Startseite » Küchenplanung – Schritt für Schritt zu Ihrer Traumküche » Küchenformen: Welche passt zu welchem Raum?
Küchenformen im Überblick
Küchenformen im Überblick Foto: © Photographee.eu - stock.adobe.com

Küchenformen: Welche passt zu welchem Raum?

Die Küche ist das Herz des Hauses. Sie dient nicht nur als Ort zur Zubereitung der Speisen, dort werden auch die meisten Lebensmittelvorräte gelagert. Falls sie groß genug ist, nimmt dort die Familie auch die Mahlzeiten ein. Das bedeutet, der zur Verfügung stehende Raum muss optimal genutzt werden. Ein entscheidender Faktor dabei ist die Form der Küche.

Welche Küchenformen gibt es?

Mit dem Begriff Küchenform ist in der Innenarchitektur die Art der Anordnung von Küchenmöbeln und Elektrogeräten gemeint. Die Auswahl der Küchenform ist eine der wichtigsten Entscheidungen bei der Küchenplanung. Folgende Varianten werden unterschieden:

  • Küchenzeile
  • doppelte Küchenzeile
  • L-Form
  • U-Form
  • Inselküche 
  • Offene Wohnküche
  • Modulküche 

Die Varianten haben Vor- und Nachteile, auf die wir in den folgenden Abschnitten näher eingehen werden.

Die Küchenzeile

Küchenzeile
Eine Küchenzeile eigenet sich vor allem für kleine Küchen Foto: canstockphoto.de

Bei einer Küchenzeile sind die Möbel und Einbaugeräte in einer Reihe angeordnet.Auf der unteren Ebene befinden sich Herd, Arbeitsplatte, Spüle und Geschirrspüler, Darüber sind Hängeschränke, Dunstabzugshaube und eventuell Mikrowelle oder Backofen angeordnet. Die Küchenzeile ist die häufigste Küchenform und eignet sich besonders gut für kleine Räume oder Küchen mit schlauchartigen Grundriss. Küchenzeilen sind in der Regel zwischen 180 – 290 cm lang.

Der Vorteil der Küchenzeile besteht darin, dass der vorhandene Raum optimal ausgenutzt wird. Außerdem handelt es sich in der Regel um die günstigste Küchenform. Sie eignet sich besonders gut für Singles oder Familien bis 3 Personen. 

Nachteilig ist, dass sie nur relativ wenig Stauraum bietet. Längere Küchenzeilen sind zudem nicht besonders ergonomisch, weil sie zum Hin- und Herlaufen zwingen. 

Die Doppelzeile

Küche Doppelzeile
Eine Küche in Form einer Doppelzeile ist insbesondere für schmale Küchen optimal Foto: ©slavun - stock.adobe.com

Diese Küchenform wird auch zweizeilige Küche genannt. Es handelt sich um 2 separate, nicht miteinander verbundene Küchenzeilen, die an den gegenüberliegenden Längsseiten des Raumes aufgestellt bzw. montiert werden. Im Grunde genommen ist es eine Variante der bereits erwähnten Küchenzeile.

Der größte Vorteil der doppelten Küchenzeile besteht darin, dass sie wesentlich mehr Stauraum und Platz zum Unterbringen der Elektrogeräte bietet als eine einzelne Küchenzeile. Da die beiden Zeilen für gewöhnlich kürzer als eine einzelne Küchenzeile sind und sich zudem gegenüber liegen, gibt es bei der Küchenarbeit kurze Wege. 

Von Nachteil ist, dass sich diese Küchenform optimal nur für große Räume mit rechteckigen Grundriss eignen, die Fenster und Tür an den Schmalseiten haben. Der Raum muss ausreichend breit sein, damit zwischen den beiden Zeilen ein Freiraum von mindestens 120 cm verbleibt. Der Platz in der Mitte ist für einen Esstisch zu klein. Die doppelzeilige Küche ist eine reine Arbeitsküche.

Themenübersicht Haubau-Planung

Hausbau-Planung von A-Z – Wie zeigen Ihnen den Weg ins eigene Haus

Finden Sie den richtigen Baupartner für Ihr Traumhaus

Finden Sie Ihr Traumhaus und erleben Sie es Live vor Ort.

Die L-Form

Diese Küchenform besteht aus einem langen und einem kurzen Schenkel, die miteinander verbunden sind. L-Küchen gibt es in verschiedenen Varianten. Häufig sind die Möbel an den Wänden montiert, es gibt jedoch auch Varianten, bei denen der kurze Schenkel in den Raum ragt und als Raumteiler, Anrichte oder Durchreiche benutzt wird. 

