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Bungalow mit Flachdach
Bungalow mit Flachdach Foto: ©KB3 - stock.adobe.com

Flachdach

Eine Dachalternative mit gewissen Vorzügen

Wie es der Name schon vermuten lässt, handelt es sich bei einem Flachdach eben um ein flaches Dach und nicht um ein Steildach. Dabei gibt es das Flachdach schon seit 3.000 v. Chr., aber erst in den 70er und 80er Jahren hielt das Flachdach auch immer mehr in Deutschland seinen Einzug. Früher in erster Linie bei Bungalows und gewerblich genutzten Gebäuden eingesetzt, erfreut sich das Flachdach in der modernen Zeit auch bei normalen Einfamilienhäusern einer immer größer werdenden Beliebtheit. Nachfolgend wird Ihnen das Flachdach kurz und übersichtlich vorgestellt.

Was sind die charakteristischen Eigenschaften von einem Flachdach?

Beim Flachdach handelt es sich um ein flaches Dach mit in der Regel weniger als 10% Steigung. Die genaue Definition eines Flachdachs lautet: ein Dach mit einer nur sehr geringen bzw. mit gar keiner Neigung.

Die Vor- und Nachteile eines Flachdachs

Früher waren viele Laien der Meinung, ein Flachdach würde nur Probleme mit sich bringen, weil ein Flachdach meist als undicht und somit nicht empfehlenswert galt.Fachleute aber wissen, dem ist nicht so, im Gegenteil: ein Flachdach bringt viele Vorteile mit sich. Wie jede andere Dachform aber auch, so hat auch das Flachdach seine Nachteile. In keinem Fall aber muss ein Flachdach automatisch undicht sein. Wichtig sind hier die richtige Konstruktion, eine passende Abdichtung sowie die Entwässerung.

Vorteile

  • das Dach hat wegen seines Aufbaus oft ein geringeres Eigengewicht
  • das Obergeschoss kann voll genutzt werden, es geht kein Wohnraum wegen Schrägen verloren
  • das Flachdach ist nutzbar, z.B. als Terrasse, zur Dachbegrünung oder zum Aufbau von Solaranlagen
  • stimmt die Statik, kann ein Haus mit Flachdach aufgestockt werden
  • auch ein Flachdach kann individuell gestaltet werden
  • dank Oberlichter oder Lichtkuppeln kann zusätzliches Licht in die Wohnräume gebracht werden
  • große Gestaltungsfreiheit beim Grundriss

Nachteile

  • ein Flachdach gilt als sehr wartungsintensiv
  • zusätzliche Abdichtungen und Entwässerungen sind nötig
  • bei starker Belastung, z.B. durch viel Schnee, kann die Tragfähigkeit wackeln
  • Nässeeinwirkung und Schäden bei älteren Häusern oder schlechter Verarbeitung
  • diverse Abdichtungen wie Bitumen sind nicht umweltfreundlich und ökologisch sehr bedenklich.

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Das Flachdach – Aufbau und Konstruktion

Flachdach
Flachdach Foto: ©kiono – stock.adobe.com

Obwohl ein Flachdach auf den ersten Blick sehr einfach und wenig aufwendig wirken mag, steckt doch viel mehr dahinter. Alleine schon unter dem Aspekt der Dichtigkeit muss hier viel beachtet werden.

Die Dachneigung

Wie bereits erwähnt haben Flachdächer in der Regel eine Neigung von weniger als 10%. Eine wirklich einheitliche Regelung gibt es hier aber nicht. Oft heißt es auch, Flachdächer sind weniger als 5% geneigt. Meist wird eine Neigung von mindestens 2% empfohlen. Des Weiteren findet nach DIN 18531 eine Einteilung in Gruppe I Neigung bis zu 3% und Gruppe II Neigung zwischen 3% und 5% statt. Die Bundes-Emissionsverordnung hingegen teilt Dächer folgendermaßen ein: bis zu 20% Neigung handelt es sich um ein Flachdach, ab 20% Neigung handelt es sich um ein Steildach. Trotz der verschiedenen Unterteilungen und der fehlenden einheitlichen Regelung sprechen die meisten Fachleute von einem Flachdach, wenn das Dach zwischen 2% und 10% geneigt ist.

