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Leben auf dem Wasser – FLOATING HOUSES

Leben auf dem Wasser - FLOATING HOUSES
Leben auf dem Wasser - FLOATING HOUSES Foto: dolvita108 / Pixabay

Das Leben auf dem Wasser hat einen ganz besonderen Charme. Für viele Menschen ist es der Inbegriff von Freiheit: keine nervigen Nachbarn, kein Straßenlärm und eine besondere Naturverbundenheit. So ist es nicht verwunderlich, dass sich immer mehr Menschen dazu entscheiden, dauerhaft auf dem Wasser zu wohnen.

Bislang konnte dieser Wohnwunsch in Deutschland in einem Hausboot nur an wenigen Standorten realisiert werden. Mittlerweile kann man seinen Wohntraum aber auch in sogenannten Floating Houses verwirklichen. Wir erklären Ihnen, was Interessenten über die schwimmenden Häuser wissen sollten und welche Herausforderungen zu meistern sind.

Was ist ein Floating House?

Ein Hausboot kennt eigentlich jeder. Vor allem in den Niederlanden sind Hausboote in Grachten ein bekanntes Bild. Eine moderne Weiterentwicklung dieser Wohnform ist ein Floating Home. Jedoch sollte man die schwimmenden Häuser nicht mit einem normalen Hausboot verwechseln, denn es gibt deutliche Unterschiede!

Klassisches Hausboot
Klassisches Hausboot Foto: Dimhou / Pixabay

Im Gegensatz zu einem Hausboot ist das Floating House dafür konzipiert, an einem festen Liegeplatz zu bleiben. Zudem bieten die schwimmenden Häuser in der Regel deutlich mehr Platz als ein klassisches Hausboot. Die meisten Varianten sind baulich an einem Stahlpfeiler gesichert, an dem sie je nach Wasserstand hochsteigen oder heruntersinken können. Sollen die „schwimmenden Häuser“ doch einmal ihren Standort wechseln, können diese maximal mit einem Schlepper bewegt werden. Hausboote dagegen können mit einem Motor aus eigener Kraft an einen anderen Ort bewegt werden.

Wie ist ein Floating House aufgebaut?

Ein Floating House ist auf dem ersten Blick kaum von ihren “Verwandten” auf dem Land zu unterscheiden. Es wirkt wie ein ganz normales Wohnhaus, nur mit dem Unterschied, dass es auf der Wasseroberfläche seinen Platz findet.

Der wichtigste Unterschied ist praktisch unsichtbar: der Untergrund, auf dem das Haus errichtet ist. Standardmäßig werden diese auf Pontons aus Stahlbeton, manchmal auch Glasfaser-Beton errichtet. Das hat den Vorteil, dass der Unterbau strapazierfähiger und wartungsärmer als bei normalen Schiffe ist.

Auf dem Ponton wird dann das eigentliche Haus errichtet. Wie beim Hausbau am Land gibt es auch hier verschiedenste Formen, Varianten und Größen. Die Häuser verfügen oft über mehrere Stockwerke, sodass die Realisierung von großzügigen Wohnflächen kein Problem ist.

Noch ist die Anzahl der Haushersteller in diesem Segment begrenzt und die Vielfalt noch etwas eingeschränkt. Die Anbieter der Häuser haben meistens standardisierte Modelle in ihrem Portfolio, die an den persönlichen Wünschen angepasst werden können. Vereinzelt lassen sich auch individuelle Entwürfe umsetzen.

Aktuell sind die meisten Angebote am Markt in einem eher modernen Baustil realisiert. Auf zwei bis drei Vollgeschossen wird die Grundfläche optimal ausgenutzt. Charakteristisch sind große Fensterfronten, die viel Licht ins Haus lassen und einen freien Blick über das Wasser ermöglichen.

Technisch sind die Häuser auf dem Wasser ihren Pendants am Land fast gleich. Nur die Versorgungsleitungen sind flexibel gehalten, damit diese nicht durch die Bewegungen des Hauses beschädigt werden.

Was gilt es zu beachten?

Mittlerweile ist diese neue Wohnform zu einem echten Trend geworden. Immer mehr Menschen schätzen das besonders naturverbundene Wohnen in einem urbanen Umfeld. Doch im Gegensatz zum klassischen Einfamilienhaus an Land gibt es einige Besonderheiten zu beachten. Größter Knackpunkt für Floating Homes in Deutschland sind aktuell die noch wenig vorhandenen Liegeplätze, denn man benötigt für eine Baugenehmigung eine dafür ausgewiesene Fläche im Bebauungsplan.

Aufwendige Genehmigungsverfahren

Bis vor einigen Jahren gab es in Deutschland auf Behördenseite keine Erfahrungswerte für die Erteilung der Baugenehmigung für ein Floating House und es war unklar, auf welcher rechtlichen Basis diese erteilt werden konnte. Das hat sich zwar glücklicherweise geändert, doch der Genehmigungsprozess ist nach wie vor sehr aufwendig und für Privatpersonen kaum zu stemmen. Zahlreiche baurechtliche Vorschriften und Umweltschutzauflagen müssen berücksichtigt werden.

Das Leben auf dem Wasser und die Konsequenzen

Ist das Genehmigungsverfahren bewältigt oder hat man ein passendes Angebot gefunden, sollten noch ein paar weitere Dinge beachtet werden. Zunächst sollte sich jeder bewusst sein, dass das Leben auf dem Wasser etwas „bewegter“ ist. Auch wenn die Bewegungen des Hauses minimal sind, sollte man auf keinen Fall seekrank werden.

Weiterhin sollte sich jeder Interessent der Kosten bewusst sein. Es entfallen zwar die Kosten für das Baugrundstück, doch dafür fallen meistens jährliche Liegegebühren an. Zudem sind die Anschaffungskosten meistens höher als bei einem konventionellen Haus. Weiterhin müssen die Kosten für Wartung und für die Versicherung berücksichtigt werden. So müssen die Pontons in regelmäßigen Abständen gewartet werden. Auch die Versicherungsrisiken unterscheiden sich von einem Haus an Land.

Floating Houses als Alternative für angespannte Immobilienmärkte?

Floating Houses in Kanada
Floating Houses in Kanada – in anderen Ländern ist diese Wohnform schön länger etabliert Foto: andredilweg / Pixabay

Gerade in Metropolregionen wird es immer schwieriger passenden Wohnraum zu finden. Der Neubau scheitert oft am fehlenden Bauland. Natürlich liegt der Gedanke nah, die Wasserflächen als Baulandersatz zu sehen. In Hamburg hat man diese Chance erkannt und die Stadt hat in Bezug auf Floating Houses eine Vorreiterrolle übernommen. Aber auch in Berlin wurde das Potenzial erkannt und es gibt erste Angebote zum dauerhaften Leben auf dem Wasser. Ob diese neue Wohnform den Wohnungsmarkt nachhaltig entlasten kann, bleibt abzuwarten, denn dafür sind die verfügbaren Wasserflächen bislang zu wenig.

Die Zukunft des Wohnens?

Auch wenn das Leben Wasser sehr reizvoll ist, werden Floating Houses mittelfristig eine sehr exklusive Form des Wohnens bleiben. Noch sind die Genehmigungsverfahren in Deutschland sehr aufwendig, was sich nicht zuletzt auch auf die Preise auswirkt. Auf der anderen Seite wünschen sich immer mehr Menschen eine Naturverbundenheit in einem urbanen Umfeld. Dazu ist diese Wohnform nahezu ideal.

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