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Planung und Entwurf einer Küche
Planung und Entwurf einer modernen hellen Küche Foto: © Robert Kneschke - stock.adobe.com

Arbeitszonen in der Küche

Kein Raum des Hauses muss so vielen Anforderungen gleichzeitig gerecht werden wie die Küche. Dort wird nicht nur gearbeitet, sie ist auch ein Aufbewahrungsort für ganz unterschiedliche Produkte. In vielen Häusern dient sie darüber hinaus auch zur Einnahme der Mahlzeiten und längerem Aufenthalt.

Deswegen ist die Einteilung der Küche in Arbeitsbereiche sinnvoll. Bei der Küchenplanung sollten sie unter Berücksichtigung der Gegebenheiten (Grundriss, Lage von Fenstern und Türen, Position der Anschlüsse) so angeordnet werden, dass die Arbeit in der Küche möglichst effizient ablaufen kann. 

Die Arbeitsabläufe in der Küche

Planung der Arbeitsbereiche in der Küche
Planung der Arbeitsbereiche in der Küche Foto: ©Jörg Vollmer - stock.adobe.com

In ergonomischer Hinsicht gleicht eine Küche eine Fertigungsstätte. An beiden Orten finden bestimmte Arbeitsabläufe in verschiedenen Bereichen statt. Die einzelnen Bereiche sind idealerweise so angeordnet, dass das Produkt (das Essen) von einer zur anderen Station weitergereicht werden kann und dabei Umwege vermieden werden. Jede Küche lässt sich in folgende Bereiche aufteilen:

  • Aufbewahrung
  • Bevorratung
  • Vorbereitung
  • Kochen & Backen
  • Spülen 

Die Küchenzonen sollen nach Möglichkeit so angeordnet werden, dass die Zubereitung der Speisen in logischer Reihenfolge erfolgt. Die Lebensmittel werden aus den Vorratsschränken/Kühlschrank entnommen, vorbereitet (geputzt, zerkleinert) und anschließend zubereitet. Nach dem Essen werden Küchengeräte und Geschirr im Bereich Spülen gereinigt. 

Eine durchdachte Anordnung der Küchenzonen erleichtert die Arbeit enorm. Sie haben alles griffbereit, brauchen sich nicht so oft zu bücken und haben nur kurze Wege. Dadurch sparen Sie Zeit und die das Kochen geht flott von der Hand. Der vorhandene Raum wird durch die passenden Küchenmöbel optimal ausgenutzt. 

Bei der Küchenplanung spielt jedoch nicht nur die Ergonomie eine Rolle. Die verschiedenen Küchenbereiche sollten einerseits ausreichend groß sein, so dass sich beispielsweise 2 Personen beim Arbeiten nicht gegenseitig behindern, Andererseits dürfen die Abstände zwischen den Bereichen nicht zu groß ausfallen, da sonst die Laufwege zu lang werden. Bei der Anordnung müssen Sie häufig Kompromisse eingehen, da die Position der Spüle und des Herds als wichtigsten Bestandteil der Kochzone durch die Lage der Anschlüsse vorgegeben ist. 

Selbst unter relativ ungünstigen Umständen lässt sich jedoch durch gute Küchenplanung eine zufriedenstellende Lösung erzielen. 

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Die Küchenzonen im Überblick​

1. Bevorratung

Dieser Bereich der Küche dient zur Lagerung der Lebensmittelvorräte. Dazu zählen nicht nur Vorratsschränke, sondern auch Kühl- und Gefrierschränke. Wie groß der Bereich ausfällt, hängt von der Größe Ihrer Familie und Ihren Kochgewohnheiten ab. 

Bevorratung von Lebensmitteln in der Küche
Bevorratung von Lebensmitteln in der Küche Foto: ©Myvisuals - stock.adobe.com

2. Aufbewahrung

Dieser Bereich ist erheblich größer als der für die Bevorratung. Der Stauraum dient zur Aufbewahrung von Küchengeräten, Töpfen, Geschirr, Gläsern und Besteck. Auch diverse Elektrogeräte werden im Stauraum gelagert. Hier gilt der Grundsatz: Was Sie häufig brauchen, gehört nach vorn und in Griffweite. Schwere Gegenstände nach unten und leichte Dinge, die sie nicht oft brauchen, nach oben. 

