Startseite » Küchenplanung – Schritt für Schritt zu Ihrer Traumküche » Küchen ergonomisch planen
Küchen ergonomisch planen
Küchen ergonomisch planen Foto: ©4th Life Photography - stock.adobe.com

Küchen ergonomisch planen

Ziel der Ergonomie ist es, Arbeitsabläufe so zu planen, dass sie effizient ablaufen. Das gewünschte Ergebnis soll mit möglichst geringem Kraftaufwand erzielt werden. Alle, die täglich in der Küche stehen und die Mahlzeiten für ihre Familie zubereiten, werden bestätigen, das ergonomische Aspekte bei der Planung einer Küche mindestens so wichtig sind wie das Design und die Ausstattung.

In einer gut geplanten, ergonomisch gestalteten Küche geht Ihnen die Arbeit leicht von der Hand und das Zubereiten von Speisen macht auch viel mehr Spaß. Sie ermüden weniger rasch und die Gefahr von Unfällen sinkt. In unserem Küchen-Ratgeber haben wir Ihnen ein paar Tipps für die richtigen Küchenmaße und optimalen Abstände zusammengestellt.

Grundlegende Tipps zur ergonomischen Küchenplanung

Grundlegende Tipps zur ergonomischen Küchenplanung
Achten Sie bei der Küchenplanung auf genügend Bewegungsfreiheit Foto: © tanok - stock.adobe.com

Es spielt keine Rolle, ob Sie eine Küchenzeile, L-Küche oder eine U-Küche oder andere Form planen. Bei allen Küchenformen gibt es gemeinsame ergonomische Gesichtspunkte, die Sie berücksichtigen müssen, damit Ihnen das Kochen leicht von der Hand geht. 

Bewegungsfreiheit

Um richtig arbeiten zu können, benötigen Sie ausreichend Platz zum Bewegen. Vor oder zwischen 2 Küchenzeilen benötigen Sie Laufwege, die mindestens 1,20 m breit sind. In die Laufwege dürfen keine Ecken und Kanten hineinragen. Sie stellen potentielle Quellen für Unfälle dar. 

Falls Sie einen Essplatz in Ihre Küche integrieren wollen, sollten Sie darauf achten, dass um ihn herum ein freier Platz von mindestens 1,20 m bleibt. Dadurch können Sie bequem arbeiten, auch wenn jemand am Tisch sitzt. 

Stellen Sie elektrische Geräte so auf, dass zwischen ihnen genügend Platz bleibt. 

Die Vorbereitungsfläche oder Arbeitsfläche sollte mindestens 90 cm breit sein, damit Sie vernünftig arbeiten können. 

Anordnung der Arbeitsbereiche

Jede Küche wird in verschiedene Arbeitsbereiche gegliedert:

  • Vorbereitung
  • Kochen & Backen
  • Spülen
  • Aufbewahrung
  • Bevorratung 

Die Arbeitsbereiche ordnen Sie am besten in der Reihenfolge der Benutzung an. Für Rechtshänder ist die Anordnung im Uhrzeigersinn optimal, für Linkshänder entgegen dem Uhrzeigersinn. 

Dabei sollten Sie einige Basisregeln beachten:

  • Herd und Spüle sollten in einer Küchenzeile untergebracht sein
  • Der richtige Platz für den Vorbereitungsplatz ist zwischen diesen beiden Bereichen. 
  • Verstauen Sie Töpfe, Pfannen und anderes Geschirr möglichst in der Nähe der Kochzone.
  • Die Vorbereitungszone ist der ideale Platz für Gewürze, Messer und Küchenhelfer.
  • Allgemein sollten Schränke so aufgestellt werden, dass sie von den Arbeitsbereichen aus leicht erreicht werden können. Idealerweise befinden sich die darin verstauten Gerät und Vorräte in Griffweite.

Themenübersicht Haubau-Planung

Hausbau-Planung von A-Z – Wie zeigen Ihnen den Weg ins eigene Haus

Finden Sie den richtigen Baupartner für Ihr Traumhaus

Finden Sie Ihr Traumhaus und erleben Sie es Live vor Ort.

