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Terrasse aus Holz selbst bauen: Tipps für Heimwerker

In kleinen Gärten sorgt Holz für eine wohnliche Atmosphäre.
In kleinen Gärten sorgt Holz für eine wohnliche Atmosphäre. krakowgardendesign / Pixabay

Das Haus ist gebaut, die Möbel sind geliefert und die ersten Nächte im neuen Zuhause liegen bereits hinter den frisch gebackenen Eigenheimbesitzern. Bei vielen Immobilienfinanzierungen werden aber die Kosten für die Außengestaltung vernachlässigt und die Anlage des Gartens auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Allerdings wertet ein geschützter Sitzplatz direkt am Haus den Wohnwert erheblich auf. Es gibt Low-Budget-Lösungen und kostenintensivere Varianten, die im Do-it-Yourself-Verfahren durchaus zu einem respektablen Ergebnis führen.

Das Material beeinflusst die Nutzungsdauer

Holz für den Terrassenbau gibt es in verschiedenen Qualitäten. Der gemütliche Sitzbereich am Haus  kann aus witterungsbeständigem Holz gefertigt werden, welches bei der richtigen Behandlung über Jahrzehnte hält. Es ist selbstverständlich auch möglich, Holz von mittlerer Qualität zu verbauen. Soll die Holzterrasse eine Zwischenlösung sein mit dem Hintergedanken, in fünf oder sechst Jahren eine dauerhafte Lösung zu installieren, sind Hölzer mit entsprechend geringerer Lebensdauer eine geeignete Wahl. Das schont den Geldbeutel. Sobald klar ist, auf welchen Zeitraum die Nutzung ausgelegt ist, steht die Materialwahl an.

Holzart

Vorteile

Nachteile

Kosten
+ günstig
++ mittelpreisig

+++ kostenintensiv

Tropenhölzer wie Bangkirai, Teak

– schwer

– witterungsbeständig

– sehr lange haltbar

– ökologisch bedenklich

– nicht heimisch

– Herkunft nicht immer nachprüfbar aufgrund gefälschter FSC-Siegel

 

 

+++

Robinienholz

– sehr lange haltbar

– heimisch

– vergleichsweise teuer

+++

Wood Plastic Composites (WPC)

– extrem haltbar

– leicht

– Verbund aus Plastik und Holz

– hohe CO2-Belastung bei der Herstellung

 

+++

Douglasie, Lärche

– ausreichend schwer

– witterungsbeständig

– lange haltbar

– heimisch

 

 

++

Thermoholz (wärmebehandelte Buch oder Kiefer)

– haltbar wie Teakholz

– heimische Herkunft

– Wärmebehandlung verursacht CO2-Belastung

 

++

Kiefer, Buche

– preisgünstig

– heimisch

– vergleichsweise kurze Haltbarkeit

– manuelle Imprägnierung zeitaufwendig

 

 

+

Eine sehr ausführliche Darstellung über Qualitäten, Stärken und Schwächen von Terrassendielen liefert die Präsentation von PD Dr. habil. Gerald Koch, die auf der internationalen Fachmesse für Urbanes Grün und Freiräume in Nürnberg vorgestellt wurde.

Ware auf Holzsiegel prüfen

Das FSC Holzsiegel bedeutet „forest stewardship council“. Es handelt sich dabei um eine Waldwirtschafts-Zertifizierung mit internationaler Reichweite. Es soll garantieren, dass das Holz aus verantwortungsvoll bewirtschafteten Wäldern stammt.

Die Abkürzung PEFC bedeutet “programme for the endorsement of forest certification schemes”, ein Holzsiegel, welches für nachhaltige Waldbewirtschaftung steht. Das Siegel gelangt nur dann auf ein Produkt im Handel, wenn die Beteiligten der gesamten Lieferkette nachweislich die Zertifizierungs-Vorgaben erfüllen.

Es gibt noch viele weitere Siegel auf dem Markt und Verbraucher erhalten nur dann ausreichend Informationen über das damit bezeichnete Holz, wenn sie selbst detailliert recherchieren. Ein Siegel auf Tropenhölzern ist mitunter gefälscht und hat im Prinzip keine Aussagekraft. Der Kauf von heimischen Hölzern ist aus ökologischer Sicht prinzipiell die beste Wahl.

Konstruktion einer Holzterrasse

Der Markt hält viele unterschiedliche Systeme zum Bau einer Holzterrasse bereit und daneben existieren viele gute Do-it-Yourself-Ideen. Es gibt Hersteller, die technisch ausgereifte, höhenverstellbaren Module nutzen und findige Handwerker, die mit geringem Budget eine haltbare Terrasse aus Holzpaletten zaubern. Dazwischen finden sich in Baumärkten und im Holzfachhandel, online und offline viele unterschiedliche Methoden, eine Holzterrasse zu realisieren. Es gilt, sich vorab zu informieren und sich die Konstruktion auszusuchen, die zu den eigenen handwerklichen Fähigkeiten und zum finanziellen Rahmen passt.