Aufbewahren von Geschirr in der Küche
Aufbewahren von Geschirr in der Küche Foto: ©Wichit S - stock.adobe.com

3. Vorbereitung

Diese Zone, oft Arbeitsfläche genannt, findet idealerweise ihren Platz zwischen der Kochzone und der Spüle. Die Arbeitsfläche sollte mindestens 90 cm breit sein. Die Vorbereitungszone ist auch der ideale Ort für alle Dinge, die Sie zur Arbeit dort benötigen: Messer, Schneidebretter, Küchenhelfer (Quirl, Bratenwender, Reibeisen usw) und Gewürze. 

Zubereiten von Speisen in der Küche
Zubereiten von Speisen im Vorbereitungs-/Arbeitsbereich der Küche Foto: © nenetus - stock.adobe.com

4. Kochen & Backen

Ideal ist es, wenn Sie in diesen Bereich einen Backofen auf Augenhöhe in einem Hochschrank einbauen können. Den können Sie auch gleichzeitig für das Verstauen von Töpfen, Pfannen, Backblechen und Auflaufformen nutzen. Neben dem Herd ist eine kleine Abstellfläche mit hitzebeständiger Oberfläche eine gute Idee. Dort können Sie heiße Speisen nach dem Kochen vom Herd nehmen und vor dem Servieren etwas abkühlen lassen. 

Kochen in der Küche
In einer ergonomisch geplanten Küche macht das Kochen Spaß Foto: ©nenetus - stock.adobe.com

5. Spüle

Die Spüle ist nicht nur der Platz für den Geschirrspüler. Auch ein Spülbecken, am besten ein Doppelbecken, findet dort seinen Platz. Das benötigen Sie nicht nur zum Aufwaschen, sondern auch um Lebensmittel vor der Zubereitung zu säubern. Deswegen ist die Spüle idealerweise direkt neben der Vorbereitungszone angeordnet. Zur spüle gehört auch eine ausreichend große Stellfläche zum Trocknen des Geschirrs. Der Unterschrank der Spüle ist der beste Ort zur Aufbewahrung von Putzmitteln, Reinigungsgeräten und Müllsäcken. Auch der Abfallbehälter ist dort gut aufgehoben. 

Spüle in der Küche
Spüle in der Küche Foto: ©moonrun - stock.adobe.com

Worauf Sie achten sollten

Die 3 wichtigsten Bereiche der Küche sind:

  • Bevorratung
  • Kochen/Backen
  • Spülen

Dort verbringen Sie die meiste Zeit, allein 60 – 70 Prozent davon am Herd. Bei einer gut geplanten Küche bewegen Sie sich dabei auf einer annähernd dreieckigen Fläche. Die einzelnen Bereiche sollten ausreichend groß sein. Bedenken Sie, dass Sie auch bei geöffneten Schranktüren noch genügend Platz benötigen, um sich in der Küche zu bewegen. Gänge sollten mindestens 90 cm breit sein. 

Befindet sich zusätzlich eine Sitzecke in der Küche, muss um den Tisch herum ein Freiraum von wenigstens 90 – 120 cm eingeplant werden, damit Sie bequem vorbeigehen können, wenn jemand am Tisch sitzt. 

Die optimale Anordnung der Küchenbereiche in den verschiedenen Küchenformen

Arbereich Kochen in der Küche
Sind die Arbeitsbereiche in der Küche optimal geplant, macht das Kochen noch mehr Spaß Foto: ©s_l - stock.adobe.com

1. Küchenzeile

Die Küchenzeile ist die häufigste Form der Küche. Idealerweise beginnt die Küchenzeile auf der linken Seite mit dem Vorratsbereich, inklusive Kühlschrank. Daran schließt sich der Stauraum für Geschirr, Töpfe und Pfannen an. Darauf folgt die Spüle. Falls genügend Platz vorhanden ist, steht dort auch der Geschirrspüler. Im Unterschrank wird der Abfalleimer aufbewahrt. Am äußersten rechten (oder linken) Ende der Küchenzeile steht der Herd. 