Ergonomische Arbeitshöhe in der Küche
Ergonomische Arbeitshöhe in der Küche - bei angewinkelten Armen und gerader Körperhaltung sollten Töpfe und Arbeitsflächen bequem erreichbar sein Foto: ©Maksym Povozniuk - stock.adobe.com

Ergonomische Arbeitshöhe in der Küche

Auf diesem Gebiet gab es in den letzten Jahren einige Veränderungen. Früher wurde bei der ergonomischen Arbeitshöhe nur die Körpergröße des Benutzers berücksichtigt. Viele Küchenplaner sehen das als überholt bzw. nicht zweckmäßig an. Heute wird die Ellbogenhöhe als Ausgangswert verwendet. 

Die Ellbogenhöhe bezeichnet den Abstand zwischen Ellbogen und dem Fußboden. Zur Messung winkeln Sie die Arme etwas an. Das entspricht der normalen Arbeitshaltung. Zur Ermittlung der ergonomischen Arbeitshöhe ziehen Sie vom Messwert ungefähr 10 – 15 cm ab. Bei einer Körpergröße von 1,75 m sollte beispielsweise das Kochfeld eine Höhe von 89 cm und die Arbeitsplatte eine Höhe von 95 cm haben. 

Eine zu niedrige Arbeitshöhe führt dazu, dass Sie sich beim Kochen weit nach vorn beugen oder bücken müssen. Das fördert eine Verspannung der Rückenmuskulatur und Rückenschmerzen. 
Wenn die Arbeitshöhe zu hoch ist, müssen Sie dagegen die Arme mehr strecken. Darunter leiden die Schultern und der Kraftaufwand wird größer. 

Bei Oberschränken und Hängeschränken spricht der Fachmann übrigens von optimaler Greifhöhe. Sie entspricht der Körpergröße plus 35 cm. Bei Hängeschränken, Lampen und Dunstabzugshauben sollten Sie zudem an die Kopffreiheit denken. Ein Herd in optimaler Arbeitshöhe nützt nichts, wenn die Dunstabzugshaube darüber zu niedrig befestigt ist. 

Tipp: Für große Personen empfehlen sich so genannte kopffreie Hauben. Diese Dunstabzugshauben werden schräg an der Wand montiert. 

Welche Höhe ist die richtige?

Die Arbeitshöhe fällt in den verschiedenen Arbeitsbereichen der Küche unterschiedlich aus. Der Ausgangspunkt ist die Arbeitsfläche. Der Herd daneben sollte ca. 20 cm niedriger sein. Beim Herd bezieht sich der Begriff Arbeitsfläche auf die Oberkante der Töpfe. 

Aus ergonomischen Gründen sollte daher die Spüle ungefähr 10 cm höher als die Arbeitsfläche sein. Das Abwaschen findet ja am Boden des Spülbeckens statt. Wäre die Spüle auf derselben Höhe wie die Arbeitsfläche, müssen Sie sich beim Abwaschen zu sehr bücken. 

Wie lassen sich die unterschiedlichen Arbeitshöhen in der Praxis realisieren?

Unterschränke werden in verschiedenen Höhen angeboten. Die Höhenunterschiede der verschiedenen Arbeitsbereiche können durch unterschiedlich große Sockel erreicht werden. Auch die Dicke der Arbeitsplatte beeinflusst die Arbeitshöhe. 

Wenn mehrere Personen im Haushalt leben, sollte die Arbeitshöhe an die Körpergröße der Person angepasst werden, die am meisten kocht. Wollen Kinder beim Kochen helfen, können sie eine Fußbank benutzen. 

Ergonomische Küchenschränke

Bei Eckschränken sollten Sie darauf achten, dass sich alle Türen voll öffnen lassen und sich nicht gegenseitig blockieren. Im Gegensatz zu den Arbeitszonen wird bei den Küchenschränken die Höhe heute nicht mehr durch unterschiedlich hohe Sockel ausgeglichen. Jetzt verwendet man dafür eher Schubladen oder Auszüge. Das schafft zusätzlichen Stauraum. 

Der Abstand zwischen Unter- und Oberschränken hängt von der Körpergröße des Nutzers ab. Er schwankt zwischen 50 – 65 cm. 

