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Fertighäuser sind individuell - Foto: Denise Kappa/fotolia
Fertighäuser sind individuell - Foto: Denise Kappa/fotolia

Fertighaus – bauen leicht gemacht

Individuell, energieeffizient und schnell Das Fertighaus erfreut sich in Deutschland beim Bauen des eigenen Haus zunehmender Beliebtheit. 2013 war mehr als jedes siebte Einfamilienhaus ein Fertighaus. Für diese Bauweise sprechen die außerordentlich schnelle Bauzeit sowie die günstigen Preise bei Standardmodellen. Auf dem Markt für Fertighäuser finden Sie heute auch individualisierte, auf den einzelnen Bauherren maßgetreu zugeschnittene Angebote. Das war nicht immer so: Nach der Hochphase im Bau des Fertighaus von den 1950er bis 1970er Jahren galt das Fertighaus vielen Bauherren als „Einheitsarchitektur aus Pappe“. Das Haus von der Stange war die Regel. Die Kriterien Geschwindigkeit, Produktion von der Stange sowie geringer Preis waren entscheidend.

Vom Einfamilienhaus bis zum Mehrgeschosser: Das Fertighaus kann individuell sein

Seitdem hat sich viel verändert: Das Bauen hochwertiger Fertighäuser kostet nicht selten soviel wie ein massives Haus. Jedoch fallen deutlich weniger Personalkosten an. Die schnelle Bauzeit ermöglicht es darüber hinaus, finanzielle Doppelbelastungen wie gleichzeitige Baufinanzierung und Mietkosten für die alte Wohnung einzusparen. In der vorbereitenden Planung bieten Fertighäuser viel Freiraum. Reine Häuser von der Stange gehören der Vergangenheit an, Individualität spielt eine große Rolle: Etwa 3.000 Typen des Fertighaus sollen heute auf dem deutschen Markt zu finden sein. Realisieren können Sie unter anderem ein Einfamilienhaus, ein Reihenhaus und Geschoßwohnungen. Anbieter konkurrieren durch hohe Individualität, viel Gestaltungsspielraum und eine gute Ökobilanz. Wesentlich für das Fertighaus bleibt das schnelle, von der Witterung unabhängige Bauen. Denn Häuser in Fertigbauweise lassen sich im Werk größtenteils vorfertigen. Die abgeschlossenen, großflächigen Wand- und Deckenelemente liefert die Firma direkt zu Ihrer Baustelle. Innerhalb kurzer Zeit, unter Umständen innerhalb eines Tages, montiert sie das eigene Haus. Als Grundlage beim Bau dienen entweder eine Bodenplatte oder ein bereits fertiggestellter Keller. Der dominierende Baustoff bei den tragenden Elemente bleibt Holz: Es ist leichter zu transportieren als Massivmaterial und zudem ökologisch und nachwachsend. Doch auch Fertigteile aus Beton, Stahl, Lehm, massiven Systemsteinen oder Mauerwerk sind üblich. Ist die Endmontage abgeschlossen, bleibt beim Fertighaus für Sie wenig Arbeit: Die oberflächenfertigen Wand- und Deckenelemente stattet der Anbieter bereits im Werk mit elektrischen Leitungen, Systemen zur Wasserver- und Entsorgung sowie Fenstern aus.

