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Die Welt der Wärmedämmung: Funktionsweise, Geschichte und Alternativen

Die Welt der Wärmedämmung: Funktionsweise, Geschichte und Alternativen Bildrechte: Flickr Glaswolle Fufu Wolf CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

Keinem Bauherrn bleibt es erspart, sich über die Wärmedämmung seines Gebäudes Gedanken zu machen. Dank moderner Technologien wie der Luftdichtheitsmessung (Blower Door Test) und den Infrarot-Bildern mittels Thermografieaufnahmen lassen sich Wärmeverluste eines Gebäudes heute relativ exakt lokalisieren. Diese Tests sind besonders bei der Sanierung von Altbauten wichtig, denn sie dienen dazu, Schwachstellen in der Energiebilanz des Hauses aufzudecken. Ist die Energiebilanz nicht ausreichend, kann es sinnvoll sein, eine Förderung für die Sanierung zu beantragen – mehr Informationen dazu gibt es hier.

Was passiert auf physikalischer Ebene?

Der Dämmung liegt ein einfaches Prinzip zugrunde, dass auch warmblütige Tiere effektiv vor Kälte schützt: Luft ist ein sehr schlechter Wärmeleiter, da sie als Gasgemisch eine geringere Dichte als feste Materialien hat. Da Wärmeleitung durch Molekülbewegungen stattfindet, hat sie demzufolge eine geringere Wärmeleitung als Feststoffe. Stehende Luftschichten sorgen also dafür, dass möglichst wenig Wärme verloren geht. Moderne Dämmmaterialien machen sich dasselbe Prinzip zunutze, denn sie besitzen Poren, in denen die Luft eingeschlossen wird. Dämmstoffe sind also Materialien, deren spezifische Wärmeleitfähigkeit besonders niedrig ist. Ihre Effizienz wird mithilfe des Wärmedurchgangskoeffizienten angegeben (U-Wert), er bezeichnet die Wärmedurchlässigkeit eines Bauelements.

Interessant ist, dass Menschen die Dämmung bereits in der Bronzezeit entdeckt haben. Archäologische Ausgrabungen bestätigten, dass schon vor 3.500 Jahren zweischalige Mauern aus Flechtwerk und Lehm gebaut wurden, deren Innenraum mit Gras gefüllt wurde. Diese Bauwerke besaßen eine Wärmeschutzleistung, deren Qualität verblüffenderweise erst im 20. Jahrhundert wieder erreicht wurde.

Öko- und DIY-Alternativen

Im Handel gibt es unzählige Materialien, deren Vor- und Nachteile für den Verbraucher ohne kompetente Beratung schwer vergleichbar sind. Doch die herkömmlichen Dämmmaterialien wie Polyurethan-Hartschaumplatten oder mineralische Dämmstoffe wie Glaswolle sind nicht mehr alternativlos. Bei ökologischen Dämmmaterialien aus Cellulose, Holz, Schafwolle oder Hanf handelt es sich um nachwachsende Rohstoffe, deren Herstellung weniger energieaufwendig ist und die aufgrund einer höheren Dampfdiffusionsfähigkeit mehr Feuchtigkeit als gängige Dämmstoffe aufnehmen. Letztere Eigenschaft macht sie weniger anfällig für Schimmel.

Neben diesen natürlichen Dämmstoffen gibt es einige DIY-Alternativen, die bisher größtenteils von Öko-Bauherren genutzt werden, um in ländlichen Gebieten möglichst autarke Häuser zu bauen. Dabei werden recycelte Materialien verwendet, die die gleichen Funktionen übernehmen wie traditionelle Dämmstoffe. Ein Beispiel sind gesäuberte und aufgeblasene Tetrapak-Kartons, die in Innenräumen als Dämmmaterial genutzt werden; sie schaffen eine zusätzliche isolierende Luftschicht. Werden sie aufgeschnitten angebracht – sei es an Außenwänden oder als Dachverkleidung – verringern sie die Gefahr von Feuchtigkeitsbildung. Es gibt bereits Organisationen, die sich mit der professionellen Herstellung von Baumaterialien aus Recycling-Materialien befassen, so zum Beispiel Phoenix Brik aus Chile und Conceptos Plásticos aus Kolumbien. Als alternatives Baumaterial eignen sich auch Plastikflaschen, die mit Sand oder Erde gefüllt werden. Diese DIY-Lösungen sind nicht nicht nur auf alternativen Campingplätzen oder in Öko-Dörfern in Europa beliebt. Immer öfter sieht man sie beispielsweise in den ärmeren Gebieten Südamerikas, wo professionelle Baumaterialien oft nicht verfügbar oder bezahlbar sind.

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