Die Dacheindeckung

Bezüglich der Dacheindeckung haben Sie bei einem Flachdach verschiedene Möglichkeiten. Gerne kommt gier Bitumen zum Einsatz, dieses Material gilt aber als nicht gut für die Umwelt. Des Weiteren kann ein Flachdach aber auch mit Schiefer, speziellen Dachpfannen, diversen Folien, Metall oder Kunststoff eingedeckt werden.

Die Dachdämmung

Eine gute Dämmung ist das A und O. Durch die flache Form des Daches könnten sich die darunterliegenden Wohnräume sonst sehr schnell und leicht aufheizen. Die passende Dachdämmung schützt sowohl vor zu viel Hitze als auch vor den kalten Temperaturen. Wärmebrücken können durch eine lückenlose Dämmung vermieden werden.

Die Konstruktion

Bei einem Flachdach ist in der Regel die oberste abschließende Geschossdecke gleichzeitig Teil des Dachaufbaus. Bezüglich des Aufbaus können drei verschiedene Arten von Flachdächern unterschieden werden:

  1. Das Warmdach → das Dach wird nicht belüftet
  2. Das Kaltdach → das Dach wird belüftet
  3. Das Umkehrdach → das Dach hat eine außenliegende Wärmedämmung

Abdichtung und Entwässerung

Die Bereiche Abdichtung und Entwässerung spielen beim Flachdach eine sehr große und wichtige Rolle. Hier gilt, je weniger Neigung das Dach hat, umso wichtiger wird die Abdichtung. Stehendes Wasser sollte nach Möglichkeit vermieden werden. Als Abdichtung eignen sich u.a. Bitumen-Schweißbahnen, Dichtungsbahnen, Kunststoffbahnen oder Abdichtungsmetalle. Da die Abdichtung hier so wichtig ist, sollten Sie diese am Besten einem Fachmann überlassen.

Aber auch die Entwässerung spielt eine große Rolle. Dabei sollte ein Flachdach immer an mehreren Stellen entwässert werden. Je nach Neigungsgrad lässt es sich nicht immer vermeiden, dass sich Wasser auf dem Dach sammelt. Umso wichtiger ist dann die passende Entwässerung. Hier kommen dann u.a. die Freigefälleentwässerung als auch die Schwerkraftentwässerung in Frage. Auch hier sollten Sie in jedem Fall einen Experten zur Seite haben, der Sie dann mit Rat und Tat unterstützt.

Was kostet ein Flachdach?

Modernes Einfamilienhaus mit Flachdach
Modernes Einfamilienhaus mit Flachdach Foto: ©Susanne – stock.adobe.com

Oft gehen Laien davon aus, dass ein Flachdach besonders kostengünstig ist. Auf der einen Seite mag das auch stimmen, auf der anderen Seite aber sorgen die notwendigen Abdichtungen und Dämmungen sowie die relativ kurze Lebensdauer von nur rund 50 Jahren dafür, dass auch ein Flachdach nicht immer als kostengünstig gelten kann. Viele Experten sind sich einig, ein Flachdach kostet nicht mehr und nicht weniger als ein Steildach, hat aber eine deutlich kürzere Lebensdauer. Pro Quadratmeter müssen Sie hier je nach Art der Eindeckung und Dämmung mit 100 bis 200 Euro rechnen.

Fazit

Nein, ein Flachdach ist alles andere als ein einfaches Dach. Hier steckt viel mehr dahinter, viel muss beachtet werden, viele einzelne Schritte sind erforderlich, damit ein solches Dach dicht und stabil ist. Den vielen Vorteilen stehen einige Nachteile gegenüber. Auf keinen Fall aber ist ein Flachdach mit einem undichten Dach gleichzusetzen. Richtig aufgebaut bringt ein Flachdach viele Vorzüge mit sich und kann durchaus überzeugen. Vielleicht ist diese Dachform auch für Sie genau die richtige Dachvariante.