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Massivhaus Foto: Warren Millar - Fotolia
Massivhaus Foto: Warren Millar - Fotolia

Massivhaus

Das Massivhaus wird nach den Grundprinzipien der Massivbauweise errichtet. Hierbei handelt es sich um raumabschließende Elemente wie Decken und Wände, die statisch tragende Funktionen erfüllen. Das bedeutet, dass Raumabschlüsse wie Tragwerk identische Bauteile sind. Zusätzlich werden hier auch die Materialien beim Hausbau angesprochen. Im Gegensatz zur Leichtbauweise, wie der Holzbau es vorsieht, werden für das massive Haus Beton und Mauerwerk sowie verschiedene Arten von Steinen verwendet.

Wie ist ein Massivhaus aufgebaut?

Das Massivhaus wird an Ort und Stelle mit einem Fundament und gegebenenfalls dem Keller errichtet. Schon in der Planungsphase haben tragenden Wände große Bedeutung für die Statik des Hauses. Die Wände werden je nach Auswahl aus massiven Steinen und individueller Auswahl aufgebaut. Nichttragende Wände im Innenbereich können zum späteren Zeitpunkt im Trockenbau hochgezogen werden. Zu nichttragenden Bauteilen gehören auch Fertigteile wie Treppen aus verschiedenen Materialien oder Balkonen.

Was sind die Vorteile von einem Massivhaus?

Exzellentes Raumklima
Einer der wichtigsten Vorteile im Massivhaus ist das angenehme Wohnraumklima. Im Winter wird  Sonnenwärme durch das massive Material aufgenommen und gespeichert. Sobald es kalt wird, wirken die massiven Wände wie die eines Kachelofens. Die gespeicherte Wärme wird in den Raum abgegeben. Im Sommer hingegen wird die aufgenommene Wärme am Tag in der Nacht abgegeben.

Guter Schallschutz
Ein Massivhaus, aus soliden Materialien wie Beton oder Ziegel gebaut, schluckt aufkommende Geräusche und schützt die einzelnen Räume vor Lärm von außen. Auch innerhalb des Hauses fungieren die Wände aus Stein als exzellenter Schallschutz.

Nachhaltige Bauweise
Die Inhaltsstoffe von Stein, Porenbeton oder Ziegel haben keine bedenklichen Inhaltsstoffe. Beim Bau sowie in der Resteverwertung können sie bedenkenlos genutzt werden. Die Nutzung von Stein bildet eine große Menge an Wärmespeichermasse, die zu einer Reduzierung der Heizkosten führt und somit natürliche Ressourcen schont. Darüber hinaus ist die Lebensdauer eines Massivhauses höher als anderweitig genutzte Materialien.

Was ist der Nachteil von einem Massivhaus?

Bei der Planung muss eine längere Bauphase als zum Beispiel einem Fertighaus eingeplant werden. Weiterhin nachteilig ist vorerst die Investition bzw. die Baukosten für das Massivhaus. Andererseits sind die Instandhaltungskosten langfristig gesehen wieder weitaus günstiger. Hierbei geht es also nur um die reinen Kosten für den Bau. Ferner muss die Bauphase in frostfreie und relativ trockene Witterungszeiten gelegt werden, was unter Umständen die Wohnzeit in der Mietwohnung verlängert.

Aus welchem Material wird ein Massivhaus hergestellt?

Massivhausmauer Foto: photoclicks - Fotolia
Massivhausmauer Foto: photoclicks – Fotolia

Für den Bau des Massivhauses werden Leichtbetonsteine, Betonsteine, Kalksandsteine, Porenbetonsteine oder der klassische Ziegelstein verwendet. Bei der Auswahl hat der Bauherr die individuelle Wahl des bevorzugten Materials.

Welchen Wandaufbau gibt es bei Massivhäusern?

Die Konstruktion für das Massivhaus gliedert sich in der einschaligen Außenwand, einem einschaligen Mauerwerk, das eine zusätzliche Dämmschicht aufweist und einem zweischaligen Mauerwerk mit Wärmedämmung. Einschalige Außenwände werden am häufigsten in Deutschland gebaut. Als Materialien dienen Porenbetonsteine oder Ziegel, die eine sehr gute Wärmedämmung haben. Hier muss nicht zusätzlich gedämmt werden.

