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Blockhaus im Winter Foto: DMBV
Blockhaus im Winter Foto: DMBV

Das Holzhaus – eine Bauweise voll im Trend

Wer schon einmal durch die nördlichen Länder Europas wie Schweden gereist ist, wird sich neben der malerischen Landschaft insbesondere an die typischen, farbenfrohen Holzhäuser erinnern. Auch in Deutschland wird dieser Baustil immer beliebter: Schließlich entspricht das Bauen mit ausgewählten Hölzern und natürlichen Materialien dem Wunsch nach Wohngesundheit. Zurück zur Natur – so lautet heute für viele das Motto bei der Hausplanung. Holzbau liegt also voll im Trend. Immer mehr Menschen wünschen sich ein Holzhaus: Neben der natürlichen Wohnatmosphäre überzeugt vor allem auch sein nachwachsender Baustoff mit einer hervorragenden Öko-Bilanz. Mehr als 15 Prozent der neu gebauten Einfamilienhäuser entstehen mittlerweile aus Holz – Tendenz steigend.

Das Material von Holzhäusern ist modern und traditionsreich zugleich. Zwar werden Holzhäuser schon seit Jahrhunderten gebaut, doch Verarbeitung, Technik und Aussehen rund ums Holzhaus sind einem steten Wandel unterzogen. Der Vorteil von Holzhäusern liegt in der universellen Einsetzbarkeit seines Baustoffes. Vom kleinen Holzhaus für zwei bis drei Personen bis hin zur extravaganten Trendsetter-Wohnskulptur ist mit einem Holzhaus beinahe jeder Hauswunsch realisierbar.

Bauweisen eines Holzhauses

Das Holzhaus – eine Bauweise voll im Trend. © dmbv.de
© dmbv.de

Streng betrachtet ist ein Holzhaus immer dann ein Holzhaus, wenn sein Tragwerk aus Holz besteht. Wandfüllungen aus Stein, Ziegel oder modernen Dämmmaterialien ändern an dieser Zuordnung nichts. Trotz aller Neuerungen und architektonischen Einflüssen sind beim Holzhaus auch noch heute vor allem zwei Grundprinzipien für die Konstruktion aktuell.

Der überwiegende Teil der Holzhäuser sind sogenannte Holzrahmen- oder Holztafelhäuser. Bei diesen Fertigbauweisen besteht die tragende Konstruktion aus Holz, die mit Platten aus Gipskarton oder Holzwerkstoffen verkleidet wird. Der Wandzwischenraum, der dadurch entsteht, wird mit Dämmmaterial ausgefüllt.

Auf der anderen Seite gibt es noch die Blockbohlenbauweise. Bei ihr werden durch das Zusammenfügen von Stämmen, Brettern oder Balken die Wände und Decken konstruiert. Daneben existiert das so genannte Stabtragwerk im Holzhaus. Bei ihm übernehmen senkrechte Hölzer die Last von solchen, die waagrecht in Decke und Dach der Holzhäuser angebracht sind. Traditionelle Vertreter dieser Bauweise sind Fachwerkhäuser. Die beim modernen Holzhaus oftmals angewandte Holzrahmenkonstruktion funktioniert nach dem gleichen Prinzip.

Holzhaus – guter Wärmeschutz und niedriger Energiebedarf

Das Holzhaus – eine Bauweise voll im Trend. © dmbv.de
Das Holzhaus – eine Bauweise voll im Trend. © dmbv.de

Die Holzbauweise bringt einige Vorteile mit sich. Durch die Sauerstoffspeicherung und den guten Wärmeschutz von Holz sinken Energiebedarf und Heizkosten. Außerdem herrscht im Holzhaus ein gutes Raumklima, da Holz atmungsaktiv ist. Ein geringer Energieverbrauch fürs Heizen ist heute beim Neubau selbstverständlich. Eine entsprechende Wärmedämmung der Fassade sowie eine energiesparende Dreifachverglasung sind daher bei den Holzhäusern selbstverständlich.

Das Holzhaus hat noch einen weiteren Vorteil: Die Wandstärke einer Holzrahmenwand liegt deutlich unter der einer in Massivbauweise, so kommt im Holzhaus schnell ein Nutzflächengewinn von zehn Prozent zusammen. Gleichzeitig bietet ein nach heutigem Standard errichtetes Holzhaus einen gute Schall- und Wärmeschutz.

