Friesenhaus
Friesenhaus Foto: ©maho - stock.adobe.com

Friesenhaus bauen

Leben und Wohnen wie im hohen Norden

Ein Urlaub an der Nordsee kann sehr erholsam und etwas ganz Besonderes sein, nicht zuletzt wegen der schönen Friesenhäuser. Wenn auch Sie diese Häuser und den Flair des Nordens zu schätzen wissen, können Sie sich dieses Gefühl jetzt auch zu Ihnen nach Hause holen. Denn, die Friesenhäuser gibt es längst nicht mehr nur im Norden, sie können in jeder Region gebaut werden. Was genau ein Friesenhaus ausmacht und was Sie sonst noch alles rund im das Thema Friesenhaus bauen wissen und beachten sollten erfahren Sie nachstehend.

Was zeichnet ein Friesenhaus aus?

Die meisten Haustypen sind individuell und bringen ihren eigenen Charakter und ihre typischen Merkmale mit sich. Ihren Ursprung haben die Friesenhäuser im Norden, genau gesagt ist das heutige typische Friesenhaus angelehnt an das Uthlandhaus aus dem 17. Jahrhundert. Dieses wurde in der Holzständerbauweise errichtet, hatte ein steiles Reetdach und einen Schornstein. Das heutige Friesenhaus wirkt zwar modernen, hat aber seinen Ursprung in dem sehr traditionellen Uthlandhaus.

Der Nordseeurlaub ist meist sehr ursprünglich und naturverbunden. Ähnlich sind auch die Friesenhäuser, aber auch eine Mischung aus Tradition und Moderne ist hier durchaus möglich.

Die typischen Merkmale eines Friesenhauses

Was aber genau macht ein Friesenhaus aus, welches sind die typischen Merkmale und individuellen Eigenschaften eines Friesenhauses?

→ besonders charakteristisch sind die roten Ziegelsteine

→ ebenfalls typisch ist der dritte Giebel, meist als Zwerchgiebel oder Friesengiebel bezeichnet

→ die charakteristischen Sprossen- oder Rundbogenfenster sind in der Regel recht klein

→ oft hat ein Friesenhaus ein Reetdach

→ die Türen sind hoch, groß und großzügig gestaltet

→ die meisten Friesenhäuser haben zwei Stockwerke

→ die meisten Friesenhäuser haben keinen Keller

→ oft ist das Friesenhaus in zwei Bereiche unterteilt, einmal der Eingangsbereich mit dem Empfangsbereich für die Gäste, und dann der Bereich mit den Privaträumen der Hausbesitzer; meist bieten die zwei Stockwerke den Rahmen für die Einteilung der zwei Bereiche.

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Das Friesenhaus – Dachformen, Giebel, Fassade und Fenster

Ein Friesenhaus ist, wie viele andere Haustypen auch, ein ganz besonderes Haus. Besonders beim Dach, dem Giebel, der Fassade und den Fenstern grenzt sich das Friesenhaus von den anderen Hausarten ab.

Die Dachformen

Typisch für die Friesenhäuser im Norden ist das Reetdach. Grob erklärt ist ein Reetdach ein mit Schilf eingedecktes Dach. Aber auch die modernen Dacheindeckungen haben sich bei den Friesenhäuser mittlerweile durchgesetzt, so dass es heute drei typische Dachformen gibt:

Friesenhaus mit Satteldach und drittem Giebel

Das ist ein echter Klassiker, besonders der dritte Giebel, der Friesengiebel, ist charakteristisch. Heute ist dieser nur noch aus ästhetischen Gründen angesagt, früher aber hatte der dritte Giebel durchaus seinen Sinn. Er brachte mehr Platz und diente des Weiteren auch als Schutzmaßnahme für den Brandfall.

Das Krüppelwalmdach

Diese Dachform zeichnet sich durch seine geneigten Giebelflächen aus und gilt als besonders robust. Ein weiterer Vorteil, diese Dachform bringt mehr Platz im Inneren mit sich.

Das traditionelle Reetdach

Die klassische Dacheindeckung bringt viele Vorteile, aber auch Nachteile mit sich. In Sachen Umweltbewusstsein, angenehmes Wohnklima und Schönheit ist das Reetdach nahezu unschlagbar. Auf der anderen Seite aber ist es sehr wartungsintensiv und leicht brennbar. Auch ist eine solche Dacheindeckung längst nicht überall erlaubt.

