Dach Foto: U.J. Alexander / shutterstock.com
Dach Foto: U.J. Alexander / shutterstock.com
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Der Bau des Daches –
welche verschiedenen Varianten gibt es?

Fest steht, das Dach ist eines der wohl wichtigsten Elemente eines Hauses. Es schützt Sie vor den verschiedensten Witterungen und reguliert die Temperatur. Erst mit Dach können Sie sich wirklich wohlfühlen und in Ihrem Haus wohnen. Dabei ist Dach nicht gleich Dach. Nachfolgend eine kleine Übersicht über die verschiedenen Dachformen mit ihren typischen Eigenschaften und Merkmalen.

Grundsätzlich kann beim Thema Dach grob zwischen zwei Varianten unterschieden werden: dem Flachdach und dem Steildach. Dabei lässt sich das Steildach nochmals in verschiedenen Untertypen einteilen: Pultdach, Satteldach, Walmdach, Zeltdach, Schleppdach, Mansarddach und Tonnendach.

Satteldach

Wird am häufigsten gebaut; relativ einfache Bauweise; es gibt zwei Dachseiten die ähnlich wie eine Art spitzer Sattel auf dem Haus liegen; die Neigung ist steiler als beim Pultdach

Satteldach
Satteldach Foto: ©kiono - stock.adobe.com

Mansarddach

Ähnlich einem Satteldach; zwei Dachflächen, die nach unten hin aber abgeknickt sind so dass es aussieht als ob es vier Dachflächen gibt. Ein Mansarddach ermöglicht die optimale Ausnutzung der Wohnfläche in den Dachgeschossen. Dazu werden verschiedene Schrägen im Dach eingebaut und optimiert. Auf diese Weise entsteht eine sogenannte Mansarde, also ein vollwertiges Zimmer oder eine Wohnung im Dachgeschoss. Das Mansarddach geht auf die Baumeister des Barocks zurück. Eine weitere Möglichkeit zur optimalen Nutzung des Dachgeschosses bietet auch das Zwerchdach.

Mansardendach
Mansardendach Foto: ©kiono - stock.adobe.com

Walmdach

Der Begriff „Walmdach“ bezeichnet eine Dachform, die an den Hausseiten abfällt. Im Gegensatz zum Satteldach neigt sich das Dach so nicht allein auf der sogenannten Traufseite, sondern auch auf der Giebelseite. Ein Walmdach kann unter Umständen den Giebel ersetzen, wenn es an allen vier Seiten vollständige Schrägen hat. Die Konstruktion des Walmdach schützt besonders gut vor Windeinwirkungen und ermöglicht stabilere Dachkonstruktion; etwas teurer im Preis

Walmdach
Walmdach Foto: ©kiono - stock.adobe.com

Flachdach

Die einfachste Form des Daches; wie der Name schon verrät ist das Dach vollkommen flach; die ganze Wohnfläche kann ohne Dachschrägen genutzt werden; das Dach kann genutzt werden, z.B. als Garten; wichtig ist ein sauberes Arbeiten so dass kein Wasser eindringen kann, welches aufgrund der fehlenden Neigung nicht ablaufen kann.

Flachdach
Flachdach Foto: ©kiono - stock.adobe.com

Pultdach

Das Pultdach hat eine lange Tradition im Hausbau und ist die einfachste Form der Steildächer. Es besteht nur aus einer schräg abfallenden Dachfläche, deren Neigung häufig gering ist (ab einem Neigungswinkel von 10%). Im Gegensatz zum herkömmlichen Satteldach  bietet das Pultdach bei richtiger Konstruktion mehr Platz in den oberen Etagen. Zudem eignet es sich hervorragend zum Anbau einer Solaranlage und ermöglicht es so, deutlich Strom- und Wasserkosten zu sparen.

Pultdach
Pultdach Foto: ©kiono - stock.adobe.com

Schleppdach

Die Dachfläche zieht sich weit über die Hausmauern hinaus; der Überstand kann als Terrassenüberdachung, Carport oder für den Eingangsbereich genutzt werden

Schleppdach
Schleppdach Foto: ©kiono - stock.adobe.com

Tonnendach

Das Dach gleicht einer aufgeschnittenen Tonne; es verläuft im Gegensatz zu den anderen Dachformen rund; sehr aufwendige Dachform; gut für die Statik

Tonnendach
Tonnendach Foto: ©kiono - stock.adobe.com

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Welche Dachvariante ist dir Richtige?