Schallschutz beim Massivhaus

Der Schallschutz im Massivhaus ist bereits eines seiner großen Vorteile. Massive Materialien sorgen dafür, dass Geräusche von außen nicht bzw. in weitaus geringerem Maße in das Haus dringen. Schallschutzfenster geben einen weiteren Schutz vor Geräuschen. So sind auch die Räume selbst von einer zur anderen Etage von Geräuschen verschont. Während bei anderen Bauweisen Stimmen leicht von einem zum anderen Zimmer zu hören sind, werden sie durch die soliden Materialien verschluckt.

Energetisches Bauen und Dämmung beim Massivhaus

Energetisch zu bauen bedeutet, die Wärme der Sonneneinstrahlung maximal zu nutzen. Dies wird nicht nur aufgrund der Materialien, sondern auch auf den Standort und Verschattungen gezielt ausgerichtet. Demgegenüber steht die Verlustminimierung, die durch Wärmeschutz und die Kompaktheit des Gebäudes erreicht wird. Hier ist das Mauerwerk im speziellen wie folgt angesprochen:

Das einschalige Mauerwerk mit einer zusätzlichen Dämmschicht werden mit einem Wärmedämmverbundsystem ergänzt. Im Außenbereich wird die “Thermohaut” mit einem Verblendmauerwerk oder dem Außenputz geschützt.
Das zweischalige Mauerwerk mit Wärmedämmung besteht aus zwei massiven Mauerschalen, die im Inneren eine Luft- bzw. Wärmedämmschicht haben. Diese Innenschale speichert die Wärme und wirkt zugleich statisch. Die Außenschale schützt das Material vor unterschiedlichen Wetterbedingungen und zaubert die Optik des Hauses.

Was kostet ein Massivhaus?

Niemand kann pauschal einen Preis für ein Massivhaus nennen. Dennoch gibt es grundlegende Faktoren für die Berechnung. Dazu zählen:

– die Grundstückskosten
– die Erschließungskosten für Strom, Wasser und Abwasser
– die Baukonstruktion vom Keller bis zum Dach
– Technische Anlagen wie Sanitär, Heizung oder Belüftung
Außenanlagen wie Stellplatz, Wege oder Außentreppe
– die Innenausstattung
– Baunebenkosten wie Gebühren, Honorare oder Zinsen

Die reinen Kosten für das Gebäude müssen mit einem Wert zwischen 1000 – 1700 EUR/m² berechnet werden, wobei der Preis nach oben natürlich offen ist.

Wie lange dauert der Bau eines Massivhauses?

Für die Gesamtplanung eines Massivhauses ist die komplette Bauphase natürlich wichtig. Hier heißt es gut planen. Wichtige Faktoren sind natürlich die Größe des Hauses und die gewählte Jahreszeit. In einer groben Rechnung muss ca. 4 Monate für ein Einfamilienhaus mit einer simplen Ausstattung geplant werden. 6 Monate dauert der Hausbau für ein kleines Einfamilienhaus mit gehobener Ausstattung. 8 Monate benötigt der Bau eines größeren Ein- bzw. Mehrfamilienhauses mit einer gehobenen Ausstattung. Bestimmte Eigenleistungen können Bauherren selbst erledigen und damit die Bauphase aber auch die Baukosten reduzieren.

Beim Bau vom Massivhaus können viele individuelle Wünsche für die ganze Familie berücksichtigt werden. Die Vorteile gegenüber Nachhaltigkeit, Architektur und Wärmedämmung sind nicht von der Hand zu weisen, darüber hinaus können insbesondere die Kosten durch Eigenleistungen verringert werden. Doch auch das Holzhaus massiv hat seine berechtigten Vorteile, auch wenn es einen ganz anderen Wohnstil anspricht. Finanzielle sowie zeitliche Vorteile hingegen bieten Fertighäuser.

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