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Immobilienpreise 2018: Naht ein Ende der Blase?

In den letzten Jahren kannten die Preise für Immobilien in Deutschland nur eine Richtung: steil nach oben. Doch seit Anfang des neuen Jahres mehren sich die Zeichen für eine Marktberuhigung. Selbst sinkende Immobilienpreise sind wieder möglich.

Immobilienpreise 2018: Naht ein Ende der Blase? Immobilienpreise 2018: Naht ein Ende der Blase?

Rat der Immobilienweisen sind Ende des Preisanstiegs

Hoffnung macht vor allem das Frühjahresgutachten des sogenannten Rates der Immobilienweisen: Die vier Experten sammeln alle Daten zum aktuellen Immobilienmarkt und wagen anhand der Analysen eine Zukunftsprognose. Ihrer Ansicht nach macht sich allmählich die gestiegene Bautätigkeit in Deutschland der letzten Jahre bemerkbar, die den angespannten Wohnungs- und Immobilienmarkt entlastet. Vor allem für Berlin, Stuttgart und sogar München erwarten die Experten sinkende Preise im Verlauf des Jahres. Unsicherer ist die Lage derzeit in Hamburg, Köln, Düsseldorf und Frankfurt. Gerade am Main lässt sich derzeit noch nicht absehen, wie sich der Brexit und die Flucht der globalen Großbanken von der Insel in die kontinentalen Finanzzentren auf die Immobilienpreise auswirken werden.

Aus dem Zentrum in das Umland

Dem Gutachten zufolge entstanden alleine 2017 deutschlandweit über 300.000 Wohnungen und nahmen so viel Druck vom Kessel. Ein weiterer Faktor ist das Ende des Runs auf die Großstädte. Zwar wachsen einige Großstädte auch aktuell noch weiter, doch in anderen wurde eine Stagnation beobachtet. Das teure München schrumpfte sogar um 0,4 Prozent, weil immer mehr Menschen in die umliegenden Gemeinden abgedrängt wurde. Damit entzerrt sich jedoch auch der angespannte Wohnungsmarkt in den Zentren. So stieg die Einwohnerzahl rund um München rasant: In Unterföhring um 19,9 %, in Feldkirchen um 17,5 % und in Aschheim um 14,1 %. Ähnlich sieht es im Berliner Umland aus, wo Teltow um 14,9 % wuchs und Potsdam immer noch um 6 %.

Das der sogenannte Speckgürtel wieder an Attraktivität gewinnt, hat jedoch noch weitere Gründe: Ging der Trend über viele Jahre zur Stadtwohnung mitten im urbanen Trubel der Metropolen, interessieren sich nun wieder viele Menschen für das klassische Häuschen im Grünen. Anbieter von hochwertigen Luxusimmobilien verzeichnen steigende Nachfrage nach freistehenden Einfamilienhäusern mit großem Garten, die eine Oase der Ruhe im immer stressigeren Alltag werden. Entscheidend für die Attraktivität des Umlandes sind dabei mehrere Faktoren wie die Verkehrsanbindung an die Innenstadt, das Vorhandensein von Einkaufsmöglichkeiten und eine familienfreundliche Infrastruktur mit Kindergärten und Schulen.

Abkühlung auf hohem Niveau

So beruhigend das Ende des Immobilienbooms klingen mag: Es handelt sich noch immer um eine Abkühlung auf sehr hohem Niveau. In München kann eine 58 Quadratmeter große Zweizimmerwohnung durchaus Kaufpreise von knapp 500.000 Euro erzielen. Ein wirklich signifikantes Sinken der Immobilienpreise ist auch weiterhin nicht zu erwarten: Dafür ziehen nach wie vor zu viele junge Leute und zunehmend auch Rentner aus den aussterbenden ländlichen Gebieten in die Großstädte und ihre direkte Umgebung. Wer günstige Schnäppchen machen möchte, sollte sich also auf dem Land umsehen: Vor allem in Ostdeutschland, aber auch in westdeutschen Regionen wie der südlichen Eifel und der Lüneburger Heide sinkt die Bevölkerung – und damit steigt das Angebot an günstigen Immobilien.

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