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Wohneigentum richtig gegen Unwetterschäden versichern

Unwetter im Herbst
Unwetter im Herbst Foto: David-Karich / Pixabay

Im Jahr 2018 haben heftige Unwetter Deutschland heimgesucht und viele Häuser und Wohnungen durch eintretende Wassermassen oder umgestürzte Bäume zerstört. Schuld an der Zunahme von Extremwetterereignissen ist der globale Klimawandel, der insbesondere im Sommer für stabile Hochdruckgebiete sorgt. Diese entladen sich natürlicherweise früher oder später mit teils verheerenden Folgen in Tiefdruckgebieten, doch Haus- und Wohnungsbesitzer können sich durch Versicherungen gegen diese Schäden absichern lassen.

Welche Unwetter lassen sich versichern?

Unwetter können viele Begleiterscheinungen haben, dazu zählen Hagel, Sturm, ein Blitzeinschlag oder Starkregen, dessen Folge häufig Überschwemmungen sind. Überschwemmungen können oft dazu führen, dass Wassermassen in Keller eindringen. Selbst Erdrutsche, die je nach Wohnlage durch starke Regenfälle möglich sind, können versichert werden. Schäden, die infolge starker Schneefälle auftreten, können ebenfalls von einer Versicherung übernommen werden.

Doch es gibt einige kleine Feinheiten. So gilt beispielsweise erst ab Windstärke acht, wenn der Wind mindestens 63 km/h erreicht, laut den gängigen Versicherungen dieser als Sturm und es werden etwaige Schäden von der Versicherung übernommen. Das allerdings auch nur dann, wenn das Risiko durch Sturm und Hagel mitversichert worden ist und die zuständige Wetterstation Windstärke acht dokumentiert hat.

Prinzipiell lässt sich jeder Unwetter-Typ versichern, selbst Schäden durch Erdbeben, Vulkanausbrüche oder Lawinen können durch eine entsprechende Versicherung abgedeckt werden. 

Welche Versicherung zahlt?

Es gibt keine Versicherung, die grundsätzlich gegen jede Art von Unwetterschäden aufkommt. Planen Sie Ihr Eigentum gegen jedwede Art von Schäden abzusichern, müssen Sie in aller Regel auf eine Kombination von mehreren Versicherungen zurückgreifen.

Der Klassiker ist die typische Wohngebäude-Versicherung beziehungsweise Gebäudeversicherung. Diese greift bei Schäden, die durch Sturm und Hagel verursacht worden sind. Neben abgedeckten Dächern und eingedrückten Scheiben, sind Schäden, die am Haus oder Dach durch Äste und Bäume entstehen, versichert. Schäden durch die eindringenden Wassermassen, infolge der Schäden am Dach oder Fenster, werden ebenfalls von der Gebäudeversicherung übernommen. Allerdings sind Sie als Eigentümer in der Pflicht zur Schadensbegrenzung durch eine Plane oder ähnliches zu sorgen, wenn Sie bemerken, dass Wassermassen eintreten.

Zusätzlich neben der Wohngebäude-Versicherung gibt es eine Versicherung gegen Elementarschäden. Diese springt bei Schäden sowohl am Haus als auch an der Einrichtung durch Überschwemmungen ein. Gleiches gilt auch für Schmutzwasser, welches aus der Kanalisation kommend ins Haus dringt. 

Möchten Sie zusätzlich Ihr bewegliches Hab und Gut in Ihrem Eigentum versichern, empfiehlt sich eine Hausratversicherung. Damit sind Schäden in den Räumen versichert, wenn das Unwetter auch im Haus gewütet hat. Wichtig hierbei ist natürlich, dass Sie entsprechend zur Schadensminimierung beitragen. Wenn Sie zum Beispiel einfach nur vergessen haben, bei einem Unwetter die Fenster zu schließen, zahlt die Versicherung in der Regel nicht. Zu beachten ist auch, dass über die Hausratversicherung in der Regel nur Dinge innerhalb des Gebäudes versichert sind.  

Sturmschäden am Haus
Sturmschäden am Haus Foto: Jan-Mallander / Pixabay

Versicherungen gegen Unwetterschäden in der Bauphase

Gesondert betrachtet werden müssen Häuser, die sich noch in der Bauphase befinden. Da gerade Häuser in der Bauphase als besonders gefährdet gegen Unwetterschäden einzuordnen sind, sollten sich Hausbauer über einen ausreichenden Versicherungsschutz bereits während der Bauphase informieren. Mauern und Gerüste sind besonders bei Sturm gefährdet, außerdem können Baustoffe bei starkem Wind herumgeschleudert werden. In dieser Zeit greift die Wohngebäudeversicherung noch nicht. Speziell für diesen Zeitraum sollte eine Bauleistungsversicherung abgeschlossen werden, die für Schäden durch beispielsweise einen Sturm zerstörte Baustoffe und -teile haftet. Eine Feuer-Rohbauversicherung schützt im Falle eines Blitzeinschlags oder eines Brands.

Worauf kommt es beim Abschluss an?

Um sich gegen Unwetter richtig zu versichern, ist unabdingbar sich genau über den Versicherungsumfang zu informieren. Das betrifft sowohl die versicherten Gefahren als auch die Höhe der Versicherungssummen. Die Policen der einzelnen Versicherungen richten sich oftmals nach der Wahrscheinlichkeit, mit der in Ihrer Region mit Unwetterschäden zu rechnen ist. Natürlich ist die Beitragshöhe auch sehr wichtig. Der Vergleich geht heutzutage Dank dem Internet sehr einfach. Hier bieten sich Vergleichsportale an oder auch die Versicherungsgesellschaft bieten die Möglichkeit, online seinen Beitrag zu berechnen

Besonders bei der Elementarschadenversicherung richtet sich der Betrag nach den Risiken, denen Ihr Haus ausgesetzt ist. Direkt neben einem Fluss ist beispielsweise durch erhöhte Pegelstände eher mit einem Schaden durch eindringende Wassermassen zu rechnen, als es bei einem Haus in einem normalen Wohngebiet der Fall ist. Hatten Sie außerdem in den letzten Jahren einen solchen Schaden an ihrem Haus, ist es möglich, dass die Versicherung eine Aufnahme verweigert.

Vergessen Sie außerdem nicht, Ihre Police immer wieder aufzufrischen und Sie den Gegebenheiten Ihres Eigentums anzupassen, so dass Sie im Falle eines Schadens den vollständigen Wert ersetzt bekommen. Haben Sie in der Vergangenheit eine Photovoltaik-Anlage installiert, diese aber nicht in die Police aufgenommen, würde sie von der Versicherung bei einer Zerstörung durch ein Unwetter nicht ersetzt werden. Möchten Sie Gartenhäuser oder eine Garage mitversichern, ist dies in aller Regel kein Problem.

Bei jeder Versicherung sind sie außerdem in der Pflicht, Vorsorgemaßnahmen zu treffen, damit es nicht zu Schäden kommen kann. Baumpflege im Garten, Freihalten der Regenrinnen, regelmäßige Überprüfung des Daches und geschlossene Fenster und Türen bei Unwettern gehören dazu.

Fazit – ein Versicherungspaket als sicherer Rund-um-Schutz

Wer sich gegen alle Eventualitäten umfassend versichern möchte, benötigt eine Gebäudeversicherung, Hausratsversicherung und eine Elementarschadenversicherung. Während die Elementarschadenversicherung nicht als zwingend erforderlich gilt, auch wenn sie durchaus Sinn macht, ist eine Gebäude- und Hausratsversicherung ratsam, um sich gegen Unwetterschäden abzusichern.

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