Bei Oberschränken bieten Klappen oder Faltlifttüren eine große Erleichterung gegenüber den klassischen Flügeltüren. Die Türen sind beim Öffnen nicht Weg und der Inhalt ist frei zugänglich. 

Bei Unterschränken haben sich Systeme mit Öffnungsunterstützung bewährt. Sensoren öffnen die Tür, wenn Sie sich nähern. Sie müssen nicht erst die Tür öffnen bevor Sie etwas wegstellen. 

Apothekerschränke und Schränke mit Auszügen sind ideal. Sie bieten viel Stauraum, nehmen nur wenig Platz weg und können auch schwere Gegenstände aufnehmen. 

Ergonomische Küchenschränke
Ergonomische Küchenschränke sind ebenfalls wichtig Foto: ©auremar - stock.adobe.com

Küchengeräte richtig platzieren

Aus ergonomischen Gründen entscheiden sich immer mehr Menschen für separate Kochfelder und Backöfen. Letztere können dadurch in Augenhöhe eingebaut werden. Diese Lösung empfiehlt sich, wenn Sie viel backen. Benutzen Sie dagegen den Backofen nur wenig, ist ein klassischer Herd mit der Backröhre unterhalb des Kochfelds die bessere (weil platzsparende) Lösung. In diesem Fall könnten Sie eventuell stattdessen eine Mikrowelle in Augenhöhe einbauen. 

Tipp: Aus Platzgründen stehen in vielen Küchen Kühl-Gefrierkombinationen. Wählen Sie lieber ein Modell, bei dem sich der Gefrierschrank unten befindet. Der wird in der Regel weniger oft benutzt.

Ergonomische Küchenausstattung und Zubehör

Geräte, die Sie häufig benutzen, sollten Sie in Griffweite platzieren. Andere Dinge, die weniger oft gebraucht werden, können Sie weiter nach hinten oder oben stellen. Schwere Gegenstände gehören entweder auf Arbeitshöhe oder nach unten. Geräte die häufig benutzt werden wie Kaffeemaschine, Toaster und Wasserkocher finden ihren Platz am besten in der Nähe der Steckdose. 

Nutzen Sie den Platz zwischen Arbeitsplatte und Oberschrank, um dort Küchenhelfer, Küchenrollen und Topflappen aufzuhängen. Auch ein Gewürzregal, Schneidbretter und Messer sind dort am richtigen Platz. Töpfe und Pfannen gehören in die Nähe des Kochfelds. 

Kochen in der Küche
In einer ergonomisch geplanten Küche macht das Kochen Spaß Foto: ©nenetus - stock.adobe.com

Tipps für die tägliche Küchenarbeit

Sorgen Sie für eine ausreichende Beleuchtung. Neben der allgemeinen Raumbeleuchtung sollten vor allem die Arbeitsplatte, das Kochfeld und die Essecke separat ausgeleuchtet werden können.
Halten Sie einen leichten Klapptritt bereit. Der ist eine große Hilfe, wenn Sie etwas oberhalb der Griffhöhe benötigen. Die meisten Unfälle im Haushalt sind Stürze, oft durch das Klettern auf Stühle und andere ungeeignete Hilfsmittel verursacht. 

Ebenso praktisch ist ein Drehstuhl mit Rollen, dessen Höhe verstellbar ist. Den können Sie bei benutzen, um viele Küchenarbeiten im Sitzen zu verrichten. 

Bevor Sie mit der Küchenarbeit beginnen, sollten Sie alle Lebensmittel, Geräte und Küchenhelfer griffbereit legen. Das erspart Ihnen planloses Herumrennen. 

Legen Sie zwischen den Arbeitsgängen mal eine kleine Pause ein. Laufen Sie ein bisschen hin und her oder schauen Sie aus dem Fenster. Das entspannt und lockert die Muskeln. 

Zusammenfassung

Bei der Küchenplanung spielt die Ergonomie eine wichtige Rolle. In einer gut geplanten Küche geht Ihnen die Arbeit flink von der Hand und Sie ermüden nicht so rasch. Am besten ist es, wenn Sie sich von einem professionellen Küchenplaner beraten lassen.

 

Weitere interessante Informationen zum Thema Küchenplanung