Die L-Form eignet sich für die meisten Räume. In ihr ist das Arbeiten ergonomisch, weil sich der Nutzer nur auf einer kleinen Fläche bewegt. Die L-Küche bietet meistens auch genug Platz für einen Essplatz. 

Ihr größter Nachteil ist das Verbindungsstück zwischen den beiden Schenkeln. Dafür müssen sich die Designer besondere Lösungen einfallen lassen. Dazu gehören zum Beispiel drehbare Rondelle, Eckspülen oder Eckschränke (LeMans Auszüge). Das treibt den durchschnittlichen Preis für eine L-Küche in die Höhe.

Küche in L-Form
Die Küche in L-Form ist eine der häufigsten Küchenformen Foto: © Cinematographer - stock.adobe.com

Die U-Küche

Bei der U-Küche nehmen die Küchenmöbel und Einbaugeräte 3 Seiten des Raumes ein. Es gibt Variante der U-Küche, bei denen ein Schenkel frei im Raum steht. Er kann als Theke, Bar oder Durchreiche benutzt werden. Die U-Küche ist gut für große Räume mit quadratischen Grundriss geeignet. Hängeschränke oder Hochschränke sollten nur an einer Seite montiert werden, weil die Küche sonst optisch erdrückend wirkt. 

Die U-Küche bietet natürlich sehr viel Stauraum und Platz für Einbaugeräte. Die Wege beim Hantieren sind kurz. Der vorhandene Platz wird optimal genutzt. 

Von Nachteil ist der Fakt, dass bei einer U-Küche kaum Platz für einen Esstisch bleibt. Zudem eignet sich diese Küchenform nur für große Räume mit nur einer Tür. Problematisch können auch die Eckteile sein. 

Küche in U-Form
Küche in U-Form Foto: © alexandre zveiger - stock.adobe.com

Inselküche

Die Inselküche wird auch Küche mit Kochinsel genannt. Sie lässt sich mit fast allen anderen Küchenformen, außer der G-Küche, kombinieren. Das typische Element der Inselküche ist die Kochinsel in der Mitte des Raumes. Meistens handelt es sich dabei um einen Herd, oft in Kombination mit Arbeits- und Abstellflächen. Welche Geräte in der Kochinsel installiert werden können, hängt von den vorhandenen Anschlüssen und dem Geschmack des Nutzers ab. 
Die Inselküche ermöglicht ergonomisches Kochen, weil bei der Zubereitung der Speisen nur kurze Wege zurückgelegt werden müssen. Sie bietet viel Stauraum und kann mit fast allen anderen Typen von Küchen kombiniert werden. 

Nachteilig ist die Verankerung der Kochinsel. Sie muss am Fußboden befestigt werden, damit sie nicht verrutschten kann. Dafür sind Baumaßnahmen erforderlich, die in einer Mietwohnung nicht ohne Einverständnis des Vermieters durchgeführt werden dürfen. Die Inselküche benötigt zudem viel Platz. Der Raum sollte mindestens 15 Quadratmeter groß sein. Zum Absaugen der Dämpfe muss entweder eine Inselhaube über dem Herd installiert oder ein Tischlüfter aufgestellt werden oder man entscheidet sich für einen (teuren) Herd mit integrierter Dunstabzugshaube. 

Küche mit Kochinsel

Die offene Wohnküche

Weil ihr Grundriss dem Großbuchstaben G ähnelt, wird diese Küchenform auch G-Küche genannt. Prinzipiell handelt es sich bei der G-Küche um eine U-Küche mit einem zusätzlichen kurzen Schenkel. Wie bei der U-Küche befinden sich Hoch- und Hängeschränke nur an einer Seite. Der zusätzliche Schenkel wird aus Unterschränken mit Arbeitsplatte gebildet und lässt sich vielseitig verwenden. Er kann als Abstellfläche, Essplatz, Raumteiler, Theke oder Durchreiche dienen. Eine offene Wohnküche ist optimal für Familien, die viel kochen und die Mahlzeiten regelmäßig gemeinsam in der Küche einnehmen.

Die G-Küche bietet sehr viel Platz für Elektrogeräte, Stauraum und Abstellmöglichkeiten. Sie lässt sich vielseitig nutzen. 

Nachteilig ist der hohe Platzbedarf. Der Raum sollte mindestens 15 Quadratmeter groß sein und nach Möglichkeit nur eine Tür und ein Fenster haben. In der Regel sind G-Küchen teurer als andere Küchenformen. 

Wohnküche

Die Modulküche

Dabei handelt es sich nicht um eine Küchenform, sondern um eine Bauart. Als Modulküche wird eine Küche bezeichnet, die sich aus einzelnen Bausteinen, den Modulen, zusammensetzt. Die Module können einzeln gekauft und beliebig miteinander kombiniert werden. Die Modulküche kann in jeder Küchenform installiert werden, von der Küchenzeile bis zur G-Küche. 

