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Der Rudower See bei Lenzen/Elbe in der Prignitz. Blick vom nordwestlichen Ufer nahe Lenzen in Längsrichtung über den See nach Ostnordosten
Der Rudower See bei Lenzen/Elbe in der Prignitz. Blick vom nordwestlichen Ufer nahe Lenzen in Längsrichtung über den See nach Ostnordosten Foto: Christian Fischer / CC BY-SA

Bauen und Wohnen im Landkreis Prignitz

Alte Backsteingebäude und eine himmlische Ruhe

Im äußersten Nordwesten des Landes Brandenburgs liegt der Landkreis Prignitz. Zwischen Elbe und Meyenburg geht es äußerst beschaulich zu, denn der Landkreis zählt deutschlandweit, mit 78.000 Menschen auf 2.139 Quadratkilometern, zu den am dünnsten besiedelten Gebieten. Die bevölkerungsreichsten Städte sind Wittenberge und Wittstock/Dosse mit 17.015 bzw. 14.198 Einwohnern, während die ehemaligen Hansestädte Pritzwalk, Perleberg, Kyritz und Havelberg auf 6.500 bis 12.000 Einwohner kommen. Bekannt sind ebenfalls Meyenburg, Putlitz und Bad Wilsnack, während Lenzen einer der ältesten Orte der Prignitz ist. 

Der Landkreis Prignitz im Überblick

Die Prignitz ist ein landwirtschaftlich geprägtes Flachland. Daneben gibt es entlang der Elbe besondere Naturgebiete, wie die brandenburgische Elbtalaue und das UNESCO-Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg mit seinen rund 53.000 Hektar. Auch die Wälder bieten zu jeder Jahreszeit eine besondere Erholung. Die Schönheit wird jedoch nicht auf dem Silbertablett serviert, sondern der besondere Charme muss selbst entdeckt werden. Zu den größten Seen gehören der Rudower See und Rambower See. Und neben der Elbe fließen Löcknitz und Stepenitz durch die Landschaft.

Die Kreisstadt Perleberg

Bahnhofsplatz in Perleberg
Bahnhofsplatz in Perleberg Foto: T.Voekler / CC BY-SA

Die Kreisstadt Perleberg, seit 2016 mit dem Namenszusatz Rolandstadt, zählt mit circa 12.000 Einwohnern zu den größten Städten des Landkreises. Sie liegt gut 153 Kilometer nordwestlich vom Berliner Hauptbahnhof. Nahezu die gleiche Entfernung ist es nach Hamburg. Seine erste Blüte erlebte Perleberg als mittelalterliche Hansestadt, denn über die Stepenitz und dann die Elbe konnten Waren gut verschifft werden. 

Bereits im Jahr 1546 spielte die Rolandfigur eine wichtige Rolle, denn am Marktplatz stellte man das erste Roland-Standbild aus Sandstein auf. Der Roland, ein Ritter mit Schwert, war ein Zeichen der bürgerlichen Freiheit und galt als Sinnbild der Eigenständigkeit einer Stadt. In Brandenburg war der Roland auch Ausdruck für wirtschaftliche Prosperität. Und in der Tat war Perleberg eine der reichsten Städte der Mark Brandenburg. Das Blatt wendete sich mit dem Dreißigjährigen Krieg (1618-1648), denn die Einwohnerzahl Perlebergs ging von 3.500 auf 300 zurück und mehr als die Hälfte der Gebäude waren nach dem Krieg unbewohnbar. Es sollten zweihundert Jahre vergehen bis Perleberg eine Renaissance erlebte und 1860 preußische Garnisonsstadt wurde – bereits ab 1724 war Perleberg eine Garnison der preußischen Kavallerie. Bis 1839 entstand das neue Rathaus und im Jahr 1885 wurde die Bahnstrecke Perleberg-Pritzwalk-Wittstock eingeweiht.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war Perleberg Garnison der Sowjetarmee und erst 1992 verließ die letzte Militäreinheit der sowjetischen Streitkräfte die Stadt – im Jahr 1997 wird der Standort von der Bundeswehr aufgegeben. Perleberg erhielt 1964 einen Tierpark und es entstanden unterschiedliche Produktionsbetriebe. Nach dem Ende der 300-jährigen Militärtradition präsentiert sich Perleberg heute als “Liebenswerte Stadt im Herzen der Prignitz”, die zahlreiche Tagestouristen anlockt. Es gibt einiges historisches zu entdecken mitsamt beeindruckender Gebäude. Zu den jährlichen Veranstaltungen kommen Perleberger und ihr Gäste, wie dem Tierparkfest, der Kneipennacht oder der Lotte Lehmann Woche. In der Umgebung gibt es Radwege, geführte Touren und Zeltplätze. 