Beliebt für Fertighäuser: Bauen mit Holzrahmen oder Holzständern

Zum persönlichen Fertighaus führen viele Wege: Einer der beliebtesten Methoden zum Bauen der Fertighäuser als Einfamilienhaus stellt der Holzrahmenbau dar. Die ursprünglich in Skandinavien entwickelte Bauweise besticht vor allem durch eine sehr gute, energetisch hochwertige Wärmedämmung. Dabei handelt es sich um ein flexibel einsetzbares System, das leicht an verschiedene individuelle Nutzungskonzepten beziehungsweise die Planung der Räume anpassen lässt. Die tragende Holzrahmenkonstruktion wird von innen bereits im Werk oft mit Dämmungsschichten ausgestattet. Eine ebenfalls zwischen dem Holzrahmen angebrachte Gipsfaser- oder Gipskartonplatte unterstützen je nach Anfertigung die Wärmedämmung, den Brand-, Feuchtigkeits- oder auch Strahlungsschutz. Zusätzlich lassen sich sogenannte Dampfsperren oder -bremsen aus dicken Plastefolien in die Planung integrieren. Diese schützen vor Kondenswasser und vor der innerhalb der Dämmung entstehenden Feuchtigkeit. Die Außenflächen können Sie bei einem Fertighaus im Holzrahmenbau beispielsweise verschalen, mit Ziegel verklinkern oder mit Außenputz versehen. Durch gute Dämmwerte besticht ebenfalls die sogenannte Holzständerbauweise, deren lange Tradition unter anderem auf das mittelalterliche Haus im Fachwerkstil zurückführbar ist. Senkrechte Ständer bilden hier die tragende Konstruktion – und auch hier können Außenelemente bereits im Werk vorgefertigt werden. Die Holzständerbauweise eignet sich besonders für das mehrgeschossige Bauen. Analog zum Bau mit Holzrahmen sind auch hier mehrere Dämm- und Isolierschichten möglich, beispielsweise mit den beliebten Gipskartonplatten. Fertighaus Anbieter realisieren eine Vielzahl an Bauweisen mit dem ökologischen, nachwachsenden Material Holz – darunter auch in Gestalt des verbreiteten, dem Rahmenbau ähnlichen Holztafelbau oder in Blockbauweise. Letztere wird vor allem von kanadischen und skandinavischen Fertighaus Herstellern angeboten. Auch wenn Holz den vorherrschenden Rohstoffe beim Bau dieser Häuser verkörpert, müssen Bauherren keineswegs auf die Vorteile eines Massivhaus verzichten. Auch Mischformen sind möglich – beispielsweise in Gestalt eines sogenannten „Massivfertighaus“ mit Holz-Ziegel-Massivwand. Die außerordentliche Stabilität, das gute Raumklima und der höhere Schallschutz bei der Bauweise mit massiven Materialien wird dort mit der kurzen Produktionszeit eines Haus in Fertigbauweise kombiniert.

Vor- und Nachteile des Fertighäuser bauen

Trotz des vielfältigen und ausdifferenzierten Angebots auf dem Markt für Fertighäuser hat diese Bauweise auch Nachteile. Dazu gehört unter anderem der geringere Wiederverkaufswert – angesichts der kurzfristigeren Lebensdauer im Vergleich zu einem Haus in massiver Bauweise. Das kann sich auch bei der Aufnahme eines Kredits bei Bausparkassen negativ auswirken. Banken stufen Häuser im Fertigbau oft niedriger im Marktwert ein. Bauherren, die ein Fertighaus realisieren wollen, sollten zudem wesentliche Entscheidungen zu Grundriss und Materialien vor dem Bau treffen. Nachträgliche Änderungen sind mit hohen Zusatzkosten verbunden. Hinzu kommt: Die Luftzirkulation und die damit verbundene Qualität des Raumklimas sind unter Umständen schlechter. Ein weiterer Nachteil: Zwischendecken aus Holz bieten im Fertighaus oft einen schlechteren Trittschallschutz. Schnelle Abhilfe ermöglicht eine zwischen Decke und Boden eingelegte Dämmschicht aus Rollenkork, Rippenpappen, Schaumfolien oder Weichfaserplatten. Dank zahlreicher Kombinationsmöglichkeiten bezüglich der Baustoffe, die der Markt für Fertighäuser inzwischen bietet, müssen Bauherren Nachteile keineswegs in Kauf nehmen. Denn die zahlreichen Vorteile der Häuser in Fertigbauweise bleiben auch dort erhalten. Dazu zählt vor allem die außerordentlich schnelle Endmontage auf der Baustelle, sobald Bodenplatte oder Keller vom Haus fertig errichtet sind. Sie dauert oft nicht länger als zwei bis drei Tage. Bei einem hohen Vorfertigungsgrad kann der Anbieter Häuser an einem Tag vollständig vor Ort fertigstellen. Für die Planung, den Bau der Wand- und Deckenelemente sowie die Montage vor Ort sollten Sie insgesamt circa drei Monate einplanen. Da der Bau aus einem Guss erfolgt, kommt es jedoch in der Vorproduktion seltener als beim Massivhaus zu Beanstandungen oder Verzögerungen. Ebenso entfällt die Kommunikation mit zahlreichen Handwerkern, etwa Dachdeckern, Maurern oder Elektroinstallateuren.