Diese Frage lässt sich pauschal nicht beantworten. Hier kommt es auch verschiedene Faktoren an. Manchmal gibt ein Haustyp die Dachform bereits vor, oft auch die jeweils geltenden Bauvorschriften. Manchmal aber können Sie frei entscheiden. Meist aufgrund bestimmter individueller Bedingungen, seltener nach dem reinen optischen Aspekt.

Nicht jedes Dach wird allen Ansprüchen gerecht, und je nachdem welche Bedingungen vorliegen oder Vorgaben erfüllt werden sollen müssen Sie sich dann für eine Dachform entscheiden. Natürlich spielt auch der Preis eine Rolle. Ein Flachdach oder ein Satteldach sind hier meist die günstigsten Varianten.

Folgende Aspekte können Ihnen die Entscheidung erleichtern:

  • zu einem modernen Haus passt oft ein Flachdach oder auch ein Pultdach
  • Walm- und Satteldächer leiten den Regen sehr gut ab
  • Schlepp- und Satteldächer eignen sich gut für schneereiche Regionen
  • sowohl als Flachdach als auch ein Satteldach lassen sich auch später noch gut ausbauen
  • Pult- und Satteldach eignen sich gut für Photovoltaik

Wenn Sie sich unsicher sind welches Dach zu Ihnen und Ihrem Traumhaus passen könnte, lassen Sie sich in jedem Fall vorab individuell beraten. Denn, wie bereits erwähnt, das Dach nimmt eine sehr wichtige Rolle ein. Alles sollte hier passen. Eine individuelle Beratung ist das A und O.

Die Dachplanung – welche Vorschriften gilt es zu beachten?

Natürlich gibt es Haustypen, die nur eine bestimmte Art von Dach zulassen. Und bestimmt haben Sie bestimmte Vorstellungen und Wünsche, wie Ihr Dach aussehen und was es mitbringen soll. Doch damit nicht genug. Des Weiteren müssen Sie sich oft auch an bestimmte Vorschriften halten. Bereits bei der Dachplanung sind diese sehr wichtig. Denn, nicht immer können Sie frei wählen und entscheiden.

In der Regel ist es der sogenannte Bebauungsplan der jeweiligen Wohngebiete und Gemeinden, der Ihnen hier Grenzen setzen kann. Nur selten ist alles erlaubt was gefällt. Was aber genau beinhalten diese Vorschriften? Und wo können Ihnen Grenzen gesetzt werden?

  • viele Gemeinden und Wohngebiete lassen nur bestimmte oder sogar einzelne Dachformen zu
  • auch bei der Farbe des Daches haben Sie nur selten völlig freie Auswahl, auch hier gibt es oft Bestimmungen, Vorgaben oder Einschränkungen
  • zu guter Letzt gibt es auch bezüglich der möglichen Dacheindeckungen nicht selten Vorgaben und Einschränkungen

Aber warum das alles? Ganz einfach, meist legen die Gemeinden und Regionen wert darauf, dass die einzelnen Häuser gut zusammen passen und ein angenehmes Gesamtbild entsteht. Des Weiteren können verschiedene Farben und Materialien zu sehr glänzen, blenden oder ablenken. Je nach Wohnlage kann das gefährlich werden, z.B. dann, wenn ein Flughafen in der Nähe ist.

Dachstuhl
Dachstuhl Foto: ©Sebastiano Fancellu - stock.adobe.com

Wie ist ein Dach aufgebaut?

Von außen betrachtet sieht man bei einem Dach in der Regel nur die Dacheindeckung. Doch hinter einem Dach steckt viel mehr. Es muss stabil sein, dämmen, regulieren, schützen. All das ermöglichen seine insgesamt 4 Schichten. Von innen nach außen sind das folgende:

  1. Der Dachstuhl

Hierunter versteht man das, was man bei einem Haus zum Zeitpunkt des Richtfestes sehen kann. Holzbalken, die das Gerüst für das spätere Dach bilden sollen. Das Holz wird auch als Sparren bezeichnet. Oft sprechen Fachleute hier auch vom Untergerüst. Je nach Dachform gibt es dann verschiedene Aufbauarten.