Wer in Perleberg sich den Traum vom Wohnen in einer ruhigen und intakten Gemeinde erfüllen möchte, der findet Bauflächen in stadtnaher Lage. Auch gibt es Fördermöglichkeiten bei innerstädtischen Projekten. Die Bewohner profitieren von Kindergärten, Schulen und Gymnasium. Über die B 5 und den Bahnanschluss haben Sie eine gute Anbindung. Auch die medizinische Versorgung muss als hervorragend bewertet werden, denn Perleberg hat seit 2003 ein neues Kreiskrankenhaus.

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Wittenberge

Uhrenturm/Wasserturm des Nähmaschinenwerkes Wittenberge
Uhrenturm/Wasserturm des Nähmaschinenwerkes Wittenberge Foto: Oberlausitzerin64 / CC BY-SA

Wittenberge – das “e” macht den Unterschied, denn in Wittenberge werden Sie Luther vergeblich suchen – , die Stadt an der Elbe, hat etwas mehr als 17.000 Einwohner. Statt Luther gibt es in Wittenberge und der Umgebung eine einmalige Landschaft, kleine Museen und spannende Ausflugsziele. 

Auch in Wittenberge erzählen die alten Gebäude von der langen und wechselvollen Geschichte – wie das Steintor im Stil norddeutscher Backsteingotik. Vieles dreht sich aber um die Elbe, denn der Fluss war für die Schifffahrt wichtig und sorgte für Überschwemmungen, wenn wie in den Jahren 1709 und 1761 die Deiche brachen. 

Wichtige Meilensteine für Wittenberge war der Anschluss an die Bahnlinie Berlin-Hamburg im Jahr 1846 wie auch ein Jahr später nach Magdeburg und nach Lüneburg und Salzwedel 1851. In diesem Zusammenhang erfolgte der wirtschaftliche Aufstieg, denn es entstanden Seifenfabriken, die Ölmühle und Fabriken für die chemische Industrie. 

Und es gibt noch ein wichtiges Gebäude: Den Uhrenturm des Nähmaschinenherstellers Singer in Wittenberge. Das amerikanische Unternehmen, mit Hauptsitz in New York, gehörte um 1900 zu den größten Firmen und expandierte weltweit. Ab 1903 entstand in Wittenberge eine Nähmaschinenfabrik, die bis in die 1920er Jahre hinein erweitert wurde. Der Architekt Felix Ascher erdachte sich 1928 den beeindruckenden Turm, der als größter freistehender Uhrenturm Europa gilt. Daneben ließ Singer weitere Erweiterung von dem Hamburger Architekten für den Standort Wittenberge planen. Auch zu DDR-Zeiten wurde die Nähmaschinenproduktion, jedoch unter dem Namen VERITAS, weitergeführt. 

Heute präsentiert sich Wittenberge als “Das Tor zur Elbtalaue”. Das Panorama prägen der Steintorturm, der schmale Turm der evangelischen Kirche und die Kuppel des Rathausturmes. Es gibt einen Elbehafen und einen Sportboothafen. Mit dem ICE brauchen Sie nur 60 Minuten nach Hamburg und 45 Minuten nach Berlin. Und die Tagestouristen kommen jährlich zum Dixielandfest, dem Stadt- und Hafenfest, dem Schützenfest und den Elblandfestspielen. Ein Highlight im Herbst ist der Apfelmarkt. Hier dreht sich alles um den Apfel – von alten Sorten bis neue Rezepte – und ist es ein spannender Tag für die ganze Familie.

Wer länger bleiben will, der kann das Biosphärenreservat “Flusslandschaft Elbe”, Radtouren im Dreiländereck oder die Umgebung über die Wasserstraßen entdecken. Und noch ein Tipp: Die Gegend rund um Wittenberge gilt auch als Angelparadies.