Musterhäuser veranschaulichen den Traum vom eigenen Fertighaus

Der vom Bauherren gewählte Fertighaus Anbieter stellt den zentralen Ansprechpartner dar, der Wege zu Ämtern und Behörden übernimmt. Fertighäuser können darüber hinaus bereits vor dem Bau besichtigt werden. Hersteller bieten Ihnen oft an, Musterhäuser zu besichtigen und dort mögliche Außen- und Innengestaltungen zu prüfen. Bauherren können sich die Qualität des zukünftigen Haus so persönlich veranschaulichen lassen. Wer das eigene Fertighaus bauen will, sollte auch gesetzliche Vorschriften beachten. Anbieter der Häuser in Fertigbauweise haben das bei ihren Prototypen berücksichtigt. Ein doppelter Blick lohnt trotzdem, gerade bei einer individuellen Planung. Denn der Gesetzgeber hat die Standards der seit dem Frühjahr 2014 gültigen, neuen Energieeinsparverordnung (EnEV) erweitert. Fertighäuser bieten optimale Lösungen: Sie lassen sich als Niedrigenergiehaus oder Passivhaus, also ohne erforderliche Gebäudeheizung, realisieren. Auch Häuser mit einem Plus-Energie-Standard sind möglich. Auf diese Weise lässt sich in einem Einfamilienhaus beispielsweise über eine Solaranlage zusätzliche, über den von außen gelieferten Bedarf hinausgehende Energie gewinnen. Anbieter bauen Ihr persönliches Haus auf Wunsch auch nach den energetischen Standards der „Kreditanstalt für Wiederaufbau“. Das ermöglicht, je nach Ausfertigungsgrad, eine staatliche Förderung durch die KfW. Ein weiterer Vorteil: Durch eine gute Energiebilanz des eigenen Haus steigt der Wiederverkaufswert. Wenn Sie Fertighäuser im jeweiligen Musterhaus besichtigen, sollten sie sich deshalb unbedingt einen – seit 2014 verbindlichen – Energieausweis aushändigen lassen. Innerhalb der individuellen Planung gibt es zahlreiche Möglichkeiten, langfristig Energie einzusparen. Nach der Besichtigung der Musterhäuser sollten Sie sich beispielsweise überlegen, ob Sie einen zusätzliche Dämmung beanspruchenden Keller einbauen wollen. Dieser kann den Wiederverkaufswert des eigenen Haus steigern. Auch die Wahl der richtigen Heizmaterials sollten Bauherren sorgfältig vornehmen. Umweltfreundlich und energieeffizient sind in erster Linie Geothermie, Wärmepumpen, Solaranlagen oder erneuerbare Energien. Für den Kamin auf einer Etage können auch Holzpellets oder Holzscheite genutzt werden. Schadstoffbelasteter sind oft Erdöl- oder Gasheizungen. Geringen Brennstoffbedarf und ein angenehmes Raumklima ermöglichen beispielsweise Gasbrennwertthermen oder Gasbrennwertkessel. Bauherren sollten außerdem auf die Dämmung und Isolierung des eigenen Fertighaus großen Wert legen: Die meiste Energie geht am Dach und an den Fassaden verloren. Hier ist eine diffusionsoffene Holzfaserdämmung sinnvoll. Sie bietet eine effektive Wärmedämmung sowie hohen Schutz vor Sommerhitze und Lärm. Diese Sonderwünsche wirken zwar auf den Gesamtpreis aus, können aber langfristig viel Energie einsparen.

Für talentierte Bauherren: Fertighäuser selbst bauen

Wenn Sie Eigenkapital sparen wollen, sollten Sie auf die sogenannte „Muskelhypothek“ in Form eines Ausbauhaus setzen. Fertighaus Anbieter stellen hier je nach geplanter Ausbaustufe Bestandteile, beispielsweise die Aussenfassade, fertig, während Sie den Innenausbau vornehmen. Sanitäre Anlagen, Estricharbeiten, Wärmedämmung, Stromversorgung und Dachdeckerarbeiten lassen sich – sofern Sie handwerklich begabt sind – in Eigenregie bauen. Ein Einfamilienhaus ist als Ausbauhaus bereits ab rund 40.000 Euro zu haben, vom Hersteller ausgebaute Häuser ab 100.000 Euro. Gehobene Varianten, kosten, ähnlich wie anspruchsvolle Massiv- oder Architektenhäuser, schnell über 300.000 Euro. Zu beachten ist: Außenanlagen sind selten enthalten. Eine entscheidende Rolle spielt die Wahl des für Ihre Bedürfnisse geeigneten Haustyps und des richtigen Anbieters. Zwei wesentliche Fragen dabei: Lockt das Unternehmen nicht nur mit guten Preisen, sondern garantiert zugleich hohe Qualität? Und wird jede Leistung aus einer Hand angeboten – oder mit preisintensiveren Subunternehmen zusammengearbeitet? Ein Indiz für die Qualität eines Unternehmens kann beispielsweise der Besitz des „RAL-Gütezeichen Fertighäuser“ von der „Bundesgütegemeinschaft Montagebau und Fertighäuser“ sein. Seriöse Anbieter lassen Ihnen Zeit, Angebote zu vergleichen und die Leistungsbeschreibung genau zu prüfen. Musterhäuser können wesentliche Fragen zu Qualität und Planung bereits beantworten. Sind diese Hürden genommen, steht selbst für ungeduldige Bauherren beim Traum vom Fertighaus nichts mehr im Wege.

Musterhäuser als Fertighaus

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