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„Zwischen Komfort und Überwachung“

Zwischen Komfort und Überwachung - Smart Home
Zwischen Komfort und Überwachung - Smart Home Foto: Pixaline / Pixabay

Smart Home soll Verbrauchern den Alltag erleichtern: Der Kühlschrank meldet, wenn die Milch abgelaufen ist, die Haustür öffnet sich per Scan des Fingerabdrucks und der Staubsauger säubert die Wohnung automatisch. All diese Anwendungen sind keine Zukunftsmusik mehr. Laut Prognosen des Ratgeberportals „Das intelligente Zuhause“ soll das technikunterstützte Wohnen bis 2025 zum Standard geworden sein und die Zahl der so genannten Smart Home-Haushalte in Deutschland die Millionengrenze deutlich überschritten haben. Die Bausparkasse Schwäbisch Hall schaut mit einem kritischen Blick auf die Vorteile der Smart Home-Technologien.

Vorteil 1: Komfort

Intelligente Hausautomation erhöht den Wohnkomfort und nimmt uns Arbeit ab: Die Heizung wird schon einen Tag vor der Rückkehr aus dem Urlaub wieder eingeschaltet. Rasensprenger und Rasenmäher wissen von ganz allein, wann gegossen oder gemäht werden muss. Doch der Komfort geht schnell verloren, wenn die klugen Anwendungen untereinander nicht kompatibel sind. Deshalb sollte man auf offene Systeme setzen. Bei diesen können, im Vergleich zu geschlossenen System, Produkte verschiedener Anbieter kombiniert werden. Ein gemeinsamer Funkstandard sorgt dafür, dass die Geräte miteinander kommunizieren können.

Vorteil 2: Energieeinsparung

Viele Hausgeräte können mittlerweile individuell eingestellt und zeitgesteuert werden. Eine intelligente Heizungssteuerung kann z. B. jeden Raum in Wunschtemperatur beheizen. Das hilft, Energie zu sparen und schont die Umwelt. „Die Heizung bietet das größte Energieeinsparpotenzial. Denn mit 65 Prozent haben die Heizkosten den größten Anteil am Energieverbrauch in deutschen Haushalten,“ erklärt Carolin Schneider von der Bausparkasse Schwäbisch Hall. Auch die Vernetzung elektronischer Geräte kann Energie sparen. Die Angaben von Herstellern zur maximalen Energieersparnis sind allerdings kritisch zu sehen und können teils überzogen sein, warnt die Verbraucherzentrale NRW. Sinnvoll ist es, bei der Anschaffung der Smart Home-Produkte auf deren geringen Energieverbrauch zu achten.

Vorteil 3: Sicherheit

Ein weiterer Vorzug ist die Sicherheit, die Smart Home-Elemente liefern: Einbruchsversuche, Feuer oder Unfälle fallen den Systemen sofort auf oder können sogar vermieden werden. Angesichts des Hypes um die Branche und die Steuerung über das Internet ist die Gefahr von Hacker-Angriffen und Datenmissbrauch jedoch groß. Je mehr Geräte vernetzt und per WLAN oder App gesteuert werden, desto größer ist die Angriffsfläche. Der Datenschutz ist daher bislang der bedeutendste Nachteil an den intelligenten Anwendungen. Beim Anbieter sollte deshalb nachgefragt werden, inwiefern er Informationen speichert und auswertet. Am sichersten ist es also, wenn sensible Daten in der eigenen Wohnung bleiben und alle Systeme über ein zentrales Bedienelement und nicht per App und Smartphone gesteuert werden.

Vorteil 4: Selbstständiges Wohnen im Alter

Jeder fünfte Deutsche ist heute älter als 65, in 30 Jahren wird es jeder Vierte sein. Besonders diese älteren Menschen profitieren von smarten Technologien. Sie können länger selbstständig in den eigenen vier Wänden leben, weil die Geräte sie situationsabhängig und unaufdringlich unterstützen: Das Aufstehen wird ihnen z. B. durch das automatische Öffnen der Rollläden erleichtert. Moderne Sensoren erfassen ihre Bewegungen und melden Auffälligkeiten an die Angehörigen, z.B. längere Regungslosigkeit in Bad oder Küche. Das Beste: Die KfW-Bank fördert Baumaßnahmen, die Barrieren reduzieren und eine hohe Wohnqualität gewährleisten.

Schneiders Fazit: „Smart Home ist für viele Verbraucher noch eine abstrakte Vorstellung, andere erfreuen sich an den technischen Spielereien. Doch fast täglich fluten Produktinnovationen den Markt. Den Durchblick zu behalten ist dabei kaum möglich. Vor der Anschaffung von smarter Technik lohnt es sich deswegen, zwischen Nutzen und Risiken sowie Komfort und Überwachung abzuwägen. Die gute Nachricht: Jeder Nutzer entscheidet selbst, wie smart es dann sein darf.“

bsh

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