Der dritte Giebel

Wie bereits erwähnt ist der dritte Giebel, oft auch als Friesengiebel oder auch als Zwerchgiebel bezeichnet, besonders typisch für Friesenhäuser. Heute meist einfach nur noch schön anzusehen, war dieser Giebel für die Menschen in früheren Zeiten besonders wichtig. Er brachte mehr Platz und auch Sicherheit ins Haus. Das traditionelle Haus mit Reetdach war und ist besonders feuergefährdet, durch den dritten Giebel sollte der Eingangsbereich freigehalten und vor herunterfallenden Elementen geschützt werden. Der Giebel über dem Eingangsbereich hatte also eine besonders wichtige Aufgabe, während er heute oft nur noch als reines Stilmittel zum Einsatz kommt. Auf der anderen Seite aber profitieren auch die Bewohner von modernen Friesenhäusern auch noch heute vom dem Friesengiebel, mehr Raum und Licht bringen einen höheren Wohnkomfort mit sich.

Die Fassade

Typisch für ein Friesenhaus sind die roten Ziegel als Mauerwerk bzw. die verklinkerten Fassaden. Wenn Sie also ein Friesenhaus bauen wollen ist die klassische Fassade auf jeden Fall ein Muss.

Die Fenster

Meist sind die Fenster weiße Sprossen- oder Rundbogenfenster. Dabei sind die Fenster in der Regel recht klein gehalten. Die Fenster verleihen den Friesenhäusern einen ganz besonderen und gemütlichen Charme.

Grundsätzlich hat ein Friesenhaus seine typischen Merkmale, je nach Wohnort und Region aber können beim Bau eines Friesenhauses individuelle Anpassungen vorgenommen werden und typisch sein. Zudem werden immer mehr Friesenhäuser modernen gestaltet und sinnvoll kombiniert.

Friesenhaus in Schleswig-Holstein

Friesenhaus und Ostfriesenhaus – was steckt dahinter?

Meist spricht man einfach nur von einem Friesenhaus, grundsätzlich aber muss zwischen einem Friesenhaus und einem Ostfriesenhaus unterschieden werden.

Das Friesenhaus hat in der Regel ein Reetdach, wird aus roten Ziegelsteinen errichtet und wird oft weiß verputzt. Hingegen hat das Ostfriesenhaus ein Dach aus Ton- Dachpfannen, wird zwar auch aus roten Steinen errichtet, oft aber auch verklinkert.

Sie sehen, die typischen Merkmale eines Friesenhauses müssen eigentlich in die Kategorien Friesenhaus und Ostfriesenhaus unterteilt werden. Dennoch, umgangssprachlich wird das Wort Friesenhaus einfach allgemeingültig verwendet.

Die Vor- und Nachteile eines Friesenhauses

Natürlich bringt das Friesenhaus viele Vorteile mit sich, aber auch ein paar Nachteile. Beide möchten wir Ihnen nachfolgend kurz und im Überblick darstellen:

Vorteile

  • Friesenhäuser wirken gemütlich und vermittelt ein Gefühl wie im Urlaub
  • auch wen es eher untypisch ist und den Preis nach oben treibt ist der Bau eines Kellers möglich
  • der Spitzbogen bietet die Möglichkeit mehr Raum zu gewinnen und neue Räume zu erschaffen
  • auch ein traditionelles Friesenhaus kann individuell gestaltet und mit modernen Elementen kombiniert werden
  • besonders beim Dach bieten sich verschiedene Möglichkeiten
  •  angenehmes Wohnklima im Innenbereich

Nachteile

  • ein Reetdach braucht mehr Wartung, ist feuergefährdet und nicht so langlebig wie andere Dacharten
  • nicht überall sind Friesenhäuser erlaubt, besonders wenn Sie sich ein Reetdach wünschen
  • bei Friesenhäusern gibt es bezüglich der Bauordnung einiges zu beachten, je nach Wohnort und Region sollten Sie sich hier individuell informieren, nicht immer ist alles erlaubt; meist müssen Sie hier dann einen Mindestabstand zu anderen Häusern einhalten, was den Bau teilweise einschränken oder sogar unmöglich machen kann

Was kostet ein Friesenhaus?

Hier ist es fast unmöglich eine Preisangabe zu machen, zu viele Faktoren können den Preis eines Friesenhauses beeinflussen. Soll es ein Massivhaus oder ein Fertighaus sein, wie groß soll das Haus werden, muss es ein Reetdach sein, braucht das Haus einen Keller, wie soll der Innenbereich gestaltet werden? Hier können sehr große Preisspannungen entstehen, je nachdem für welche Variante Sie sich entscheiden.

Wichtig ist es also, dass Sie sich vorab genau überlegen was Sie wollen und was Ihnen wichtig ist. Dann können Ihnen die einzelnen Anbieter auch schneller und einfacher erste Preise nennen, so dass Sie besser planen und kalkulieren können.

Wie wird ein Friesenhaus gebaut?

