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Hausbau-Tipps

Bauherrentagebuch – Teil 3: Erdgeschoss und Wärmepumpe

Mit der ersten Steinlage für das Erdgeschoss beginnt das Haus in die Höhe zu wachsen. Quelle: BSB e.V.
Mit der ersten Steinlage für das Erdgeschoss beginnt das Haus in die Höhe zu wachsen. Quelle: BSB e.V.
Mit der Errichtung des Erdgeschosses beginnen auch die Bohrungen für die Sonden der Wärmepumpe. Die Lebensdauer einer zertifizierten Erdwärmesonde beträgt bei fachgerechter Ausführung bis zu 100 Jahre. Quelle: BSB e.V.
Mit der Errichtung des Erdgeschosses beginnen auch die Bohrungen für die Sonden der Wärmepumpe. Die Lebensdauer einer zertifizierten Erdwärmesonde beträgt bei fachgerechter Ausführung bis zu 100 Jahre. Quelle: BSB e.V.

Nachdem die Bodenplatte gegossen und die weitere Vorbereitung abgeschlossen war, begannen die Bauarbeiten. Familie Wusowski konnte sehen, wie ihr Haus von Tag zu Tag mehr Gestalt annahm und in die Höhe wuchs. Den umgekehrten Weg nahmen die Sonden für die Wärmepumpe, die tief in die Erde eingebracht werden mussten. Die Bauherren ließen sich von der Hightech nicht nur beeindrucken, sondern stellten auch viele Fragen zu Ausführung und Funktion.

Doch je schneller der Bau wuchs, desto mehr gerieten die Bauherren unter Zeitdruck, weil noch nicht alles Details der Innenausstattung geklärt waren. Die Bemusterung anhand der Bau- und Leistungsbeschreibung war zwar erfolgt, aber im Nachhinein gab es weiteren Klärungsbedarf.

Nachtrag zur Bemusterung im Oktober 2012

Man unterscheidet zwei Bohrverfahren – Trocken- oder Spülbohrung. Welches Verfahren angewendet wird ist abhängig von den zu erwartenden Untergrundverhältnissen. Quelle: BSB e.V.
Man unterscheidet zwei Bohrverfahren – Trocken- oder Spülbohrung. Welches Verfahren angewendet wird ist abhängig von den zu erwartenden Untergrundverhältnissen. Quelle: BSB e.V.

Eine Bemusterung verlangt genaue Vorstellungen und einen klaren Kopf, denn oft enthält die zum Bauvertrag gehörende Bau- und Leistungsbeschreibung zur Enttäuschung der Bauherren nur die Standardausstattung. Höherer Komfort und Mehrleistungen müssen erkauft werden. Diese Erfahrung machte auch die Bauherrenfamilie Wusowski, obwohl sie sich rechtzeitig gekümmert hatte. „Wir konnten nicht einschätzen, ob in der umfangreichen Bau- und Leistungsbeschreibung wichtige Details fehlten. Deshalb haben wir sie unserer Bauherrenberaterin Carola Giertz zur Prüfung übergeben. Was nicht verhinderte, dass es offene Posten gab, die noch nach Vertragsunterzeichnung verhandelt werden mussten.“

Beispielsweise stellten sich die Bauherren die Fragen: Welche Sicherheit bieten Türen und Fenster? Im Standard waren keine einbruchshemmenden Ausführungen enthalten, die Polizei empfiehlt jedoch den Standard WK2. Kopfzerbrechen bereitete auch die Vielfalt des Angebots an Fliesen, die eine Entscheidung schwer machte, und Details der Elektroinstallation. In allen Fällen drohten bei der Entscheidung zu Gunsten höherer Qualitäten Mehrkosten. Denn beispielweise sind im Vertrag sowohl für Wand-, als auch für Fußbodenfliesen Größe und Preis vorgegeben. Andere Formate sind nur mit einem Aufpreis zu haben, der nicht definiert ist – also muss nachverhandelt werden.

Elektroplanung im November 2012 präzisiert

Zufriedene Gesichter von Bauherren und Bauherrenberaterin, weil keine Abweichungen von den anerkannten Regeln der Technik festzustellen waren. Quelle: BSB e.V.
Zufriedene Gesichter von Bauherren und Bauherrenberaterin, weil keine Abweichungen
von den anerkannten Regeln der Technik festzustellen waren. Quelle: BSB e.V.

Unschlüssig waren sich die Bauherren, wie sie es mit den Deckenspots in Küche, Wohnzimmer und Treppenaufgang halten. Der Objektplaner hat sich auf der Baustelle die geplante Verteilung angesehen und war zu dem Schluss gekommen, dass bei einer solchen Lösung die Armierung der Erdgeschossdecke in Mitleidenschaft gezogen würde, was die Statik gefährde. „Schweren Herzens haben wir von dieser Variante Abstand genommen. Es gibt aber auch noch die Möglichkeit, die Decke oder Teile der Decke in Trockenbauweise abzuhängen. Darüber werden wir mit dem Elektroinstallateur sprechen.“ Bei dem Termin kurz vor Jahresschluss sollten auch betreffs Anzahl der Steckdosen, SAT-TV Verkabelung, Netzwerk und Ausstattung des Hobbyraumes (Werkstatt) Nägel mit Köpfen gemacht werden.