Wer in Wittenberge sich den Traum vom Einfamilienhaus erfüllen möchte, der findet auf den Internetseiten der Stadt Grundstücksangebote. Aktuell wird ein Baugrundstück im Bentwischer Weg in der so genannten “Blumensiedlung” angeboten. Daneben gibt es Informationen zum Wohnpark “Ölmühle”, dem Wohnpark “Karlhorstweg” und dem Packhofviertel Süd.

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Wittstock/Dosse

Das Rathaus in Wittstock/Dosse in Brandenburg befindet sich am Markt.
Das Rathaus in Wittstock/Dosse in Brandenburg befindet sich am Markt. Foto: Clemensfranz / CC BY-SA

In Wittstock/Dosse blüht es in diesem Jahr wie verrückt, denn noch bis zum 6. Oktober geht die Landesgartenschau. Das Areal erstreckt sich entlang der Stadtmauer und führt durch die mittelalterliche Altstadt. In den Gassen duftet es nach Rosen und vom 70 Meter hohen Turm der St. Marien-Kirche haben Sie einen einmaligen Blick über die Prignitzer Landschaft.

Wittstock/Dosse kommt heute auf gut 14.200 Einwohnern und zählt zu den ältesten Städten des Landes Brandenburgs. In Wittstock fließen die Dosse und Glinze zusammen. Besonders sehenswert ist die Altstadt, denn das Gröpertor im Norden und die südlich gelegene Alte Bischofsburg sind beeindruckende Zeugen mittelalterlicher Baukunst. Dazwischen laden die Gassen zum Verweilen ein. Rund um den Kirchplatz gibt es Geschäfte und Restaurants. Einst war Wittstock/Dosse ein wichtiger Standort der Textilindustrie, denn bis 1989 hatten gut 2.800 Menschen Arbeit im VEB Obertrikotagenwerk “Ernst Lück”. Heute zählen Aldi und der Solarpark Alt Daber zu den wichtigsten Unternehmen.   

Im 17. Jahrhundert dauert die Fahrt von Wittstock/Dosse nach Berlin 24 Stunden. Heute brauchen Sie mit dem Auto gut 1,5 Stunden bis zum Berliner Alexanderplatz – mit dem Zug sind es gut zwei Stunden, denn der RE 6 fährt von Wittenberge zum Gesundbrunnen.

Landesgartenschau in Wittstock
Landesgartenschau in Wittstock Foto: Dmicha at the German language Wikipedia / CC BY-SA

Hausbau im Landkreis Prignitz

Generell verzeichnet die Prignitz einen positiven Trend beim Bauland, denn die durchschnittliche Grundstücksgröße liegt bei 1.132 Quadratmeter und der mittlere Kaufpreis bei 19 Euro pro Quadratmeter – in städtischen Lagen betrug 2018 der mittlere Kaufpreis 32 und in der ländlichen Region 15 Euro pro Quadratmeter. Die meisten Grundstücke für Ein- oder Zweifamilienhäusern wurden in Perleberg, Pritzwalk und Wittenberge und den angrenzenden Dörfern veräußert. Insgesamt wurden im Jahr 2018 bei den Bestandsimmobilien 606 Verkäufe erfasst. Den größten Anteil haben Ein- und Zweifamilienhäusern mit 219 Objekten. Es folgen Reihenhäuser und Doppelhaushälften mit 136 Liegenschaften. Dieses Segment wird für das Marktgeschehen immer wichtiger, was auch den interessierten Käufern zugute kommt, denn die Kaufpreise für Einfamilienhäuser lag im Durchschnitt bei 104.000 Euro. Und für Reihenhäuser älteren Datums wurde ein mittlerer Kaufpreis von 80.000 Euro ermittelt. Somit könnte sich der Kauf einer Bestandsimmobilien eher lohnen als ein Neubau. 

Dr. phil. Carsten Schmidt

Quelle: Grundstücksmarktbericht 2018, Landkreis Prignitz, Hrsg. von: Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Landkreis Prignitz, März 2019 (Gutachterausschüsse für Grundstückswerte BB 2018, dl-de/by-2-0 (www.govdata.de/dl-de/by-2-0), www.gutachterausschuss-bb.de).  

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