Obwohl das klassische Friesenhaus sehr traditionell ist, können Sie auch hier zwischen verschieden Bautypen wählen. Egal ob Massivhaus oder Fertighaus, jede Bauweise bringt ihre Vor- und Nachteile mit sich. So ist ein Massivhaus meist stabiler, kostet aber mehr und die Bauzeit verlängert sich. Hingegen sparen Sie beim Fertighaus Kosten und Zeit, müssen dafür aber z.B. einen schlechteren Schallschutz und eine kürzere Lebensdauer Ihres Hauses in Kauf nehmen. Hier sollten Sie sich individuell beraten lassen und abwägen, welche Bauweise für Sie die Richtige ist.

Auch bei der Fassade gibt es heute mehrere Möglichkeiten, ebenso beim Dach. Wie bereits erwähnt können Sie aus drei verschiedenen Dachformen auswählen, und auch bei der Fassade müssen es nicht immer die klassischen roten Ziegelsteine sein. Wichtig ist, dass das Mauerwerk zu sehen ist und dass es angenehm warme Farben sind, ansonsten haben Sie auch hier viel Raum für individuelle Gestaltungen.

Einen typischen Grundriss gibt es nicht, auch hier können Sie individuell planen. Typisch sind zwei Stockwerke und eine Unterteilung in Eingangsbereich und Privatbereich. Aber auch das ist kein Muss, lassen Sieb sich beraten und gestalten Sie Ihr persönliches Friesenhaus.

Wie lange dauert der Bau eines Friesenhauses?

Die Frage nach der Bauzeit lässt sich auch beim Friesenhaus nicht pauschal beantworten. Wollen Sie massiv bauen oder bevorzugen Sie ein Fertighaus? Soll es ein klassisches Reetdach sein oder eine eher moderne Dacheindeckung? Wollen Sie selber mit anpacken oder alle Arbeiten von Profis ausführen lassen? Je nach Bauweise und Gestaltung Ihres Hauses kann sich die Bauzeit verlängern oder verkürzen. Natürlich steht ein Fertighaus schneller als ein Massivhaus, und natürlich bedeutet ein Reetdach mehr Arbeit und einen höhere Zeitaufwand. Lassen Sie sich individuell beraten und planen Sie Ihren Hausbau persönlich und flexibel.

Die typische Inneneinrichtung bei einem Friesenhauses

Nicht nur außen hat das Friesenhaus seine typischen Merkmale, auch für den Innenbereich gibt es viele charakteristische Einrichtungen und Gestaltungsmöglichkeiten:

  • der Eingangsbereich wird meist großzügig gestaltet, mit Zementfliesen oder Dielenböden ausgelegt
  • Treppen werden weiß gestrichen bzw. hell gehalten
  • maritime Farben sind ebenso angesagt wie eine Kombination aus weiß und blau, die dann an den Urlaub am Meer erinnert
  • eine offene Küche bringt Gemütlichkeit ins Haus
  • oft überwiegt der Landhausstil
  • ein Kachelofen oder ein Kamin runden das Wohlfühlambiente ab

So finden Sie den richtigen Anbieter

Auch wenn das Friesenhaus seinen Ursprung im Norden hat, so ist es doch deutschlandweit vertreten. Und so gibt es auch viele Anbieter und Hersteller, die Ihnen dabei helfen wollen, sich diesen Wohntraum zu erfüllen. Lassen Sie sich individuell und persönlich von den einzelnen Anbietern beraten, besuchen Sie Musterhäuser und treten Sie in Kontakt mit Bewohnern anderer Friesenhäusern. Vielleicht können Sie auch bei einem Urlaub an der Nordsee ein paar Tage in einem solchen Haus leben und sich inspirieren lassen. Nutzen Sie das Internet, studieren Sie die Internetseiten der verschiedenen Anbieter und vergleichen Sie in Foren die Erfahrungen anderer Bauherren mit den einzelnen Herstellern und Anbietern. Sammeln so viele Informationen wie möglich und überlegen Sie sich vorab genau was Sie wollen und was Ihnen wichtig ist. Nur dann können Sie sinnvoll und richtig vergleichen und den für Sie passenden Anbieter finden.

Fazit

Wer einmal an der Nordsee im Urlaub war weiß, das ist ein ganz besonderer Urlaub. Wenn auch Sie dieses Gefühl lieben und die Wohnweise im Norden zu schätzen wissen, kann vielleicht ein Friesenhaus zu Ihrem persönlichen Wohntraum werden. Tradition kann hier auf Moderne treffen, neben den klassischen Merkmalen können Sie sich auch individuell einbringen. Ein Friesenhaus bringt viele Vorteile und Möglichkeiten mit sich, so dass Sie sich in Ihrem neuen Haus garantiert rundherum wohlfühlen werden.

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