  1. Die Dämmung

Ein Dach trägt wesentlich dazu bei, dass Sie in Ihre Haus vor den Witterungsverhältnissen bestens geschützt leben können. Eine gute Dämmung ist hier das A und O. Die jeweilige Dachform entscheidet über die Art der Dämmung. Je nachdem, ob die Dämmung unter den Sparren, zwischen den Sparren oder über den Sparren angebracht wird wird bei der Dämmung dann zwischen

  • Aufsparrendämmung
  • Zwischensparrendämmung
  • Übersparrendämmung

unterschieden. Auf die verschiedenen Möglichkeiten der Dämmung wird in einen separaten Kapitel gesondert eingegangen.

  1. Dachhaut/Dachlattung

Quer über den Sparren werden anschließend die Dachlatten angebracht. Diese Schicht wird oft auch als Dachhaut bezeichnet. Diese Dachschicht soll die spätere Dacheindeckung tragen.

  1. Dacheindeckung

Oft wird die Dacheindeckung auch als Dachabdichtung bezeichnet. Dabei stehen grundsätzlich viele verschiedene Materialien zur Dacheindeckung zur Verfügung. Im nachfolgenden Kapitel werden Ihnen die einzelnen Möglichkeiten genauer vorgestellt.

Dachstuhlformen

Sparrendach

Beim einfachen Sparrendach bilden zwei Sparren und ein Dachbalken (oder die Decke des letzten Geschosses) eine statisch lastabtragende Dreiecksform. Die durch die Dachlasten auftretenden Kräfte werden unmittelbar in die Aussenwände geleitet ohne die Decke statisch zu belasten. Sparren steifen sich im Firstbereich gegeneinander gestellt aus.

Merkmale

Freier Dachraum ohne Stützenstellungen (Vorteilhaft für den Dachgeschossausbau), Dachneigungen zwischen 35 und 60 Grad möglich, Auswechslung der Sparren für etwaige Dachaufbauten (Gauben) oder Dachflächenfenster ist statisch problematisch!, durch die fehlende Unterstützung der Sparren bei hohen auftretenden Lasten, sind nur relativ kleine Gebäudegrundrisse mit einem Sparrendach ausführbar, (Sparrenlängen -in ihrer wahren Einbaulänge zu messen – maximal 5,00 bis 6,00 m)

Kehlbalkendach

Sparren werden durch querliegende Balken (Kehlbalken) gegeneinander ausgesteift. Im Firstbereich steifen sich die Sparren gegeneinandergestellt aus. Einwirkende Kräfte werden durch die Aussenwände aufgenommen, keine statische Belastung der Decke. Durch relativ hohe Schubkräfte im Auflagerbereich der Sparren ist oftmals die Ausführung eines sogenannten Betonwiderlagers erforderlich (Betonringanker, Betonbalken)

Merkmale

Freier Dachraum ohne Stützenstellungen (Vorteilhaft für den Dachgeschossausbau) Grosse Dachspannweiten möglich – Die Unterseite der Kehlbalken ist als Aufnahme für eine Plattenbekleidung möglich und bildet somit die Decke von ausgebauten Dachräumen aus. Über der Kehlbalkenebene entsteht häufig der sogenannte Spitzboden, der zusätzliche Nutzfläche ermöglicht.

Pfettendach

Sparren werden durch darunterliegende längslaufende Balken (Pfetten) getragen, die widerum mit Stützen (Stielen) die Kräfte in den Bereich der Decke des darunterliegenden Geschosses ableiten. Im Firstbereich liegen die Sparren im Gegensatz zum Sparrendach auf der sogenannten Firstpfette auf. Im Fusspunkt lagern die Sparren auf der sogenannten Fusspfette oder Fussschwelle auf. Je nach Anzahl der Stützenreihen werden Pfettendächer unterschieden in Konstruktionen mit einfach, zweifach oder dreifach stehendem Stuhl.

Merkmale

Nachteil: Stützenstellungen im Dachgeschossgrundriss, hoher Holzverbrauch Geeignet für Dachneigungen unter 45 ° Unabhängig von der Grundrissform sind grosse Spannweiten möglich. Das Ausführen von Sparrenauswechslungen für den Einbau von Dachflächenfenstern, Gauben o.ä. ist statisch unproblematisch zu lösen.