Auf Kabel 1 liefern die kurze Reportage „Do-it-yourself Holzterrasse“ und der Beitrag „Wohlfühlatmosphäre auf der Terrasse“ weitere Anregungen, Tipps und Tricks für Heimwerker.

Werkzeuge für den Bau einer Holzterrasse

Natürlich richtet sich die Liste der nötigen Werkzeuge nach dem gewählten System. Kommen werkseitig vorgefertigte Unterkonstruktionen zum Einsatz, sind spezielle Werkzeuge des betreffenden Herstellers erforderlich. Doch es gibt einige grundlegende Tools, die bei jedem Holzterrassenbau zur Anwendung kommen. Die folgende Grundausstattung sollte beim Bau des Freisitzes bereitliegen:

Spaten

Je nach Untergrund ist ein Profi-Spaten mit verstärktem Schaft und geschärftem Spatenblatt die geeignete Wahl. Produkte mit breitem Blatt erfordern mehr Kraftaufwand, als Spaten mit schmalem, geschärftem und gerundetem Blatt.

Zollstock, Winkelmesser

Ein Zollstock ist für das Aufmaß und die Feinarbeiten unverzichtbar. Ein Maßband aus Metall kann eine hilfreiche Ergänzung sein. Der Winkelmesser hilft dabei, die Ausrichtung der Konstruktion zu perfektionieren.

Gummihammer

Der Gummihammer sollte nicht zu leicht sein, damit die Benutzung weniger anstrengend ist. Wichtig ist eine flexible, glatte Schlagfläche, so dass das Holz keinen sichtbaren Schaden nehmen kann.

Wasserwaage

Die Wasserwage sollte mindestens 1 m lang sein. Werden die Unterzüge der Terrasse in einem breiteren Abstand zueinander montiert, sollte die Wasserwaage entsprechend länger sein. Das spart viel Zeit bei der Kontrolle, ob die Konstruktion in Waage liegt. Alternativ lässt sich eine lange, gerade Latte als Unterlage zur Überbrückung längerer Distanzen nutzen.

Bohrmaschine/Bohrhammer

Ein hochwertiges, kraftvolles und vielseitig nutzbares Gerät zum Bohren in unterschiedliche Materialien ist unverzichtbar. Wird die Terrasse direkt ans Haus angeschlossen und müssen harte Wände zur Befestigung von Konstruktionsholz durchbohrt werden, muss die Bohrmaschine eine hohe Schlagkraft aufweisen. Für die Einsatzbereiche Holz, Stahl und Beton bzw. Mauerwerk ist eine Elektro-Schlagbohrmaschine gut geeignet.

Kleinwerkzeuge

Kleinwerkzeuge, die sich üblicherweise in jedem haushaltüblich bestückten Werkzeugkasten befinden, sind beim Terrassenbau ebenfalls hilfreich. Hammer, Kombizange, Kneifzange, Schraubzwingen sowie Schraubendreher mit Kreuz- und Schlitzkopf sollten auf der Baustelle nicht fehlen.

Fugen zwischen den Dielen stellen die Belüftung sicher und erhöhen damit die Lebensdauer der Terrasse.
Fugen zwischen den Dielen stellen die Belüftung sicher und erhöhen damit die Lebensdauer der Terrasse.

Tipps für den Bau einer Holzterrasse

Bei der Arbeit mit Holz im Freien steht der Faktor Feuchtigkeit ganz weit oben auf der Liste der Einflüsse, die die Lebensdauer der Terrasse bestimmen. Aus diesem Grund sollten Heimwerker die folgenden Punkte beachten und für entsprechende Abhilfe sorgen:

  • Holz braucht Luft, um zu trocknen. Eine allseitige Belüftung der Belagbretter sollte gewährleiste sein. Allseitig bedeutet: Von oben und unten, von links und rechts.
  • Fugenmaße zwischen den Dielenbrettern sollten bei voll gequollenem Zustand noch 4 mm betragen. Im trockenen Zustand sind mindestens 7 mm erforderlich.
  • Der seitliche Abschluss sollte unterhalb und oberhalb Fugen aufweisen, damit Luft hindurchströmen kann.
  • Der Untergrund muss die Feuchtigkeit abführen. Wird die Holzkonstruktion auf eine bestehende Terrasse montiert, muss die Terrasse ausreichend Gefälle aufweisen (mind. 2 %). Fehlt das Gefälle, sind Terrassenplatten zu entfernen, um für den Wasserabzug zu sorgen.

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