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Heizung und Energie Foto: johannesspreter - fotolia.com
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Heizung und Energie

Welche Technik passt zum Energiestandard des Hauses?

Ein Haus ist ein komplexes System, dessen Komponenten sich gegenseitig beeinflussen. Der Bau oder die Modernisierung eines Gebäudes muss sorgfältig geplant und fachlich korrekt ausgeführt werden, um als Ganzes zu funktionieren. Dazu gehört die richtige Wahl der Heizungsanlage.

Das Problem: Erst Wärmebedarf senken, dann decken

Jedes Gebäude verliert im Winter Wärme durch Dach, Außenwände, Fenster und den Keller. Bei der komplexen Modernisierung eines Bestandgebäudes muss es zunächst um möglichst lückenlose Wärmedämmung gehen, bevor die passende Heizung ausgewählt wird. Abhängig von Konstruktion und baulichem Zustand des Hauses, von Anbauten wie Dachgauben, Balkonen, Loggien oder Wintergärten, vom Baumbestand auf dem Grundstück und der Himmelsausrichtung ergeben sich aus technischer und energetischer Sicht unterschiedliche Lösungen.

Worauf kommt es an?

Es reicht nicht, Wärmeverluste nur durch Dämmung zu minimieren, sondern es sollte auch auf die handwerklich korrekte Herstellung einer möglichst luftdichten Gebäudehülle geachtet werden. Denn durch undichte Anschlussfugen in den Bauteilen entweicht viel Wärme. Um bei einem dann fachgerecht dichten Gebäude die hygienische Be- und Entlüftung energiesparend zu gewährleisten, können dezentrale oder zentrale mechanische Lüftungsanlagen die Fensterlüftung unterstützen. Sie bergen mit gleichzeitiger Wärmerückgewinnung aus der abgeführten Luft große Energieeinsparpotenziale. Erst wenn solche Voraussetzungen geprüft sind, wird die für das Haus und seine speziellen Gegebenheiten optimale Heizung unter Einbeziehung regenerativer Energien festgelegt.

Darauf ist zu achten: Heizsystem hängt vom tatsächlichen Wärmebedarf ab

Im Neubau und im modernisierten Altbau hängt das Heizsystem davon ab, wie weit der Wärmebedarf tatsächlich gesenkt werden kann. Moderne wassergeführte Fußbodenheizungen beispielsweise verteilen die Wärme sanft und gleichmäßig, erzeugen ein behagliches Klima, schmeicheln den Füßen und benötigen zur ausreichenden Erwärmung der Räume nur noch geringe Vorlauftemperaturen. Das wiederum schont die Heizungsanlage und lässt sie in einem niedrigen Temperaturbereich arbeiten. Brennwertthermen, Wärmepumpen und solar-thermische Anlagen zur Heizungsunterstützung arbeiten im Zusammenspiel mit niedrig temperierten Heizflächen besonders effizient. Doch ist der Wärmeverlust der Gebäudehülle

in kalten Wintern zu hoch, ist eine Flächenheizung für dieses Gebäude nicht geeignet. Dann können nur Heizkörper, die mit höheren Vorlauftemperaturen aus dem Heizkessel versorgt werden, diesen Bedarf abdecken. Im Gegensatz zu Fußbodenheizungen stellen sie die benötigte Wärme schnell bereit und reagieren auch schneller auf Wetterumschwünge im Herbst und Frühling, die sich vor allem bei schlechter gedämmten Gebäudehüllen im Hausinneren bemerkbar machen.

Eine effizient funktionierende Sole-Wasser-Erdwärmepumpe – ihre Einrichtung hängt maßgeblich vom Grundstück und seiner Größe ab – erzeugt Heizwasser im Speicher bis ca. 45° C. Aber: Für höhere Temperaturen benötigt sie mehr Strom, und das senkt die Effizienz der Anlage erheblich.

Eine Gas- oder Öl-Brennwerttherme arbeitet ebenfalls am besten bei niedrig temperierten Heizflächen wie es Fußbodenheizungen sind, kann aber auch bei Heizkörpern eingesetzt werden. Grundsätzlich gilt: je höher die benötigten Temperaturen der Heizflächen, desto geringer die Effizienz der Anlage. Anders als bei Wärmepumpe und solarthermischer Anlage wird kein Pufferspeicher benötigt. Generell ist auch eine Holzheizung überlegenswert, sei es als Stückholzkessel, Pelletofen, oder als Holzvergaser-Kaminofen.

Sinnvoll: Standortvorzüge einrechnen  

Ein gut gedämmtes Gebäude puffert Temperaturwechsel in den Übergangsmonaten mit seinen Speichermassen ab, da die Wärme im Haus gehalten wird. Ist das Gebäude zudem unverschattet zur Sonne ausgerichtet, kann deren einstrahlende Wärme als solarer Gewinn direkt genutzt werden und durch eine solarthermische Kollektoranlage die Heizung unterstützen. An vielen Übergangstagen kann so die Heizung sogar ausgeschaltet bleiben.

Wichtig: Örtliche Gegebenheiten bedenken

Bevor die Entscheidung für eine Heizung fällt, müssen die örtlichen Gegebenheiten geprüft werden: Kann Brennstoff ausreichend gelagert werden? Vor allem bei Pellets werden hohe Anforderungen an den Lagerraum gestellt. Können für eine Sole-Wasser-Wärmepumpe Tiefenbohrungen oder Flächenkollektoren auf dem Grundstück eingebracht werden? Ist im Gebäude oder auf dem Grundstück Platz zur Aufstellung der Ansaug- und Ausblasvorrichtung für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe (deren Effizienz jedoch geringer ist als die einer Sole-Wasser-Wärmepumpe), ist deren Schallentwicklung verträglich? Ist im Auf-stellraum der Heizung Platz für einen großen Pufferspeicher? Können die Solarkollektoren an Hauswand oder Dach montiert werden?

BSB-Tipp von Bauherrenberater und zertifiziertem Energieberater Stefan Würzner, Berlin: Bei der Vorbereitung eines Neubaus oder komplexer Modernisierungsvorhaben sollten Sie sich professionelle Hilfe holen, wie sie der Bauherren-Schutzbund bietet. Dort erhalten Sie nicht nur zertifizierte Energieberatung, sondern auch einen kompletten Modernisierungs-Check Ihres Hauses. Sämtliche Maßnahmen werden darin im Vorfeld analysiert und bewertet. Die Bauherrenberater des BSB e.V. überprüfen darüber hinaus die fachgerechte Planung und Ausführung der gesamten Baumaßnahme und sichern so die Qualität des Neubau und der Modernisierung.

Unser Tipp!

Online-Verantstaltungsangebot Bauherren-Schutzbund e.V.

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