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Frühjahrsinspektion für das Dach

Dachinspektion Foto: ©FlorianTM - stock.adobe.com
Dachinspektion Foto: ©FlorianTM - stock.adobe.com

Dem Haus aufs Dach steigen – Frühjahrsinspektion spart Kosten

Der Winter bringt extrem wechselhaftes Wetter. Mal schneit es, mal taut es oder regnet sogar, es gibt starke Stürme und der Schnee kann sich hoch auftürmen. Das ist eine starke Belastung für die Bausubstanz. Besonders das Dach ist davon betroffen, weil es der Witterung am meisten ausgesetzt ist. Experten empfehlen daher in jedem Frühjahr eine gründliche Dachinspektion

Warum ist die Dachinspektion notwendig?

Die meisten Dächer sind so konstruiert, dass sie den Unbilden des Wetters über viele Jahrzehnte lang standhalten können. Trotzdem dürfen Sie nicht vergessen, dass kaum ein Teil des Hauses so großen Belastungen ausgesetzt ist wie das Dach. Von Ausnahmen wie Tornados, Blitzschlägen oder umstürzenden Bäumen einmal abgesehen, entstehen größere Dachschäden nicht auf einen Schlag, sondern entwickeln sich langsam über Jahre.

Ein loser Ziegel oder undichter Anschluss des Kamins öffnet Regen und Schmelzwasser einen Weg ins Innere des Hauses. Feuchtigkeit kann sich ausbreiten und zieht Schimmel oder gar den gefürchteten Hausschwamm nach sich. Undichte oder verstopfte Regenrinnen und Kehlbleche können dazu führen, dass Wasser an der Fassade hinunter läuft, sie feucht wird und sich Schimmel bildet. Durch eine Dachinspektion können Sie solche Schäden schon im Anfangsstadium mit minimalem Aufwand beseitigen, anstatt nichts zu tun und zu warten, bis umfangreiche Reparaturen oder gar eine komplette Dacherneuerung notwendig werden. 

Sind Hausbesitzer zur Dachinspektion verpflichtet?

Es gibt keine Vorschriften, die besagen, dass Hauseigentümer das Dach in jedem Frühjahr überprüfen lassen müssen. Das ist lediglich eine Empfehlung. Trotzdem können Sie sich nicht gänzlich Ihrer Verantwortung entziehen. Im Zuge der allgemeinen Verkehrssicherungspflicht obliegt es dem Eigentümer, das Gebäude in einem guten Allgemeinzustand zu halten, so dass von ihm keine Gefahr für Passanten, den Straßenverkehr oder Nachbarhäuser ausgeht. Solche Gefahren können beispielsweise durch lose bzw. herabstürzende Ziegel, Bleche oder andere Teile entstehen. 

Eine regelmäßige Dachinspektion ist auch für den Versicherungsschutz wichtig. Treten beispielsweise Sturmschäden auf, will die Versicherung den Nachweis einer fachmännischen Dachinspektion sehen, sonst macht sie Probleme bei der Regulierung des Schadens. 

Was sollte inspiziert werden?

Zu den wichtigsten Maßnahmen gehört die Inspektion der Dachfläche. Der Fachmann überprüft die Dachhaut auf verschobene, gelockerte oder gebrochene Ziegel. Einzelne kaputte Elemente können im Verlauf der Inspektion gleich ausgetauscht oder neu befestigt werden. Das beugt größeren Schäden vor.

Ebenso wichtig ist die Kontrolle der Anschlüsse von Kaminen oder Lüftern. An diesen Stellen kann schnell Wasser eindringen und ernste Schäden an der Bausubstanz verursachen. Zur Inspektion gehört auch die Untersuchung der Dachschräge von innen. Treten dort feuchte Stellen oder Stockflecken auf, deutet das auf Schäden in der Dämmung oder Luftdichtigkeitsschicht hin. 

Wie sieht das mit Schmutz aus?

Zur Dachinspektion gehört auch die Reinigung der Dachrinne Foto: ronstik / shutterstock.com
Zur Dachinspektion gehört auch die Reinigung der Dachrinne Foto: ronstik / shutterstock.com

Reinigungsarbeiten gehören nur teilweise zur Dachinspektion. Die Dachrinnen und Kehlbleche sollten regelmäßig von Schmutz, Sand und Blättern befreit werden, damit sie nicht verstopfen und Regenwasser ungehindert abfließen kann. Verstopfte Dachrinnen können dazu führen, dass Regenwasser an der Fassade hinunter läuft, dort Feuchtigkeit ins Mauerwerk eindringt und sich Schimmel und Algenbewuchs entwickeln. 