2. Doppelzeile

Bei dieser Küchenform stehen sich praktisch 2 Küchenzeilen gegenüber. Dadurch haben Sie die Möglichkeit, die Arbeitsbereiche zu trennen. Auf der einen Seite sind der Stauraum und der Herd nebeneinander angeordnet. Das macht Sinn, weil Sie die schweren Töpfe und Pfannen sowie Geschirr griffbereit haben. Auf der gegenüberliegenden Seite grenzt wiederum die Spüle direkt an die Vorbereitungszone. An diese schließt sich der Vorratsbereich an. 

3. L-Küche

Bei dieser beliebten Küchenform platzieren Sie die Vorbereitungsfläche in Form einer großen Arbeitsplatte am besten an den Treffpunkt der beiden Schenkel. So können Sie den Raum optimal ausnutzen. Dort ließen sich ohnehin nur schlecht Schränke stellen. Auf der kurzen Seite des Schenkels schließt sich direkt an die Vorbereitungszone die Koch- und Backzone an. Auf der anderen Seite grenzt die Spüle an die Arbeitsfläche. Daneben schließen sich Stauraum und der Vorratsbereich an. 

4. U-Küche

Die U-Form birgt gute Möglichkeiten, Ihre Küche effizient zu planen. Beinahe die gesamte Breitseite des U wird durch eine Arbeitsplatte eingenommen. Ein Schenkel beherbergt die Kochzone und Stauraum für Töpfe und Pfannen. Der gegenüberliegende Schenkel wird durch die Spüle eingenommen, die an die Arbeitsplatte der Breitseite angrenzt. Daneben bleibt genug Stauraum für diverse Küchengeräte, Kühl- und Gefrierschrank sowie Vorratsschränke. 

5. Inselküche

Bei der Inselküche stehen der Herd und die Spüle im Zentrum des Raums. Das ist optimal, den dadurch sind sie von allen Seiten zugänglich. Sie werden durch eine große Vorbereitungsfläche mit Arbeitsplatte voneinander getrennt. An einer Seite des Raums sind die Bereiche zur Bevorratung und Verstauen von Küchengeräten angeordnet. An einer Seite passt auch ein Backofen auf Augenhöhe und eine Mikrowelle gut hin. 

Es empfiehlt sich nicht, Vorratsschränke über den gesamten Raum zu verteilen. Dadurch werden die Laufwege zu lang. 

6. G-Küche

Sie bietet sehr viel Platz, sowohl zum Unterbringen von Küchengeräten und Vorräten als auch zum Arbeiten. Fast die komplette Seite eines Raums kann deshalb als Vorbereitungszone dienen. Daran schließt sich die Kochzone an. Auf der anderen Seite der Vorbereitungszone bleibt auch für die Spüle viel Raum Auf der Kochzone gegenüberliegenden Seite schließen sich Stauraum und der Vorratsbereich an die Spüle an. Erfahrungsgemäß passen auch ein Ey-Level Backofen und eine ebenfalls auf Augenhöhe montierte Mikrowelle in die G-Küche. 

Bei jeder Küchenform müssen Sie darauf achten, dass in der Mitte noch genug Platz zum Arbeiten und Bewegen bleibt. In der Praxis lassen sich die diversen Arbeitsbereiche nicht immer so ideal anordnen wie hier beschrieben. Deswegen ist es so wichtig, Ihre Küche individuell zu planen. 

Zusammenfassung

Jede Küche weist eine klare Struktur auf und ist in verschiedene Bereiche gegliedert, in denen unterschiedliche Arbeiten stattfinden. Die Küchenplanung durch Experten hilft Ihnen dabei, Ihre Küche so effizient wie möglich zu gestalten. Das spart Ihnen sowohl Kraft als auch Zeit. Sie erkennen es daran, weil in einer gut geplanten Küche die Arbeit fast wie von allein erledigt werden kann. Der Mehraufwand bei der Planung macht sich schnell bezahlt.

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