Der größte Vorteil besteht in der großen Flexibilität der Modulküche. Nutzer bestellen nur die Teile, die sie benötigen. Bereits vorhandene Möbel oder Geräte lassen sich mit einbeziehen. Eine Modulküche empfiehlt sich auch, wenn schon von vornherein feststeht, dass die Wohnung nur befristet gemietet wird und in absehbarer Zeit ein Umzug ansteht. Dann kann die Modulküche einfach mitgenommen werden.

Negativ schlägt zu Buche, dass eine Modulküche Stückwerk ist und keinen geschlossenen Anblick bietet. Die einzelnen Module sind durch Fugen getrennt, in denen sich Schmutz und Keime sammeln können. Arbeitsflächen sind meist nur klein. Da die Module Standardmaße haben, werden Ecken und Nischen häufig nicht ausgenutzt. 

Modulküche
Bei einer Modulküche stellen Sie Ihre Küche aus verschiedenen Modulen zusammen Foto: ©Polat Alp - stock.adobe.com

Welche Küchenform passt zu Ihnen?

Die wichtigsten Faktoren sind die Anzahl der im Haushalt lebenden Personen und ihre Gewohnheiten. Wer oft und gern kocht, sollte sich für eine große Küche mit viel Stauraum und Platz für Elektrogeräte entscheiden. Derartige Küchen eignen sich nicht nur für Familien, sondern auch für Singles, die oft Besuch haben und es mögen, für ihre Gäste zu kochen. Bei der Wahl der Küche spielen auch die Essgewohnheiten eine Rolle. Nehmen Sie und Ihre Familie die Mahlzeiten gern in der Küche ein? Dann kommen beispielsweise die U-Küche oder Doppelzeile nicht in Frage, weil die nicht genug Platz für eine Essecke bieten. 

Was muss bei der Auswahl der Küchenform beachtet werden?

Dafür spielt der Grundriss des Raums, Anzahl und Anordnung von Fenstern und Türen und der Anschlüsse eine Rolle. Zu den Anschlüssen gehören:

  • Wasser (warm und kalt)
  • Abfluss
  • Gasanschluss (falls vorhanden)
  • Herdsteckdose
  • Steckdosen
  • Anschluss an den Schornstein (für Abzugshauben mit Abluft)

Am besten ist es, wenn Sie den Vermieter oder den Immobilienmakler nach einem Grundriss der Wohnung fragen. Dort ist alles exakt und maßstabsgetreu verzeichnet. Den Grundriss scannen Sie ein, laden ihn auf Ihr Smartphone und nehmen ihn mit ins Küchenstudio. 

Der Preis der Küche sollte dagegen nur eine untergeordnete Rolle bei der Auswahl spielen. Es ist besser, wenn Sie sich für eine hochwertige Küche entscheiden, die Ihnen gefällt, selbst wenn sie etwas teurer ist, als sich mit einem billigen Modell zufrieden zu geben, dessen Teile nicht richtig passen und die schnell kaputt gehen. Fast alle Küchenstudios und Möbelhäuser bieten Finanzierung an. Beim derzeitigen Zinsniveau hält sich die monatliche Belastung im Rahmen des Erträglichen. 

Welche Küchenform eignet sich für kleine Räume?

In vielen Neubauten sind die Küchen kleiner als 10 Quadratmeter. Wenn es ein Fenster gibt, ist das bereits ein Glücksfall. Unter diesen Umständen eignet sich wahrscheinlich die Küchenzeile am besten. Auch eine L-Küche lässt sich selbst in kleinen Räumen installieren. Auch in kleinen Räumen kommt es bei der Planung auf den Grundriss und Lage sowie Anzahl und Anordnung der Fenster, Türen und Anschlüsse an. Eine Modulküche ist ebenfalls eine gute Option, weil sie sehr flexibel ist und jeder Raumgröße angepasst werden kann.

Zusammenfassung

Es gibt keine Küchenform, die sich für alle Räume eignet. Welche Form optimal geeignet ist, hängt in erster Linie vom Grundriss und den vorhandenen Anschlüssen, aber auch vom persönlichen Geschmack und den Koch- und Essgewohnheiten ab. Da es sich bei einer neuen Küche um eine große und langfristige Investition handelt, ist es empfehlenswert, sich vom Küchenstudio oder dem Onlineshop professionell beraten zu lassen und entweder dem Shop oder einem Fachmann die Installation zu überlassen. Dadurch ist garantiert, dass die Maße passen, die Geräte korrekt angeschlossen werden und die Herstellergarantie nicht erlischt.

Weitere interessante Informationen zum Thema Küchenformen