Die Dacheindeckung –
die einzelnen Arten im Überblick

Ein Dach kann nur sicher und gut funktionieren, wenn alle bereits vorgestellten Schichten einwandfrei angebracht sind. So ist es auch wichtig, die Dacheindeckung sorgfältig auszuwählen und an ihren Platz zu bringen. Dabei haben Sie als Bauherr grundsätzlich die Wahl zwischen verschiedenen Dacheindeckungen. Doch nicht jede Art ist gleichermaßen gut für jedes Dach geeignet. Und längst ist nicht jede Dacheindeckung in jedem Bau- und Wohngebiet erlaubt. Aber welche Dacheindeckungen gibt es überhaupt?

Bevor Sie vor der Qual der Wahl stehen sollten Sie in jedem Fall wissen, es ist auch entscheidend, ob es sich um ein Steildach oder ein Flachdach handelt. Denn ein Flachdach wird in der Regel anders eingedeckt als ein Steildach.

Mögliche Dacheindeckungen für Steildächer

  1. Dachziegel

Die Dacheindeckung aus Dachziegeln hat Tradition. Dabei sind die Ziegel in der Regel aus Ton, leicht und gut zu verarbeiten. Ein weiterer großer Vorteil ist die lange Haltbarkeit. In erster Linie kommen bei den Dachziegeln die Biberschwanzziegel zum Einsatz. Typisch ist hier die halbrunde Form. Dachziegel gehören zu den günstigeren Varianten.

  1. Dachsteine

Der Dachstein stellt eine oft preiswerte, langlebige und umweltfreundliche Möglichkeit zur Dacheindeckung dar. Sie ähneln in vielerlei Hinsicht den Ziegeln, sind aber deutlich schwerer und bieten somit mehr Halt auf dem Dach.

Er besteht, im Gegensatz etwa zu den tönernen Ziegeln, aus Beton oder anderen nichtkeramischen Werkstoffen. Dachsteine lassen sich zudem färben bzw. glasieren. Die hohe Resistenz gegen Umwelteinflüsse kann so zusätzlich erhöht werden. Im Gegensatz zu den Tonziegeln werden sie nicht gebrannt, was aus ökologischer Sicht ein dickes Plus ist.

  1. Schiefer

Schiefer ist ein Naturprodukt und wird ebenfalls gerne zur Dacheindeckung verwendet. Der Nachteil, diese Art der Dacheindeckung ist verhältnismäßig teurer. Dafür aber überzeugt Schiefer oft durch seine Langlebigkeit, seine Optik und seine Ökobilanz.

  1. Metalldächer

Metalldächer gelten als eine moderne Form der Dacheindeckung und können schon ab einem Neigungswinkel von 3-5° zum Einsatz kommen. Meist sind die Materialien sehr robust und pflegeleicht. Zum Einsatz kommen in erster Linie Aluminium, Kupfer oder auch Zink.

  1. Faserzementplatten

Bestehend aus Zellulose, ist diese Art der Dacheindeckung in erster Linie kostengünstig und wartungsarm. Sowohl zur Dacheindeckung als auch zur Fassadenverkleidung komme die Platten zum Einsatz.

  1. Naturdächer

Naturdächer wie das bekannte Reetdach bedienen sich zur Dacheindeckung Materialien direkt aus der Natur. Oft werden diese Dächer auch als Weichdächer bezeichnet. Neben Reet kann z.B. auch Stroh eingesetzt werden. Naturverbunden und optisch ein kleines Highlight, bedarf ein solches Dach viel Pflege und kann in Sachen Brandschutz mit den anderen Dacheindeckungen auf keinen Fall mithalten.

Mögliche Dacheindeckungen für Flachdächer

Flachdächer müssen anders eingedeckt werden als Steildächer. Meist kommen bei Flachdächern

  • Kunststoffe
  • Bitumen

zum Einsatz.

Dachdämmung Foto: Foto: ronstik / shutterstock.com
Dachdämmung Foto: Foto: ronstik / shutterstock.com

Dachdämmung –
was Sie unbedingt wissen sollten

Die Dämmung ist eine wichtige Schicht beim Dach. Aber warum ist das so? Überhaupt so wichtig? Ganz einfach, die Dämmung sorgt dafür, dass Ihr Dach noch besser funktioniert. In Zahlen ausgedrückt können Sie mit der richtigen Dämmung bis zu 30% der Hauswärme einsparen. Ohne Dämmung würden genau diese 30% einfach nach oben und nach außen entweichen. Pures Geld geht verloren. Vergleichsweise ist eine Dämmung günstig umzusetzen, erst Recht, wenn Sie selbst Hand anlegen. Wenn Sie jedoch kein geübter Handwerker sind und keine Ahnung von der Materie haben, sollten Sie diese Arbeiten in jedem Fall einem Fachmann überlassen. Aber dennoch, bei vielen Firmen und Handwerkern können Sie trotzdem mitarbeiten und bares Geld sparen.