Schmutz auf der Dachfläche stellt dagegen eher ein ästhetisches Problem dar. Ein Bewuchs mit Algen oder Staubbelag hat keinen Einfluss auf Funktion und Lebensdauer des Dachs. 

Wird die Dachhaut mit aggressiven Reinigungsmitteln oder Hochdruckreiniger gesäubert, kann das unter Umständen sogar zu Schäden oder zum Eindringen von Wasser führen. Daher sollten Sie von solchen Vorhaben lieber Abstand nehmen. 

Wer sollte die Dachinspektion durchführen?

Diese Arbeit sollten Sie auf jeden Fall aus mehreren Gründen Fachleuten überlassen. Der erste Grund ist offensichtlich. Arbeiten auf dem Dach sind wegen der Höhe gefährlich. Sogar das Säubern der Dachrinnen gehört dazu. Die Fachleute haben nicht nur Erfahrung, sondern auch die notwendigen Gerätschaften zur Sicherung

Laien sehen oft nicht, wenn Schäden am Dach vorliegen. Ihnen fehlt der geübte Blick des Experten. Die brauchen oft nur mal kurz hinzusehen und wissen, wo etwas zu reparieren ist. Laienhafte Reparaturversuche können Schäden dagegen sogar noch vergrößern anstatt sie zu beheben. Manchmal genügt schon ein falsches Begehen der Dachfläche. 

Wenn Sie die Dachinspektion selbst durchführen, um ein paar Euro zu sparen, riskieren Sie zudem Ihren Versicherungsschutz im Schadensfall, weil Sie keinen Nachweis einer fachmännischen Kontrolle vorlegen können. 

Wie finde ich den richtigen Dachdecker?

Am besten ist es, wenn Sie mit einer Handwerksfirma einen Wartungsvertrag für Ihr Dach abschließen. In so einem Vertrag sind die Kosten für die jährliche Dachinspektion und für kleinere Ausbesserungsarbeiten enthalten. Wählen Sie bevorzugt einen Anbieter aus Ihrem Ort oder der näheren Umgebung, dem Sie vertrauen. Diese finden Sie zum Beispiel in Branchenbüchern wie dieses hier. So erhalten Sie schnell und einfach einen Überblick über die vor Ort ansässigen Dachdeckerfirmen. Alternativ können Sie natürlich auch Nachbarn oder Arbeitskollegen nach empfehlenswerten Firmen fragen.

Lassen Sie sich nie auf Angebote unbekannter Firmen ein, auch wenn sie scheinbar günstiger sind. Dafür lässt die Qualität der Arbeit meist zu wünschen übrig. Nehmen Sie auch keine Angebote von Reparaturen gegen Barzahlung an. Die Unterstützung von Schwarzarbeit ist strafbar. Zudem können Sie die ordentliche Rechnung eines Handwerkers von der Steuer absetzen. 

Dachdecker auf einem Spitzdach beim Dachdecken Foto: ©karepa - stock.adobe.com
Dachdecker auf einem Spitzdach beim Dachdecken Foto: ©karepa – stock.adobe.com

Wann wird es Zeit, das Dach zu erneuern?

Dafür gibt es keinen festen Zeitpunkt. Es hängt nicht nur von den Umwelteinflüssen am Standort des Hauses ab, sondern auch von der Bauart des Daches und den verwendeten Materialien. Normalerweise gilt die Faustregel, dass ein Dach umso länger hält, je hochwertiger die verwendeten Werkstoffe sind. Dass es Zeit für eine komplette Erneuerung ist, merken Sie daran, dass sich die Reparaturen häufen und die Schäden größer werden. Auch hier ist Ihr örtlicher Handwerksbetrieb eine große Hilfe.

Die Experten werden Ihnen sagen, wenn sich Reparaturen nicht mehr lohnen und das Dach erneuert werden muss. Das wird zwar teuer, aber selbst bei dieser Gelegenheit können Sie sparen. Die Experten wissen, wo und wie Sie Zugang zu öffentlichen Fördermitteln bekommen. Die Gelder fließen sowieso nur dann, wenn die Arbeiten von zertifizierten Fachleuten durchgeführt werden.

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