die fachliche Anleitung der Bauherren durch den Anbieter dazu. Dazu sollten die Bauherren einen Experten der Hausbaufirma konsultieren können. Gute Anbieter gewähren ein bis zwei ganztägige Gratisberatungen auf der Baustelle und stellen kostenlos Spezialwerkzeug zur Verfügung.

Neben der finanziellen Ersparnis sollte man den Zeitaufwand nicht außer Acht lassen. Pro Woche sollten Sie nicht mehr als 25 Arbeitsstunden einplanen, sonst ist der Ärger mit dem Lebenspartner oder dem Arbeitgeber vorprogrammiert. Sofern man sich für ein Ausbauhaus entscheidet sollten man sich bewusst sein, dass man geraume Zeit auf einer Baustelle lebt. Zu dieser Entscheidung sollten alle Familienangehörigen stehen. Das Ausbauhaus ist jedoch die günstigste Variante, sich den Wunsch vom eigenen Heim zu erfüllen.

Fabian Möbis

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