Andererseits kann Holz als natürliches Material recht witterungsempfindlich sein. Daher ist bei einem Holzhaus ein professioneller Holzschutz sehr wichtig. Es gibt aber auch widerstandsfähige Hölzer, wie Lärche oder Zeder, die wartungsarm sind. Eins aber haben alle Holzhäuser gemeinsam: sie leben. Minimales Schrumpfen und Dehnen im Millimeterbereich lässt sich nicht vollständig verhindern. Dies muss beim Verlegen von starren Rohrleitungen oder dem Einbau von Wänden berücksichtigt werden. Auch sollten sich die Bewohner vom gelegentlichen Knacken nicht irritieren lassen.

Geringerer Schallschutz als Stein

Das Holzhaus – eine Bauweise voll im Trend. © dmbv.de
© Uwe Weiser / dmbv.de

Wer allzu geräuschempfindlich ist, sollte vielleicht von einem Holzhaus Abstand nehmen, auch weil Holz einen geringeren Schallschutz als Stein aufweist. Allerdings kann dieses Manko durch zusätzliche Dämmung behoben werden.

Weitere typische Schwachstellen beim Holzhaus können eine mangelnde Luftdichtheit und mitunter fehlender Schutz gegen starke Regengüsse sein. Auch hierzu sollte entsprechende konstruktive Vorkehrungen getroffen werden.

Das Fachwerkhaus – altbewährte Konstruktion

Eine besonders zeitlose Variante der Holzhäuser stellen Fachwerkhäuser dar. Beim Fachwerkhaus besteht das tragende Gerüst aus Holz. Die Zwischenräume, die sogenannten Gefache, werden meist mit einem Gemisch aus Holz und Lehm oder mit Ziegelwerk gefüllt.

Schon in der Antike war die Fachwerk-Bauweise eine der häufigsten Arten, Häuser zu bauen. Nach einer Hochphase im Mittelalter wird das Fachwerkhaus auch heute wieder nachgefragt. Der Begriff Fachwerk bezeichnet eigentlich eine spezifische Wandbauweise. Da Wände zugleich Teile des Gebäudes sind, ist Fachwerk auch eine spezielle Stilrichtung, nach der Häuser erbaut werden. Ein Haus wird also durch seine Wandkonstruktion zu einem Fachwerkhaus.

Skelettbauweise

Ein Fachwerkhaus wird in Skelettbauweise errichtet: Das großflächige Skelett aus waagerechten Trägern und senkrechten Stützen trägt dabei sämtliche Lasten. Die vertikal verlaufenden Hölzer heißen Pfosten, Stützen oder Ständer. Die leicht schräg stehenden Hölzer Streben. Die Holzbalken zwischen den Ständern, die dem Haus den eigentlichen Fachwerkcharakter verleihen, werden Riegel genannt. Diese bilden die diagonalen Balken zwischen den einzelnen Geschossen. Aufeinander treffende Teile werden beim Fachwerkhaus miteinander verzapft und mit Holznägeln gesichert.

Um die verschiedenen Bauteile an Ort und Stelle schnell zusammenzusetzen, werden die Bauteile mit sogenannten Abbundzeichen markiert. So können Fachwerk-Konstruktionen einfach ab- und andernorts wieder aufgebaut werden. Auch das Ersetzen einzelner Teile wird so erleichtert.

Die am häufigsten verwendeten Holzarten im Fachwerkbau sind Eiche und Tanne. Diese haben sich als besonders witterungsbeständig erwiesen und schützen das Haus vor Fäulnis. Allerdings ist die Imprägnierung des Holzes unverzichtbar.

Moderne Ausprägungen

Ein Fachwerkhaus in der heutigen Zeit besitzt oft Bestandteile, die nicht rein historisch sind, sondern weist auch Vermengungen mit anderen klassischen Bauweisen auf. So gibt es beispielsweise moderne Fachwerkhäuser mit umweltfreundlichen Reetdächern. Daneben können auch moderne Erweiterungen wie Garagen passend zum Haus im Fachwerkstil gebaut werden. Gleiches gilt für Wintergärten und Balkone.

Bundesweit fühlen sich noch rund zwei Dutzend Hersteller dem traditionellen Fachwerkhaus verpflichtet und bieten entweder ein genormtes oder individuell geplantes Fachwerkhaus an. Eine Fabrikfertigung und die Anlieferung ganzer Wandelemente ist beim Fachwerkhaus jedoch nicht möglich. Zwar werden die Balken in einer Werkhalle zugeschnitten, dann aber wie früher von Hand zusammengebaut. Wie die Gefache am Fachwerkhaus ausgekleidet werden, bleibt ganz den Wünschen des Bauherrn überlassen.

Ein Tipp für Liebhaber des historischen Fachwerkhauses: Aus dem Abriss alter Häuser können Eichen-Holzbalken aufgekauft und für den Neubau des Eigenheims verwendet werden.

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Fabian Möbis

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