Bohrungen für Wärmepumpe Ende November abgeschlossen

Die Tiefe der Bohrungen hängt entscheidend von den vorliegenden Gesteinseigenschaften und dem Grundwasserfluss ab. Da das Umfeld der Sonden abkühlt, sind Mindestabstände zwischen den Sonden zu beachten. So wird eine gegenseitige Beeinflussung vermieden und die optimale Funktionsfähigkeit garantiert. Quelle: BSB e.V.
Die Tiefe der Bohrungen hängt entscheidend von den vorliegenden Gesteinseigenschaften und dem Grundwasserfluss ab. Da das Umfeld der Sonden abkühlt, sind Mindestabstände zwischen den Sonden zu beachten. So wird eine gegenseitige Beeinflussung vermieden und die optimale Funktionsfähigkeit garantiert. Quelle: BSB e.V.

Das der Familie Wusowski angebotene Paket der technischen Ausstattung für ihr KfW-55-Haus enthielt auch die Erdwärmepumpe. Über diese und weitere Aspekte der technischen Ausstattung wurde schon vor der Vertragsunterzeichnung entschieden.

„Wir haben uns aus mehreren Gründen für eine Erdwärmepumpe entschieden. Erstens glauben wir daran, dass sie gegenüber einer Luftwärmepumpe effektiver ist. Die Temperatur im Erdreich soll konstanter sein. Zweitens deckt die Wärmepumpe den Bedarf für die Wohnraumheizung und Erwärmung des Trinkwassers ab, sie kann aber auch zur Wohnraumkühlung genutzt werden. Drittens reduziert eine energieeffiziente Wärmepumpe bei richtiger Planung, Installation und Betrieb den Primärenergiebedarf und damit die energiebedingte Emission des Treibhausgases CO2 gegenüber Öl- oder Gasheizung. Und wenn unser Budget es wieder zulässt, denken wir über die Nachrüstung einer Photovoltaikanlage nach, um auch vom Strom und seinen steigenden Preisen unabhängig zu sein.“

Wenn die Gesteinsbohrungen in den Untergrund niedergebracht sind, werden im Anschluss daran Rohre aus Polyethylen (HD-PE) eingeführt und die Verbindung zum Haus hergestellt. Quelle: BSB e.V.
Wenn die Gesteinsbohrungen in den Untergrund niedergebracht sind, werden im Anschluss daran Rohre aus Polyethylen (HD-PE) eingeführt und die Verbindung zum Haus hergestellt. Quelle: BSB e.V.

Die Installation der Erdwärmesonden erfordert einen erheblichen baulichen Aufwand. Im Interesse eines hohen Wärmeertrags waren Bohrungen bis in 90 m Tiefe erforderlich. Dazu enthielt die Baugenehmigung Auflagen: „Dem geplanten Abstand der Sonden untereinander von 6 m kann nicht zugestimmt werden. Zur Vermeidung der gegenseitigen negativen Beeinflussung ist ein Abstand der Sonden untereinander sowie zu Sonden auf Nachbargrundstücken von 8 bis 10 m zu realisieren. Die Sonden sind dementsprechend anzuordnen.“

Auf Grund der Gegebenheiten des Grundstücks entschieden sich die Bauherren in Übereinstimmung mit der ausführenden Firma für drei Solebohrungen, in die die Sonden einzubringen waren. Der Ort der Bohrungen auf dem Grundstück setzte voraus, dass auf dem Nachbargrundstück noch keine Solebohrungen durchgeführt worden waren. „Ende November erfolgten die Bohrungen, die unser Grundstück in ein Schlachtfeld verwandelten.“

Um den Stromverbrauch der Wärmepumpe, der die Jahresarbeitszahl entscheidend beeinflusst, messen zu können, musste ein zweiter Zähler installiert werden. Nach einem Jahr wird sich zeigen, ob die Wärmepumpe die in sie gesetzten „energetischen“ Erwartungen erfüllt.

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Mängel rechtzeitig aufgespürt

Bauherrenberaterin Carola Giertz verfolgte akribisch das Entstehen des Erdgeschosses. Dabei überprüfte sie die Außenwandstärken an Hand der vorliegenden genehmigten Pläne und begutachtete die eingebrachte Horizontalsperre unter der ersten Steinlage.

Die Schnittfugen waren bereits mit Leichtmörtel verschlossen worden. Auch bei der Überprüfung der lichten Rohbauhöhe des Erdgeschosses konnten keine Abweichungen festgestellt werden. Dagegen stimmten die Fenstergrößen der Küche nicht mit der Genehmigungsplanung überein, die dafür bodentiefe Fenster als Fenstertüren vorsah. Der Fehler in der Ausführungsplanung erforderte, die Fensteröffnungen auf das richtige Maß zu bringen.

Bei den Bohrungen zur Verlegung der Erdsonden für die Wärmepumpe gab es keine unzulässigen Abweichungen von anerkannten Regeln der Technik. Die Bauherrenberaterin schätzte ein, dass sich der Bauablauf mit dem Bauzeitenplan in Übereinstimmung befand.

Festgestellte Mängel und Hinweise für die Bauausführung

  • – Rohbaumaße Höhe Küchenfenster gartenseitig nicht in Übereinstimmung mit der Genehmigungsplanung, die Fensterhöhe ist bodentief auszuführen
  • – Breite Fugen und Ausplatzungen im Mauerwerk > 5mm sind fachgerecht zu verschließen
  • – Leibungen und Brüstungen der Gebäudeöffnungen sind mit Mörtel abzugleichen
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