Welche Dämmungen sind möglich?

Wie aber funktioniert die Dachdämmung? Welche Möglichkeiten gibt es? Wie bereits erwähnt gibt es hier drei Möglichkeiten:

  1. Aufsparrendämmung
  2. Zwischensparrendämmung
  3. Untersparrendämmung

Die nachfolgende Tabelle stellt die drei Möglichkeiten kurz gegenüber.

Dachdämmung

Durchführung

Info

Kosten

Aufsparren-

dämmung

nur bei Neueindeckung möglich

kann bei einem Neubau und einer Sanierung eingesetzt werden, aber nur durch komplette Neueindeckung

rd. 250 Euro pro m²

Zwischensparren-

dämmung

Matten werden zwischen den Sparren verlegt; oder die Dämmung wird per Einblasdämmung eingeblasen

gute Methode die keinen Wohnraum wegnimmt

rd. 50 Euro pro m²

Untersparren-

dämmung

Dämmung wird unter den Sparren angebracht

keine alleinige Methode, kann aber die Zwischensparren- dämmung gut ergänzen

rd. 50 Euro pro m²

 

Dachgaube
Dachgaube Foto: ©Kalle Kolodziej - stock.adobe.com

Die Dachgaube – was steckt dahinter?

Rund um den Hausbau wird oft von der sogenannten Dachgaube, kurz Gaube gesprochen. Was aber genau ist das überhaupt? Kurz erklärt ist eine Gaube ein Dachaufbau, durch den Sie mehr Raum, bessere Lichtverhältnisse und auch bessere Belüftungsmöglichkeiten schaffen können. Und natürlich kann eine Gaube auch optisch ein kleines Highlight sein und die Außenfassade eines Hauses optisch aufwerten.

Der Bau einer Gaube gehört zum Dachbau dazu. Sinnvoll ist es, diese schon bei der Hausplanung mit einzuplanen. Grundsätzlich aber ist auch eine spätere Einbringung einer Gaube noch möglich. Dies sollte dann individuell geprüft und geplant werden.

Die verschiedenen Formen einer Dachgaube

Wenn auch Sie sich für den Einbau einer Gaube interessieren, haben Sie hier verschiedene Möglichkeiten. Gaube ist nicht gleich Gaube, und nicht jede Art ist für jedes Haus und jedes Dach geeignet. Nachfolgend werden Ihnen die einzelnen Arten kurz vorgestellt. Bei Ihrer Hausplanung sollten Sie Ihren Wunsch nach einer Gaube frühzeitig ansprechen und sich fachmännisch beraten lassen.

  • die Schleppgaube: eine einfache und bewährte Gaubenform
  • die Flachdachgaube: die Gaube wird nahezu horizontal erreichtet
  • die Satteldachgaube: kommt bei starken Neigungen zu Einsatz
  • die Spitzgaube: wird auch als Dreiecksgaube bezeichnet
  • die Walddachgaube: sie hat eine dreieckige Stirn
  • die Trapezgaube: diese Gaube ist zur Seite hin abgeschrägt
  • die Runddachgaube: der Dach der Gaube gleicht einem Bogen
  • die Fledermausgaube: charakteristisch ist die elegante und schwungvolle Form

Dachloggia und Dachterrasse

Dachloggia, das können Sie einfach erklärt als Dachbalkon übersetzen. Bei der Dachloggia handelt es sich genau um einen dreiseitig geschlossenen Balkon im Dach. Auf der Dachfläche wird eine Möglichkeit geschaffen, auf einer Art kleinem Balkon frische Luft zu genießen und draußen zu verweilen. In der Regel wird eine Dachloggia bei einem Steildach eingebaut. Klein aber fein, bietet sie den Hausbewohnern eine schöne Möglichkeit, freie Zeit im Freien zu verbringen.

Vielleicht fragen Sie sich, worin jetzt aber der Unterschied zur Dachterrasse besteht. Ganz einfach, eine Dachterrasse wird meist auf einem Flachdach oder einem flachen Anbei errichtet. Oft sind es Garagen, die dann auch als Terrassen genutzt werden. Aber auch auf geneigten Dächern kann eine Dachterrasse errichtet werden. Hier sollten Sie in jedem Fall einen Profi zu Rate ziehen.

Dachfenstereinbau
Dachfenstereinbau Foto: ©Kara - stock.adobe.com

Was Sie über Dachfenster wissen sollten

Ein Dachfenster bringt Ihnen viele Vorteile: Sie bekommen mehr Licht in die entsprechenden Räume und zusätzliche Möglichkeiten der Belüftung. Auf der anderen Seite aber sollten Sie rund um das Thema Dachfenster unbedingt einiges bedenken und beachten:

  • Bevorzugen Sie ein festes und immer verschlossenen Dachfenster, oder wollen Sie es auch öffnen können, eventuell sogar in den unterschiedlichsten Stufen?
  • Erhoffen Sie sich viel Licht? Dann ist ein Nordfenster eher weniger gut geeignet.
  • Wollen Sie morgens von der Sonne geweckt werden und die Wärme der Sonne spüren? Dann sollten Sie Ihr Dachfenster nach Möglichkeit nach Osten ausrichten.
  • Fenster nach Süden bringen viel Licht und Sonneneinstrahlung, können im Sommer aber auch für zu viel Wärme sorgen.
  • Wie groß soll das Dachfenster sein? Sowohl große als auch kleine Fenster können von Vorteil sein. Lassen Sie sich hier individuell beraten.
  • Achten Sie auf eine gute Abdichtung und einen guten Ablauf von Feuchtigkeit.
  • Eventuell kann ein Sonnenschutz sinnvoll sein.
  • Falls Sie selbst kein handwerkliches Geschick haben und sich nicht gut auskennen, überlassen Sie auch den Einbau des Dachfensters lieber einem Experten.

Mögliche Anbauten und Verzierungen

Mögliche Anbauten, das können die bereits erwähnten Gauben, Dachterrassen oder Loggias sein. Aber auch Dachverzierungen sind möglich und denkbar. Diese werden oft auch als Dachschmuck bezeichnet und wurden bereits in der Antike verwendet. Damals eher eine Möglichkeit die Götter zu beeindrucken, dienen Schmuck und Verzierungen heute nur noch dem eigenen Geschmack und als optische Hingucker.

Kleine Figuren und Co., früher hatten sie häufig auch noch eine symbolische Bedeutung, können sowohl fest auf der Dacheindeckung als auch an den Seiten mit Draht oder ähnlichem befestigt werden. Falls Sie nicht schwindelfrei sind, überlassen Sie das Befestigen am besten gleich dem Dachdecker. So können Sie auch verhindern, dass das Dach an sich beschädigt wird.

Was kostet ein Dach?

Die Frage nach den Kosten für den Dachbau ist bestimmt sehr wichtig und entscheidend. Wie so oft beim Hausbau, können auch hier nur grobe Richtwerte genannt werden.

Grundsätzlich können Sie davon ausgehen, dass ca. 10% der Gesamtkosten für Ihr neues Haus dem Bereich Dach zugeordnet werden können. Sinnvoll ist es in jedem Fall, sich individuell beraten zu lassen. Auch sollten Sie immer mehrere Angebote einholen. Bei einigen Angeboten ist der Preis für das Dach inklusive, bei anderen kommen die Kosten separat auf Sie zu. Nachfragen lohnt sich.

Die nachfolgenden Zahlen können Ihnen dennoch als grobe Richtwerte dienen:

Errichtung Dachstuhl → rd. 10.000 Euro

Dämmung → rd. 7.000 Euro

Dacheindeckung → rd. 7.000 Euro

pro Dachfenster → rd. 700 Euro

So müssen Sie für ein Dach mit rund 25.000 Euro rechnen. Und wenn Sie überlegen, ein durchschnittliches Einfamilienhaus kostet rund 250.000 Euro bis 300.000 Euro, so stimmt die Angabe der 10% der Gesamtkosten recht gut.

Fazit

Betrachten Sie das Dach als eine Art Schutzschild für Ihr Haus. Beim Dachbau bieten sich Ihnen viele Möglichkeiten. Doch es gibt auch Einschränkungen und Bedingungen. Lassen Sie sich individuell beraten, um so das beste Dach für Ihr neues zu Hause zu bekommen.

Weitere Informationen zum Thema Dach

Wie ein Dach gedämmt wird, hängt von der späteren Nutzung ab.

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